Review

Vergleich zwischen Samsung Galaxy A7 und S10e

Von Hitzestau - 06.08.2019

Inhaltsverzeichnis

Entsperren und Handling

Das Display kurz antippen um zu schauen wie spät es ist oder das Gerät entsperren sind nur zwei alltägliche Interaktionen mit einem Smartphone - je schneller diese ablaufen, umso besser. Schlussendlich ist dies auch eine Komfort-Frage.

Was das Entsperren betrifft, muss man weder beim A7 noch beim S10e Kompromisse machen, denn bei beiden Geräten ist der Fingerprint-Scanner direkt in den Power-Knopf auf der rechten Seite integriert. Auch wenn die Fläche des Scanners auf Grund seiner Position im Rahmen nur sehr klein ist, reagiert er bei beiden Geräten recht schnell und präzise, wenn man das Gerät entsperren will. Von der Ergonomie her gesehen ist die Platzierung in der rechten Kante eigentlich noch besser als der klassischen Homebutton auf der Front unterhalb des Display. Auf jeden Fall ist sie besser als auf der Rückseite des Geräts, wie Samsung es mit dem Galaxy S8 eingeführt hatte. Alternativ ist beim A7 wie auch beim S10e auch eine Entsperrung über die Gesichtserkennung möglich, die aber nicht so zuverlässig funktioniert.

Quelle: Samsung

Auf beiden Geräten lässt sich in den Einstellungen für das Display der Always On-Modus aktivieren. Sobald man dann das Display dann antippt, bekommt man Informationen wie Zeit oder Datum angezeigt.

Einen Unterschied gibt es dann aber doch noch: Das A7 reagiert nicht, wenn man es von der Tischoberfläche hochhebt und in die Hand nimmt. Man muss zwingend den Fingerprint berühren, um das Gerät zu aktivieren und zu entsperren. Beim S10e wird das Display aktiv, sobald man das Gerät in die Hand nimmt.

Akku und Laden

Beim Thema Akku und Nachladen offenbaren sich grosse Unterschiede zwischen A7 und S10e. Schauen wir zuerst auf die technischen Spezifikationen: Der Akku des A7 verfügt über eine Kapazität von 3300 mAh, das S10e liegt bei 3100 mAh.

Auch bei der Laufzeit gibt es Unterschiede, und zwar genau umgekehrt, als die Kapazität erwarten lassen würde. Bei aktiver Benutzung reicht der Akku des A7 nicht für einen ganzen Tag, sein Verbrauch ist dafür einfach zu hoch, die Hardware nicht besonders auf Energiesparsamkeit optimiert zu sein. Zudem ist uns bei unserem Testgerät aufgefallen, dass auch im Standby die Akku-Ladung relativ schnell abbaut.

Dies ist beim S10e nicht so, hier kommt man mit einer Ladung gut über den Tag und muss sich auch abends keine Sorgen machen. Auch beim Nachladen offenbare sich grosse Unterschiede in der Ausstattung: Beim A7 muss man auf “Lade-Komfort” verzichten, denn es unterstützt weder kabelloses Aufladen (Qi) noch verfügt es über eine Schnelllade-Funktion. Beim Laden über das Netzteil geht es rund 2.5 Stunden, bis das Smartphone wieder voll geladen ist. Als Schnittstelle kommt ein Micro-USB Anschluss zum Einsatz. Das S10e ist definitiv moderner ausgestattet: Es bietet einen USB-C-Anschluss, sowie Schnellladen via Kabel oder kabellos. Via Netzteil ist das Gerät innert 90 Minuten wieder voll geladen.

Klangqualität

Für die Musikwiedergabe benutzt das S10e den unteren und den oberen Lautsprecher, das A7 nur den unteren. Somit ist es auch nicht erstaunlich, dass das S10e das bessere Klangbild mit mehr Volumen liefert als das A7. Musik tönt bei ihm tendenziell flacher und oft fällt auch ein Übersteuern auf. Aber generell sollte man von beiden Geräten keine Klangwunder erwarten, am besten verwendet man das A7 und das S10e mit einem Headset wenn man Musik hören, Videos schauen oder Gamen will.

