Hackintosh

Installation

Von Hitzestau - 21.05.2018

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

In diesem Kapitel gehen wir auf unsere Erfahrungen rund um die Installation und die nachgelagerten Arbeiten ein.

Wenn Ihr hier eine Punkt-für-Punkt Anleitung erwartet, wie wir unser System installiert haben, müssen wir Euch allerdings enttäuschen. Uns geht es mehr darum aufzuzeigen, welche Überlegungen wir uns in der Vorbereitung der Installation gemacht und mit welchen Begriffen wir uns auseinandergesetzt haben. Das hilft Euch hoffentlich, Euch besser im Thema zurechtzufinden. Wer noch wenig übers Thema Hackintosh Bescheid weiss, erfährt hier zum Beispiel wo die grössten "Baustellen" sind und worauf man acht geben sollte.

Für konkrete Supportanfragen oder Hilfestellungen verweisen wir Euch auf die Community-Seiten, die wir weiter unten im Beitrag verlinkt sind. Dort kann man Euch am besten weiterhelfen, da jedes System seine speziellen Eigenheiten hat und sich Sachen wie Treiber, Tools und Betriebssystem-Versionen auch sehr schnell weiterentwickeln. Deshalb verzichten wir auch auf eine allgemeingültige Installations-Anleitung.

Was ist das Ziel?

Das Ziel wenn man ein Hack-System aufsetzt, ist es betreffend Features und Funktionen so nahe wie möglich an einen echten Mac heranzukommen.

Auf Seiten Betriebssystem schliesst das für uns den Original-Kernel mit ein, der im allgemeinen "Vanilla" genannt wird.

Bei den Features von macOS selbst kann das korrekte Funktionieren von Services wie iMessage, iCloud, Continuity oder Handoff eine Herausforderung sein – also genau diejenigen Features, die macOS mit dem Apple Ökosystem verbinden und ihren Teil zur Attraktivität der Plattform beitragen. Entscheidend hierfür ist die Hardware, auf der man seinen Hackintosh aufbaut.

Hardwarevoraussetzungen

Nicht jede Hardware-Konfiguration eignet sich gleich gut als Basis für einen Hack. Auch wenn wir hier meistens von Desktop-Hardware, also von selber zusammengestellten Einzel-Komponenten, sprechen, kann es natürlich auch ein Notebook, ein kompakter PC wie beispielsweise ein Intel NUC oder ein Fertig-PC von einem grossen Hersteller wie Dell oder Acer sein. Bei solchen Geräten kann es auch sein, dass Custom-Mainboards mit eigener Firmware verwendet werden, was es schwieriger bis sogar unmöglicht  macht, eine Hackintosh-Installation durchzuführen.

Nach unserer Erfahrung können Hardware-Komponenten Einschränkungen bei der Kompatibilität mit sich bringen. Dies kann unter anderem Soundkarte, Grafikkarte, LAN-, WLAN- und Bluetooth-Verbindungen sowie USB- und Thunderbolt-Schnittstellen betreffen. Wenn es sich um einen Notebook handelt, können aber auch schon das Funktionieren von Trackpad und Tastatur, die Regulierung der Displayhelligkeit oder Stromsparfunktionen bereits ein Problem darstellen.

Der Grund liegt in der Kompatibilität der Treiber oder das diese schlicht nicht vorhanden sind. So gibt es beispielsweise für WLAN/Bluetooth-Karten von Intel, die von vielen Herstellern auf ihren Mainboards verbaut werden, keine Treiber (gilt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels). Für andere Hardware-Komponenten kann es sein, dass man in der Hackintosh-Community die passenden Treiber findet.

Was braucht es genau?

Um einen Hackintosh zu planen, installieren und danach zu betreiben sollte man aber nicht nur an die Hardware denken. Man sollte schon etwas Affinität für die Arbeit mit Terminal-Konsolen mitbringen, die wichtigsten Terminal-Befehle kennen und in der Lage sein sich in technische Zusammenhänge einzuarbeiten.

Um sich spezifisches Hackintosh-Wissen anzueignen, empfehlen wir diese Community-Webseiten:

Eine Google-Suche mit Stichworten wie osx86 oder Hackintosh fördert ebenfalls weitere gute Seiten zu Tage.

