Mein Abschied von XING

Von Hitzestau - 17.03.2014

Inhaltsverzeichnis

Autor: Archangel

Mitte letzter Woche hat XING seine Schweizer Premium-Kunden mit Preisaufschlägen von rund 100 Prozent aufgeschreckt. Ich – also Karsten Füllhaas, auf diesem Blog besser bekannt als Archangel – nehme dies zum Anlass, um mich bei XING zu bedanken, dass sie mir die Gelegenheit geboten haben, meine persönliche Social Media-Strategie zu überdenken und zu fokussieren. Dass ein Anbieter so klar zu seinen Kunden sagt "Hey, überlege Dir was Dir wichtig ist und wo Du Zeit investieren willst" kommt schliesslich nicht alle Tage vor.

Noch am gleichen Tag als XING mir die Preiserhöhung per Mail mitgeteilt hat, habe ich meine Premium-Mitgliedschaft gekündigt. Das war kein leichter Schritt, immerhin bin ich – abgesehen von einem kurzen Unterbruch – seit 2005 XING-Mitglied, das damals noch "openBC" hiess. Folgende Überlegungen haben für mich zu diesem Schritt geführt: Schon seit längerem habe ich den Eindruck, dass auf XING nicht mehr allzu viel los ist, für mich relevante Kontakte und Unternehmenspräsenzen sind auf anderen Plattformen. Aus den vielen von XING angepriesenen Premium-Vorteilen kann ich für mich keinen Nutzen ziehen, beziehungsweise Angebote wie Rabatte bei Hotelbuchungen und Mietwagenreservationen gehen an meinen Bedürfnissen vorbei.

Mein XING-Profil Quelle:

Bisher habe ich den Premium-Beitrag einfach quartalsweise bezahlt, aber die Ankündigung der Preiserhöhung hat mich veranlasst zu überlegen, wie ich in Zukunft in den Business-Netzwerken präsent sein will. Parallel zu XING habe ich schon länger ein Profil bei LinkedIn, wo seit anfangs Jahr von der kostenlosen Mitgliedschaft zum Business-Member gewechselt habe.

  • Lohnt es sich für mich, in zwei Business-Netzwerken präsent zu sein? – Fokussierung auf einen Ort ist besser, als zwei halbherzig gepflegte Profile
  • LinkedIn hat einen aktiven Newsfeed von Membern und Unternehmen
  • Viele Unternehmen, mit denen ich zu tun habe, sind auf LinkedIn präsent und nicht auf XING

Auf Grund dieser Überlegungen und Erfahrungen habe ich mich unterdessen entschlossen, bei XING nicht nur auf die Premium-Mitgliedschaft zu verzichten, sondern im Sinne einer Fokussierung auch mein Profil dort zu löschen, und mich ab sofort auf Aktivitäten auf LinkedIn zu konzentrieren. Ich denke, dass ich so für mich und meinen Blog hitzestau.com am meisten profitieren kann. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an die Verantwortlichen bei XING, dass sie mir den Anstoss für diese Überlegungen gegeben haben.

Was meine Kündigung der Premium-Mitgliedschaft bei XING angeht, bin ich nicht alleine. Ein Blick in die verschiedene XING-Foren zeigt, dass viele Mitglieder sehr verärgert sind. Auch zum Beitrag auf inside-it.ch finden sich viele für XING negative Kommentare. Darunter sind wie ich auch viele langjährige Mitglieder, wie etwa das Schweizer "Social Media-Urgestein" Malte Polzin, der mit anderen zusammen ein "Goodbye XING-Premium Dinner" organisiert – natürlich als XING-Event mit der Möglichkeit sich bis zum 18. März 2014 anzumelden.

Der finale XING-Event... Quelle:

Auch auf Twitter hat sich über XING ein Welle der Entrüstung ergossen und manche haben hier ebenfalls die Kündigung ihrer Premium-Mitgliedschaft bekannt gegeben. Hier nur eine kleine Auswahl:

Thomas Benkö vom Blick hat zudem bei Robert Beer, dem Schweizer Country-Manager von XING nachgefragt und aber nicht viel mehr als PR-Phrasen als Antworten zurückbekommen. Hier ein paar Zitate:

Viele User kündigten auf Twitter öffentlich ihre Premium-Mitgliedschaft. Verstehen Sie, gerade als Social-Media-Experte, den Ärger?

Als Social Media Unternehmen müssen wir mit Reaktionen via digitale Kanäle rechnen...

Was genau sind denn die Mehrleistungen, die den höheren Preis rechtfertigen?

Xing hat das Team in der Schweiz vor Ort ausgebaut, um die speziellen Belange der Kunden in der Schweiz noch besser zu berücksichtigen...

Wie versuchen Sie, abgesprungene Mitglieder wieder zurückzugewinnen?

Wir setzen darauf, dass wir trotz Preisanpassung die Kunden weiterhin von der Qualität unserer Produkte überzeugen können. Zurzeit sind schon weitere Produktverbesserungen und sehr interessante kostenlose Dienstleistungen von Premium-Partnern in Vorbereitung. Das nächste spannende Angebot wird bereits in wenigen Wochen aufgeschaltet...

Soweit also Robert Beer. Was mich angeht, warte ich nicht auf das nächste spannende Angebot, sondern werde meine XING-Mitgliedschaft auflösen. Ich werde meine wichtigsten XING-Kontakte anschreiben und ihnen mitteilen, dass ich ab sofort nur noch auf LinkedIn anzutreffen bin. Aber natürlich freue ich mich auch sonst über Eure Kontaktaufnahme via LinkedIn.

In diesem Sinne: Bye bye XING, es war eine gute Zeit, aber für mich ist der Moment gekommen, weiter zu ziehen.