Kamera

Auf die Kamera sind wir in unseren Smartphone-Reviews in den vergangenen Jahren immer sehr ausführlich eingegangen. Wir konzentrieren uns hier deshalb primär drauf, was die Kameras im A7 und im S10e von den Smartphones früherer Modell-Jahrgänge abhebt.

Nicht nur das S10e, sondern auch das A7 verfügt über ein Mehrfachkamera-System auf der Rückseite, was für ein Gerät seiner Preisklasse (noch) unüblich ist. A7 und S10e besitzen je eine Weitwinkel- und eine Ultra-Weitwinkel-Kamera. Das Galaxy A7 verfügt zudem noch über eine dritte Linse, die jedoch nur Daten zur Tiefenschärfe liefert.

Bevor wir näher auf weitere Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Kamerasystemen eingehen, schauen wir uns zuerst die technischen Eckdaten an. Dies sind die Daten zu den drei Kameralinsen des Galaxy A7:

  • Linse 1: (Weitwinkel 3.93 mmm, 32 mm KB) 24 MP, f/1.7 (5664 x 4248)
  • Linse 2: (Ultra-Weitwinkel 1.87 mm, 15 mm KB) 8 MP, f/2.4 (4364 x 2448)
  • Linse 3: (Bokeh-Effekt) 5 MP, f/2.2

Dies sind die Angaben zum S10e:

  • Linse 1: (Weitwinkel 4.32 mm, 35 mm KB), 12MP, f/1.5-2.5 (4032 x 3024)
  • Linse 2: Ultra-Weitwinkel 1.8 mm, 15 mm KB) 16MP, f/2.2 (4608 x 3456)

Die Brennweite der Smartphone-Linsen haben wir zum besseren Verständnis oben in der Liste noch ins Kleinbild-Format (KB) umgerechnet.

Zudem findet man bei beiden Geräten auf der Frontseite noch die Kamera für Selfies und Videochats.

  • Galaxy A7: Brennweite 3.89 mm, 32 mm KB, 24MP, f/2.0 (5664 x 4248)
  • Galaxy S10e: Brennweite 3.3 mm, 27 mm KB, 10MP, f/1.9 (3648 x 2736)

Auf beiden Geräten bietet die Kamera-App verschiedene Aufnahme-Modi, wobei das S10e hier etwas umfangreicher ausgestattet ist. Standards wie Foto, Video, Panorama, Pro, Life-Fokus, Zeitlupe- und Zeitraffer findet man jedoch auf beiden Geräten. Bixby Vision, HDR und eine Bildoptimierung sind ebenfalls an beiden Orten integriert. Bei den unterstützen Dateiformaten für das Aufnehmen von Fotos bestehen jedoch grosse Unterschiede: Während das A7 Fotos nur als JPG abspeichern kann, kann man beim S10e zwischen JPG, HEIF und RAW auswählen. Videos beherrschen beide im HEIF-Format, beim A7 ist man allerdings auf eine FullHD-Auflösung (1920 x 1080) beschränkt, während das S10e Videos in 4K (3840 x 2160) aufzeichnen kann. Und im Gegensatz zum S10e bietet das A7 jedoch keine optischen Bildstabilisator, der vor verwackelten Aufnahmen schützt.

Und wie sieht es mit den Möglichkeiten zur Bildgestaltung beim A7 und dem S10e aus? Beide sind nicht nur mit einem herkömmlichen Weitwinkel-Objektiv ausgestattet, wie man es seit Jahren bei Smartphones findet, sondern auch mit einem Ultra-Weitwinkel, welches besonders für Landschaftsaufnahmen geeignet ist. Dies eröffnet neue kreative Möglichkeiten zur Motivgestaltung. Eine Kamera mit einer Tele-Linse fehlt hingegen beiden Geräten.

Trotz der unterschiedlichen Gehäusegrösse sind beide Geräte vom Handling her gut geeignet zum Fotografieren, wobei das kleinere S10e schon etwas angenehmer in der Hand liegt.