Neben dem Know-How braucht es aus unserer Erfahrungen auch eine rechte Portion Geduld, denn man muss immer wieder mit Rückschlägen rechnen, so dass man sich dann Schritt für Schritt an eine Lösung herantasten muss. Das bringt auch mit sich, dass man seine Hardware über das übliche Mass hinaus "stresst" und beispielsweise das Netzteil immer wieder an- und abstecken darf. Nur den Powerknopf zu betätigen reicht oft nicht, im Speicher können immer noch Reste von Informationen verbleiben. Wenn man die Komponenten neu initialisieren will, muss man die Spannung komplett abbauen lassen.

Begriffe

Wie bei jedem Themengebiet wird man auch hier mit einem eigenen fachspezifischen Vokabular konfrontieret. Wir haben im Folgenden ein paar wichtige Begriffe zusammengestellt.

Wenn Ihr neu beim Thema Hackintosh seid, empfehlen wir Euch, die Erklärungen wenigstens mal zu überfliegen. Sonst könnt Ihr auch direkt zu unserer Zusammenstellung von nützlichen Tools oder zum Kapitel Vorbereitung der Installation springen.

Bootloader

Ein Bootloader ist eine Software, welche durch die Firmware eines Rechners von einem startfähigen Medium geladen und anschliessend ausgeführt wird. Der Bootloader ist zuständig für das Laden von Teilen des Betriebssystems, gewöhnlich dem Kernel. Jedes Betriebssystem verfügt über einen Bootloader.

Kernel

Der Kernel ist der zentrale Bestandteil eines jeden Betriebssystems. In ihm ist die Prozess- und Datenorganisation festgelegt, auf der alle weiteren Softwarebestandteile des Betriebssystems aufbauen. Er hat unter anderem folgende Aufgaben:

  • Schnittstelle zu Anwenderprogrammen für Starten, Beenden, Ein-/Ausgabe, Speicherzugriff
  • Kontrolle des Zugriffs auf Prozessor und andere Hardware-Komponenten
  • Verteilung der System-Ressourcen auf die Anwenderprogramme
  • Auflösung von Zugriffskonflikten
  • Überwachung von Zugriffsrechten auf Dateien und Hardware

Clover

Clover ist ein Bootloader, der bei Hackintosh-Installationen verwendet wird. Welche Rolle Clover genau übernimmt, beschreiben wir im Kapitel Was wird eigentlich ge"hack"t?

Ozmosis

Ozmosis ist kein eigentlicher Bootloader wie Clover, er verfolgt ein anderes Konzept, auf das wir in unseren Artikeln jedoch nicht weiter eingehen. Bei ihm wir die UEFI-Firmware gezielt mit Modulen ergänzt, um macOS native zu starten.

Kext

Der Begriff Kext ist die Kurzform für Kernel Extension, also Erweiterungen des Kernels des Betriebssystems. Sie sind Treiber für das korrekte Funktionieren von Hardware und Diensten. Sie werden unter Root-Rechten ausgeführt.

FakeSMC

Der System Management Controller (SMC) ist ein Chip auf dem Mainboard von Intel-basierten Apple-Computern. Er ist unter anderem für das Powermanagement des Geräts und die Kontrolle des Trackpads (sofern vorhanden) zuständig.

Auf selber gekaufter Hardware existiert dieser Chip natürlich nicht. Die Aufgabe des FakeSMC ist es, die Funktionen des Chips softwaremässig zu emulieren und dem macOS "vorzugaukeln", es befindet sich auf Original-Hardware von Apple.

SMBIOS

Das System Management BIOS (SMBIOS) beschreibt wie Mainboard- und Systemhersteller Managementinformationen über ihre Hardware in einem standardisierten Format bereitstellen.

System Integrity Protection

Die System Integrity Protection (SIP) ist Teil des gesamten Sicherheitskonzepts von Apple für Mac-Computer. Sie wurde mit OS X "El Capitan" (10.11) eingeführt und schützt systemeigene Dateien und Verzeichnisse vor Änderungen durch Prozesse ohne spezifische "Berechtigung", auch wenn sie vom root-Benutzer oder einem Benutzer mit root-Rechten (sudo) ausgeführt werden.

ACPI

ACPI steht für Advanced Configuration and Power Interface. Es ist ein offener Industriestandard für Energieverwaltung in Desktop-Computern, Notebooks und Servern. Er stellt Schnittstellen zur Hardware-Erkennung, Gerätekonfiguration und zur Energieverwaltung zur Verfügung.

