Red Devil

Dem System auf den Zahn gefühlt

Von Hitzestau - 27.05.2013

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

Nach einer längeren Pause präsentieren wir Euch heute die Resultate unserer Benchtests, die wir mit dem System gemacht haben. Seit dem letzten Post sind wir aber nicht untätig gewesen: Monk-Trader hat den PC für Archangel installiert und mit allen Programmen und Daten eingerichtet. Seit einer Woche arbeitet Archangel mit dem Gerät und ist total happy damit. Zudem haben wir am Entwurf für das Pedestal weiter gearbeitet, dass unter WaKü die Radiatoren aufnehmen soll. Unseren CGI-Entwurf stellen wir Euch am kommenden Dienstag vor, also streicht den Tag schon mal im Kalender an :)

Nun aber zurück zum Benchen. Die kompletten Daten könnt Ihr am Ende des Blogposts als zip-Datei herunterladen. Neben den nackten Zahlen gibt es auch den "gefühlten" Eindruck des Benutzers: Dabei geht vor allem um die Geschwindigkeit: Progress-Balken rasen bei der Installation von links nach rechts, dass es eine Freude ist. Auch beim Arbeiten mit Adobe Lightroom ist der Unterschied deutlich zu spüren: Man kann durch die komplette Bilderdatenbank durchscrollen, als wäre es ein Zeitraffer-Film. Für Archangel mit seinem drei Jahre alten PC bisher undenkbar. Da merkt man die Unterschiede der Architekturen (alt: P55 / neu: Z77) und natürlich den Performance-Unterschied zwischen einer HDD und einer SSD. Im alten PC von Archangel liefen OS und Programme auf einer SSD, alle Daten lagen aber noch auf einer HDD. Lightroom ist ein Programm, das die Festplatte stark beansprucht. Dementsprechend war auch die Performance, da Lightroom-Katalog und die Original-Dateien beide auf der HDD gespeichert waren. Das laute Rattern bzw. "Daten-Meisslern" der HDD gehört jetzt natürlich auch der Vergangenheit an.

Also "gefühlt" ist es ein grosser Schritt nach vorne. Wie die Fakten aussehen, sagen Euch die Bench-Resultate. Auf unsere Frage nach Empfehlungen für Bench-Tools haben wir leider keine Antwort bekommen. Deshalb haben wir uns im Web auf die Suche gemacht und auf Screenshots von anderen Benchtests geschaut, mit welchen Tools gearbeitet wird und welche Daten erhoben werden. Messen wollten wir die Leistungen von SSD, CPU und GPU. So haben wir diese vier Tools ausgewählt, die vielerorts verwendet werden.

  • ATTO Disk Benchmark
  • CPU Prime
  • 3D Mark von Futuremark
  • Valley Benchmark

Beim SSD-Raid stellte sich zudem noch die Frage nach der Stripe-Grösse. Nach einer Webrecherche haben wir uns für 128K entschieden, dies wird auch im Mainboard-Handbuch so empfohlen. Das Arbeiten mit einem reinen SSD-System ist ein Hochgenuss, egal ob unter Lightroom oder einem anderen Programm. Auch die Zahlen von ATTO Disk Benchmark sind eindrücklich, wie man auf diesem Auszug hier sehen kann.

Für Vollansicht hier klicken Quelle:

Das Mainboard bietet drei verschiedene Grundeinstellungen: Power Saving Mode, Normal Mode und ASUS Optimal Mode / Performance Mode. Ursprünglich war geplant, die Benchtests der Reihe nach mit allen drei Settings zu machen. Doch daraus wurde nichts: Als Monk-Trader mitten beim Benchen war, gab es Probleme: Das BIOS speicherte die Veränderungen an den Einstellungen nicht mehr und der Raid-Kontroller wurde beim Booten nicht mehr initialisiert. Da blieb nur ein Hard Reset via Jumper übrig. Der Jumper ist jedoch so positioniert, dass man die Grafikkarte ausbauen muss, um ihn zu erreichen – also keine sehr praktische Lösung. Danach haben wir uns entschieden, die Benchtests nur noch mit dem Performance Mode durchzuführen und die Einstellungen im BIOS nicht mehr zu verändern. Auch das fertig installierte System läuft mit diesem Modus. Mit der Bench-Arbeit musste Monk-Trader nochmals komplett von vorne beginnen, weil die Daten nicht mehr miteinander vergleichbar waren.

Um für künftige Probleme gewappnet zu sein, haben wir uns für den schlecht erreichbaren Jumper aus einem alten Audiokabel eine Brücke gebaut, wie ihr auf dem Bild unten seht. Dazu haben wir die Stecker etwas modifiziert, genauer gesagt das rote Kabel um eine Position nach innen verschoben. Das Verbindungskabel stammt aus unserem Arduino-Set. Das Kabel hängt hinten auf der Gehäuserückseite etwas heraus, so kann man jederzeit das BIOS zurücksetzen. Eine wirkliche Lösung könnte nur ASUS selbst mit einem Update liefern. Da Haswell nun vor der Tür steht, ist dies wohl eher unwahrscheinlich. Was genau mit dem BIOS nicht in Ordnung ist, können wir natürlich auch nicht sagen. Aber ist schon etwas enttäuschend, dass so ein grober Fehler nicht behoben wurde. Wie will man mit dem BIOS anständig arbeiten, wenn es zu solchen Problemen kommen kann? Auf jeden Fall sind wir nicht die einzigen, die mit dem BIOS zu kämpfen haben: In diesem Thread auf pcgh.de ist von sehr ähnlichen BIOS-Problemen die Rede und auch in unserem eigenen Worklog auf overclockingstation.de wurde das Thema schon angesprochen.

So sieht unsere Jumperbrücke aus:

Selbergebautes Jumperkabel
Selbergebautes Jumperkabel

Die gesamten Bench-Daten könnt Ihr Euch hier als .zip herunterladen.

In guter alter Star Trek-Manier (wer sich noch an den Film "Star Trek Generations" erinnert, weiss was gemeint ist) weisen wir Euch auf die nächsten Schritte im Projekt hin: Am Dienstag stellen wir den Entwurf für das Pedestal vor. Und am Montag gibt’s ein "one more thing".