Das Fotografieren mit einer so genannten Ultra-Weitwinkellinse war grundsätzlich eine neue Erfahrung für uns. Das folgende Bildpaar illustriert einfach mal den Unterschied zwischen den beiden Brennweiten: Links die normale Weitwinkel-Linse, rechts die Ultra-Weitwinkellinse.

Aufgenommen mit dem Galaxy S10e

Nicht jedes Motiv ist gleich gut für ein Ultra-Weitwinkel geeignet. Man bekommt zwar “mehr drauf”, aber schräge Wände von Gebäuden oder “stürzende” Bäume gehören dann einfach dazu, wie dieses Beispiel zeigt:

Aufgenommen mit dem Galaxy S10e

Generell ist beim Ultra-Weitwinkel so, dass Objekte nahe an der Kamera optisch auseinander gezogen werden. Der Hintergrund wirkt tendenziell eher etwas gestaucht, wie man hier an der Kante, wo das Wasser drüberströmt gut sehen kann. Auch das Wasser selbst sieht links Bild wie gestreckt aus.

Aufgenommen mit dem Galaxy S10e

Weniger schön sind hingegen solche Effekte: Die Betonkante im Vordergrund ist eigentlich kreisrund geformt, wie der Screenshot von map.geo.admin.ch zeigt.

Aufgenommen mit dem Galaxy A7
Screenshot
Quelle: map.geo.admin.ch

Mit dem Ultra-Weitwinkel kann es je nach Motiv zu krassen Verzerrungen im Bild kommen, wie das obere Beispiel sehr deutlich zeigt.

Was uns beim A7 wie auch dem S10e aufgefallen ist, dass bei Ultra-Weitwinkel-Aufnahmen die Bildqualität und Schärfe an den linken und rechten Rändern sehr stark abnehmen kann, wie man auf folgenden Bild sehr gut erkennt.

Aufgenommen mit dem Galaxy S10e

Diese Aufnahme hingegen sehr gut gelungen, das Ultraweitwinkel verstärkt den Eindruck von einer weiten Landschaft und es gibt keine irritierenden Verzerrungen oder Unschärfen an den Rändern.

Aufgenommen mit dem Galaxy S10e

Bei guten Lichtverhältnissen zeigen sowohl A7 wie auch das S10e recht gute Resultate, vorausgesetzt man schaut sich die gemachten Aufnahmen auch primär auf dem Smartphone an und nicht auf einem grossen Computer-Bildschirm. Dann erkennt man je nach Motiv Defizite in den Bereichen Schärfe, Bildrauschen oder mangelnde Detailwiedergabe, was zum Beispiel Baumkronen wie eine grüne “Matschfläche” aussehen lässt.

Aufgenommen mit dem Galaxy A7

Bei Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen tun beide Geräte ihr bestes, um die Szene möglichst stark aufzuhellen, auch wenn dies nicht mehr eigentlichen Lichtstimmung im Moment der Aufnahme entspricht.

Aufgenommen mit dem Galaxy A7
Aufgenommen mit dem Galaxy S10e

Die Bedienung der Kamera-App ist bei beiden Geräten, wenn alle Updates eingespielt sind, gleich. Was wir ebenfalls bei beiden in der alltäglichen Benutzung festgestellt haben, sind viele ungewollte Inputs und Fehlbedienungen, da die App sehr stark auf Gesten beruht, um zum Beispiele zwischen Haupt- und Frontkamera oder anderen Funktionen hin- und her zuschalten.

Mit dem Mehrkamera-System verfügt das A7 über ein Merkmal, dass bisher der Oberliga vorbehalten war. Aber man muss bezüglich Features wie dem optischen Bildstabilisator, der maximalen Blendengrösse oder bei Schärfe und Knackigkeit Abstriche machen. Dasselbe gilt auch für die Auflösung bei der Aufnahme von Videos: Das S10e kann 4K-Videos aufzeichnen, beim A7 ist man auf FullHD begrenzt.