DSDT

Die DSDT.aml ist eine Konfigurations-Datei die in jedem BIOS eines Mainboards vorhanden ist und die Komponenten beschreibt, die auf dem Mainboard verbaut sind. Da Windows und Linux eine eigene Hardwareerkennung mitbringen, ist die DSDT der PC-Mainboards sehr rudimentär gehalten, während in Apple-Geräten alles sehr detailliert beschrieben ist.

UEFI

Die Abkürzung UEFI steht für Unified Extensible Firmware Interface. Das UEFI ist der Nachfolger von BIOS. Als Firmware ist es die Schnittstelle zwischen dem Betriebssystem und der Hardware.

AHCI

AHCI steht für Advanced Host Controller Interface. Es ist ein offener Schnittstellen-Standard für Serial-ATA-Controller. Damit soll die Entwicklung von Treibern für Serial-ATA-Geräte vereinheitlicht und vereinfacht werden. So muss für Mainboards, deren Controller AHCI unterstützt, kein spezieller Serial-ATA-Treiber mehr entwickelt werden. Stattdessen wird für eine vollständige Unterstützung von Geräten lediglich ein zur Verfügung stehender, einheitlicher AHCI-Treiber benötigt. AHCI wurde zu Zeiten entwickelt, als klassische Festplatten (HDD) in den Geräten Standard waren.

NVMe

Der AHCI-Standard wurde nie für Flashspeicher angepasst und produziert einen hohen I/O-Overhead (I/O steht für Input / Output, also für die Datenübertragung beim Schreiben und Lesen). Mit NVMe wurde ein neuer Standard geschaffen, der für den Zugriff auf Flashspeicher-Medien ausgelegt ist, die über einen PCI Express (PCIe)-Bus angeschlossen sind. NVMe steht dabei für Non-Volatile Memory. Er ermöglicht, die Geschwindigkeiten von Laufwerken wie einer SSD komplett auszunutzen.

HFS+

Das Dateisystem HFS+ (Hierarchical File System) ist eine Weiterentwicklung von HFS. Bis und mit macOS 10.12 Sierra war es das Standard-Dateisystem auf dem Mac. Auf den anderen Plattformen wie iOS, watchOS und tvOS kommt es ebenfalls zum Einsatz.

Der Nachfolger von HFS+ ist das 2016 vorgestellte APFS.

APFS

Das Apple File System (APFS) ist ein im Juni 2016 von Apple als Nachfolger von HFS+ vorgestelltes Dateisystem. Zuerst war das Dateisystem nur für iOS verfügbar. APFS ist auch im aktuellen macOS 12.13 High Sierra implementiert. Es enthält unter anderem zahlreiche Optimierungen, die auf Flash-Speicher ausgerichtet sind. Auf konventionellen Festplatten (HDD) kann APFS nicht verwendet werden.

NTFS

Microsoft NTFS ist ein proprietäres Dateisystem von Microsoft für alle Betriebssysteme der Windows-NT-Reihe. Die Abkürzung steht für New Technology File System.

FAT32

FAT32 ist der Vorgänger von NTFS. Die Abkürzung FAT steht für File Allocation Table. Gegenüber FAT16 wurde die maximale Grösse des gesamten Dateisystems von zwei Gigabyte auf acht Terabyte erhöht und die maximale Grösse einer Datei auf einem FAT32-System beträgt vier Gigabyte.

MBR

Der Master Boot Record (kurz MBR) enthält eine Partitions-Tabelle und ein Startprogramm um den Bootloader des Betriebssystems zu starten. Er kann jedoch nur auf Datenträgern mit weniger als 2 TB Gesamtvolumen eingesetzt werden. MBR ist ein veralteter Standard, den man nicht mehr einsetzen sollte.

GUID Partition Table (GPT)

GUID (Globally Unique Identifier) ist ein Standard, der festlegt, wie die Partitions-Tabelle eines Datenträgers aufgebaut ist. In der Tabelle ist verzeichnet, wo auf dem Datenträger welche Partition zu finden ist. Es ist immer eine Partition vorhanden, die EFI-Informationen enthalten kann.

In Verbindung mit UEFI kommt immer GUID zum Einsatz. Bei Mac ist UEFI der Standard. GUID kann im Gegensatz zum Vorgänger MBR auch mit Datenträgern umgehen, die grösser als 2 TB sind.

EFI

Das EFI (Extensible Firmware Interface) ist die Bezeichnung für die Firmware bei einem Original-Mac. Es gibt kein grafisches User Interface um auf die Informationen zugreifen oder sie verändern zu können.

EFI ist aber auch eine Bezeichnung für eine Festplatten-Partition. Diese ist rund 300 MB gross, FAT-formatiert und enthält unter anderem den Bootloader.

Nützliche Tools

Hier haben wir ein paar Tools zusammengestellt, die beim Aufbau und Verwalten eines Hacks aus unserer Erfahrung sehr nützlich sind.

MaciASL

Tool zum Editieren von DSDT Files

MaciASL

ssdtPRGen

Generiert Files mit allen Einstellungen, damit das CPU Power Management native genutzt werden kann.

AppleIntelInfo

Tool zum Überprüfen, ob die Einstellungen vom CPU Power Management auch korrekt angewendet werden.

IORegistryExplorer

Tool zum Ermitteln der Adressierung aller im Gerät verbauten Hardware-Komponenten.

IORegistryExplorer

PlistEdit

Editor für plist-Files

PlistEdit

Clover Configurator

Hilft benutzerdefinierte Konfigurationsdateien für den Clover EFI-Bootloader zu erstellen. Arbeitet mit einer grafischen Benutzeroberfläche.

Clover Configurator

Vorbereitung der Installation

Um die Installation vorzubereiten, braucht man eine Kopie von macOS. Diese kann man direkt aus dem App Store herunterladen, einen anderen Distributionsweg gibt es nicht.

Wir empfehlen, sich einen USB-Stick vorzubereiten, auf dem alles notwendige wie der macOS Installer, der Bootloader, seine Konfigurations-Datei und vorbereitete Kext drauf sind.

Um möglichst schnell erstmal eine lauffähige Installation hinzubekommen, empfehlen wir ein Profil wie iMac 14.1 auszuwählen. Damit kommt man normalerweise schnell ans Ziel und muss sich nicht mit Problemen wie einem Bildschirm, der schwarz bleibt, herumärgern. Dasselbe gilt auch für Einstellungen im UEFI: am besten auf Overclocking verzichten, und auch sonst alles deaktivieren, was nicht unbedingt benötigt wird, zum Beispiel die serielle Schnittstelle.

Dann kann man den ersten Versuch wagen und mit ein bisschen Glück – und guter Vorbereitung – klappt es sogar beim ersten Mal. Ansonsten empfehlen wir die oben genannten Foren als Anlaufstelle, um die eigene Installation lauffähig zu bekommen.

Viel mehr Zeit als die eigentliche Installation kostet das anschliessende Feintuning des Systems. Dann kann man auch wie oben erwähnten Einstellungen für die Erst-Installation Schritt für Schritt anpassen.

Was wird eigentlich ge"hack"t?

Hacken heisst in diesem Kontext, die Unterschiede zwischen Original-Hardware von Apple und der zum Einsatz kommenden Hackintosh-Hardware zu überbrücken, damit macOS sich trotzdem installieren lässt und bei jedem Systemstart der Computer normal hochfährt und das Betriebssystem startet.

Von: GrandeDuc
Quelle: Shutterstock

Dabei gibt es Hardware- und Software-Aspekte, wir gehen im nächsten Abschnitt zuerst aufs Thema Hardware näher ein.

Auf Hardware-Ebene

Das Hacken auf der Hardware-Ebene findet vor der eigentlichen Installation, nämlich bei der Auswahl der Komponenten und dem Zusammenbau des Systems statt.

Die grösste Frage ist, wie man die geeignete Hardware findet. Hier gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Ausgangslagen: Man stellt extra für den Hack die Hardware zusammen, die man sich neu anschaffen will, oder verfügt bereits über Hardware und möchte diese für einen Hack weiterverwenden. Im zweiten Fall lohnt es sich die wichtigsten Foren zu durchsuchen und zu schauen, ob jemand schon mit denselben Hardware-Komponenten Erfahrungen gemacht hat. Je nachdem muss man sich dann die Anschaffung von Alternativen überlegen.