Zum Abschluss des Kapitel zur Kamera haben wir hier noch ein paar weitere Fotos zusammengestellt. Die Aufnahmen stammen vor allem vom A7, da wir im Text oben hauptsächlich Bilder vom S10e verwendet haben.

Aufgenommen mit dem Galaxy A7
Aufgenommen mit dem Galaxy S10e

Modelle und Preise

Das Samsung Galaxy A7 ist in den Farben Blau, Schwarz und Gold in der Schweiz verfügbar. Bei der Markteinführung lag der Preis bei CHF 359.00 (UVP), heute findet man via toppreise.ch Angebote ab etwa CHF 113.00.

Beim Samsung Galaxy S10e kann man aus ingesamt sechs verschiedenen Farben wählen (Prism Black, Canary Yellow, Prism Green, Prism White, Prism Blue, Prism Silver). Der offizielle Verkaufspreis liegt bei CHF 779.00 (UVP), via toppreise.ch findet man Angebot ab rund CHF 578.00.

Fazit

Für diesen Artikel hat uns interessiert, was preisgünstige Smartphones von einem renommierten Hersteller bezüglich Leistung und Ausstattung zu bieten haben. Zu diesem Zweck haben wir das Samsung Galaxy A7 und das Galaxy S10e einander gegenüber gestellt.

Dieser Vergleich hat uns ein Mal mehr vor Augen geführt, was wir schon in mehreren Smartphone-Reviews geschrieben haben: Die Geräte-Kategorie “Smartphone” ist zu Ende entwickelt. Neuerungen von einer Modell-Generation zur nächsten erfolgen in der so genannten Top-Liga seit Jahren nur noch in “homöopathischen” Dosen. Davon profitieren Geräte der unteren Preisklassen, denn auch diese kommen heutzutage mit einem umfangreichen Feature-Set daher. Wie das A7 zeigt, sind sogar Ausstattungsmerkmale wie ein Mehrfachkamera-System unterdessen in der Mittelklasse angekommen.

Als Smartphone haben uns Galaxy A7 und S10e beide einen guten Eindruck gemacht. Da sie in unterschiedlichen Modell-Reihen und Preisklassen angesiedelt sind, gibt es ein paar klare Unterschiede in der Ausstattung oder den Services, die sie unterstützen. Ohne eine Gewichtung vornehmen zu wollen, liegen die grössten Unterschiede in den folgenden Bereichen:

Videos nimmt das S10e in 4K auf, beim A7 muss man sich mit FullHD begnügen. Bei den Samsung Services wie Samsung Pay oder DeX sieht es ähnlich aus, das A7 unterstützt beides nicht. Auch beim Akku gibt es grosse Unterschiede: Das A7 saugt den Akku ziemlich schnell leer und verfügt im Gegensatz zum S10e nicht über die Schnelllade-Technik.

Die Qualität der Verarbeitung ist bei beiden Geräten sehr gut und absolut gleichwertig. Differenzen bei der Display-Qualität oder dem verbauten Chip sind der jeweiligen Preisklasse geschuldet. Als Anwender muss man jedoch beim Benutzer-Erlebnis mit den gängigen Apps für Messaging, Social Networks, Musik und Videos abspielen, Surfen oder Erinnerungen mit der Kamera festhalten keine Abstriche machen.

Mit dem Galaxy A7 - also dem Vertreter der Mittelklasse - bekommt man “viel Smartphone” für relativ wenig Geld. Man verzichtet zwar auf Sachen wie Schellladen oder 4K-Videos aufzunehmen, aber ein Mittelklasse-Gerät wie das A7 lässt nichts vermissen, was ein Smartphone nach dem heutigen Verständnis grundsätzlich ausmacht. Die komplette Unterstützung aller Funktionen aus dem Öko-System von Samsung oder die maximale Leistung in allen technischen Aspekten, bleibt aktuell den Galaxy S-Modellen vorbehalten.

Schlussendlich sind es ein paar Finessen, die den Unterschied zur Top-Klasse ausmachen. Hier werden persönliche Präferenzen und die Entscheidung was einem wichtig ist, den Ausschlag zwischen Mittelklasse und Top-Liga ausmachen.

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