Plant man eine komplette Neuanschaffung sind Webseiten mit einem Buyer’s Guide wie von tonymacx86 eine Orientierungshilfe. Hier findet man komplette Hardware-Zusammenstellungen, die bereits erprobt sind.

Vom Prozessor her empfiehlt es sich, einen Intel-Prozessor zu verwenden, weil Apple diese selber verbaut und man so auch den Vanilla-Kernel von macOS verwenden kann. AMD-Prozessoren funktionieren grundsätzlich ebenfalls für einen Hack, weil sie auch auf der x86-Architektur aufbauen. Allerdings kann man mit ihnen keinen Vanilla-Kernel verwenden und es kann zu merkwürdigem Verhalten des Systems kommen, weil ein AMD-Prozessor nicht über dieselben Extensions verfügt wie ein Intel-Prozessor. Das Einspielen von Updates ist ebenfalls nicht so einfach, da man warten muss, bis aus der Community ein gepatchter Kernel zur Verfügung gestellt wird.

Es lohnt sich, die eigene Hardware so nahe wie möglich an eine Original-Mac zu bringen. Nur so funktionieren auch Continuity, Handoff, iCloud oder iMessage – also genau die Services, welche die Attraktivität der macOS- bzw. der ganzen Apple-Plattform ausmachen.

Betreffend unserem Projekt

Für unser Projekt Mäcki war die Desktop-Hardware bei uns bereits vorhanden und schon ein Mal in einem anderen PC-System in Betrieb gewesen. Mit Intel Haswell ist es zwar nicht mehr die neuste Architektur, aber das Mainboard ist immer noch eine gute Basis für eine Hackintosh, denn die Architektur ist von Apple selber in den Jahre 2014 / 2015 verwendet worden. Unser Prozessor (Intel i7 4790K) ist sogar explizit in einem iMac aus dem Herbst 2014 zum Einsatz gekommen.

Im Konfigurations-File vom Clover wird dies als Profil eingetragen – in unserem Fall Apple iMac Core i7 4.0 27-Inch (5K, Late 2014). Es empfiehlt sich, ein Mac-Hardware-Profil zu suchen, das der eigenen Hardware so nahe wie möglich kommt. Dieses Profil wird dann auch unter Über diesen Mac angezeigt:

Eine hilfreiche Seite kann in diesem Zusammenhang everymac.com sein, hier sind alle Hardware-Konfigurationen von Apple der verschiedenen Modell-Reihen aufgeführt.

Um auch abgesehen von Architektur und CPU so nahe wie möglich an einen Original-Mac zu kommen, haben wir uns eine neue WLAN- und Bluetooth-Karte besorgt. Die bei unserem Mainboard mitgelieferte Intel-Karte konnten wir nicht verwenden, da es für sie keinen Treiber gibt, wie unsere Recherche im Vorfeld ergeben hatte. Dabei sind jedoch auf den Händler OSXWIFI gestossen, der genau das verkauft, was wir gesucht haben, nämlich originale Karten, wie sie auch von Apple verbaut werden. Damit hatten wir die Gewissheit, dass sie auch in unserem Hackintosh out-of-the-box funktionieren würde. Für unser Mainboard mussten wir noch den passenden Adapter mitbestellen.

Auf Ebene Software und Treiber

Hat man die passende Hardware, muss auf Systemebene einiges bezüglich Software und Treiber "zurechtgebogen" werden, damit macOS sich überhaupt installieren lässt und dann auch bei jedem Systemstart bootet. Als wichtigste Elemente kommen zum Einsatz:

  • UEFI vom Mainboard mit Einstellungen
  • Bootloader Clover und seine Konfigurations-Datei
  • Kext (FakeSMC, je nach Hardware: LAN, Sound)

Sozusagen "mit viel Magie" bringt das Zusammenspiel der einzelnen Elemente das Betriebssystem zum Laufen. Eine zentrale Rolle spielen dabei der Bootloader Clover und seine Konfigurations-Datei. Er stellt die Brücke dar.

Warum ist das SMBIOS wichtig?

Aus dieser Konfigurations-Datei stammen auch die SMBIOS-Informationen um welche Maschine es sich handelt. Entsprechend dem Profil werden dann die Treiber geladen.

Wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigt merkt man, wie stark bei Apple Hardware und die entsprechenden Treiber miteinander verzahnt sind. Das SMBIOS ist für diese Verzahnung verantwortlich. Apple weiss, in welchem Gerät welche Hardware-Komponenten verbaut sind. Jeder Mainboard-Typ hat eine eigene Board-ID, welche mit der Produkte-Bezeichnung verknüpft ist. Dementsprechend sind die Treiber darauf ausgerichtet.

Wie bereits erwähnt, entspricht unser Mäcki einem iMac Late 2014, weil der von uns verwendete Intel-CPU von Apple in diesem iMac-Modell ebenfalls verbaut wurde. Punkto CPU stimmen die beiden Geräte also überein, bezüglich dem Rest der Hardware natürlich nicht. Auf Grund des Profils "erwartet" macOS aber beim Booten ein internes Display. Das findet es natürlich nicht, darum bleibt der extern angeschlossene Bildschirm erstmal schwarz, wenn macOS geladen wird beim Start. Um dies zu beheben, haben wir einen Eintrag im AppleGraphicsDevicePolicy.kext (info.plist) angepasst. Beim Treiber für die Soundkarte funktioniert es etwas anders: Hier werden die passenden Treiber jeweils beim Bootvorgang durch den Clover injiziert (appleALC, Lilu). Die Onboard-LAN-Karte funktioniert dank Treibern aus der Community.

Feintuning

Wenn die Installation und deren Vorbereitung rund 20 Prozent der Arbeit darstellen, entfallen auf das Finetuning danach rund 80 Prozent des gesamten Arbeits- und Zeitaufwands. Hierbei kann es auch schnell in Frust ausarten, wenn man gewisse Funktionen einfach nicht zum Laufen zu bekommen scheint.

Zu den Aufgaben, die dann noch warten, gehört unter anderem, folgende Features und Hardware-Komponenten zum Laufen zu bringen:

  • Power-Management / Speedsteps für den CPU
  • Sleep-Mode
  • Soundkarte
  • LAN- und WLAN-Verbindung
  • Bluetooth
  • alle USB-Schnittstellen

Ein zentraler Punkt sind auch die Grafikkartentreiber, wenn man eine dedizierte Karte verwendet. Apple verbaut seit mehreren Modell-Generationen keine NVIDIA-Karten mehr. Wer eine NVIDIA-GPU der 9er- oder 10er-Reihe verbaut hat, ist deshalb auf so genannte Web-Driver für seine Karte angewiesen. Diese werden von NVIDIA direkt bereitgestellt. Auch für unsere Geforce GTX 780Ti verwenden wir den Web-Driver.

Wartung

Wenn dann wirklich mal alles eingerichtet und konfiguriert ist, läuft ein Hackintosh eigentlich sehr stabil.

Von: Pixeljoy
Quelle: Shutterstock

Trotzdem sollte man sich ständig auf dem Laufenden halten bezüglich Bootloader-Updates, neue Treiber und natürlich auch die macOS-Updates von Apple selbst. Wir empfehlen ein Time-Maschine-Backup laufen zu lassen und für den Notfall einen USB-Stick bereitzuhalten, von dem aus man das System hochfahren kann. Auf dem Stick sollten der Bootloader, die Konfigurations-Dateien vom laufenden System, Treiber sowie der macOS Installer vorhanden sein. Von Zeit zu Zeit sollte man auch daran denken, den Stick zu aktualisieren. Das Hochfahren des System im Notfall mit einem solchen Stick hat auch den Vorteil, das man nicht alle eingerichteten Dienste wie beispielsweise die iCloud verliert.

Ein zentrales Thema bei der längerfristigen Wartung ist das Einspielen von macOS-Updates, die Apple in regelmässigen Anständen veröffentlicht und via den App Store zur Installation anbietet.

Da wir mit dem Vanilla-Kernel arbeiten, können wir solchen Updates eigentlich sehr entspannt entgegen sehen. Wie genau unser Update-Prozesses mit dem Mäcki-System aussieht, erklären wir im nächsten Beitrag.

Ausblick

Im nächsten Kapitel geht es um unsere konkreten Erfahrungen mit dem Mäcki-Hackintosh. Wir haben diese in zwei Teile aufgeteilt, und zwar als reine Anwender-Erfahrungen und aus der Sicht als Systemadministrator.