Review

Erfahrungsbericht mit dem Apple iPhone 7 Plus

Von Hitzestau - 26.10.2016

Inhaltsverzeichnis

Warum lange um den heissen Brei herumreden, wenn man es auch direkt auf den Punkt bringen kann? Das iPhone in der Ausgabe 2016 ist ein Top-Smartphone.

Rein äusserlich unterscheidet sich die diesjährige iPhone-Generation kaum vom Vorgänger 6s / 6s Plus des vergangenen Jahres. Klar, es gibt keinen Kopfhöreranschluss mehr und auf der Rückseite des 7 Plus-Modells macht sich eine zweite Kamera-Linse breit. Auf Beides werden wir in unserem Erfahrungsbericht auch im Detail eingehen.

Quelle: Apple

Die Erfahrungen im Alltag mit unserem iPhone 7 Plus-Testgerät hat dieses Mal Monk-Trader aus unserem Team gemacht. Er ist was man als "Wechseluser" bezeichnen kann: Er hat rund ein Jahr Android-Geräte benutzt, dabei primär das Samsung S6 und S7. Seine letzten iPhone-Erfahrungen waren mit dem iPhone 6 Plus und iOS 8. Nun also der Sprung zu iOS 10 und dem iPhone 7 Plus.

Gerät und Haptik

Mit dem iPhone 7 macht Apple einen Bruch im etablierten Schema von Gehäusedesign und Namensgebung. Bisher stand eine neue Ziffer in der Bezeichnung im Zweijahres-Rhythmus immer auch für ein neues Gehäuse. Nach dem letztjährigen 6s-Modell hätte jetzt also beim iPhone 7 ein grösserer Schritt in Form von einem neuen Gehäuse folgen müssen. Für das iPhone in der Ausgabe 2016 hat Apple jedoch darauf verzichtet.

Quelle: Apple

Die Gehäuse-Abmessungen und die beiden Display-Grössen (4.7 und 5.5. Zoll) wurden vom Vorgänger übernommen, ein paar Gramm leichter sind die beiden Geräte aber dennoch geworden.

Das iPhone 7 kommt äusserlich im Grossen und Ganzen so daher wie man es von der 6er Serie her kennt. Die Glasabdeckung des Displays geht scheinbar nahtlos in den abgerundeten Rand über. Alles sehr schön abgerundet und hochwertig verarbeitet, es gibt keine klaren Kanten.

Quelle: Apple

Auf der Rückseite fallen zwei Veränderungen gegenüber dem Vorgänger auf: Die Kamera steht deutlich stärker hervor und wölbt sich fliessend aus der Gehäuserückseite hervor. Beim 6s war es nur eine leicht hervorstehende Linse mit einer Umrandung. Diese Bildmontage von einem iPhone 6s Plus (links) und dem iPhone 7 Plus (rechts) zeigt sehr deutlich, wie Apple die Kamera in die Rückseite integriert hat:

links: iPhone 6s Plus, rechts: iPhone 7 Plus. (Montage: hitzestau.com)
Quelle: Apple

Zudem sind beiden geraden Antennenstreifen oben und unten weggefallen. Die Knöpfe sind neu aus Metall.

Neu ist auch eine Veränderung, die gar nicht sichtbar ist: Das iPhone 7 und 7 Plus ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt (IP67). Hinter der Abkürzung IP steht eine internationale Klassifizierung: die erste Ziffer steht für die Dichtigkeit gegen Fremdkörper, die zweite für den Schutz gegen Feuchtigkeit. 6 steht für "staubdicht", 7 steht für "Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen".

Auf die Haptik hat die IP67-Zertifizierung keinen Einfluss, das iPhone 7 fühlt sich in der Hand genauso an, wie sein Vorgänger.

Das iPhone 7 ist jetzt die dritte Gerätegeneration mit mehr oder weniger demselben Gehäuse.
Monk-Trader von hitzestau.com

Links und rechts vom Lightning Connector hat Apple je eine Reihe feiner Löcher angebracht. Hinter der rechten sitzt ein Lautsprecher, die linke dient nur Designzwecken.

Eine Veränderung bezüglich Haptik gibt es schon, allerdings liegt diese nicht am Gehäuse als Ganzes, sondern an einem einzigen Element: dem Home-Button, der neu kein Knopf zum Drücken mehr ist. Was es damit auf sich hat, werden wir im zweiten Teil unseres Reviews näher beschreiben.

Technische Spezifikationen iPhone 7 Plus und Hardware

Viele Weiterentwicklungen und Neuerungen beim iPhone 7 stecken unter der Haube in der Technik und im Display.

  • Display: 5.5 Zoll Retina HD Display / IPS mit LED Backlight / 1920 x 1080 / 401 ppi / 1300:1 / P3 Farbraum
  • Grösse: 158.2 x 77.9 x 7.3 mm
  • Gewicht: 188 Gramm
  • Akku: 2900 mAh
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Datenspeicher: 32 / 128 / 256 GB
  • Prozessor: A10 Fusion Chip / 64‑Bit Architektur / M10 Motion Coprozessor
  • Hauptkamera 1: 12 Megapixel / Blende f/1.8 / 4 fach-LED True Tone Flash
  • Hauptkamera 2: 12 Megapixel / Blende f/2.8 / 4 fach-LED True Tone Flash
  • Vordere Kamera: 7 Megapixel / Blende f/2.2 / Retina Flash
  • Netz: 2 G / 3G / 4G
  • WLAN: 802.11a/b/g/n/ac WLAN mit MIMO
  • Konnektivität: Bluetooth 4.2 / NFC
  • Anschlüsse: Lightning Connector
  • Betriebssystem: Apple iOS
  • SIM-Karte: Nano-SIM
  • Spritzwasser und Staub-Schutz: IEC Norm 60529 unter IP67

Display

Die Displays von Apple gehören unserer Erfahrung nach zu den Besten der Branche. Die technischen Eckwerte wie Auflösung und Pixeldichte sind unverändert geblieben. Eine Schippe draufgelegt hat Apple bei den Farben, die das Display darstellen kann. Es ist ein so genannter erweiterter Farbraum, in englischen Texten wird dafür der Begriff "wide gamut" verwendet. Die technische Bezeichnung lautet "P3 Farbraum" und ist ein Standard, der von der digitalen Filmprojektion der US-amerikanischen Filmindustrie übernommen wurde. Ein P3-Display hat Apple letztes Jahr bereits bei den iMacs mit 4K und 5K-Auflösung verbaut und dieses Jahr auch für das iPad Pro 9.7 übernommen. Die dort eingeführte True Tone Technologie hat Apple jedoch für das neue iPhone nicht übernommen.

Wir haben mit dem iPhone 7 Plus aufgenommene Bilder auch auf dem iPhone 6s Plus angeschaut und so die beiden Displays direkt miteinander verglichen. Das letztjährige Modell hat einen leichten Blau-Violett-Stich, während das Display des 7 Plus in der Farbdarstellung sehr nahe an einen kalibrierten IPS-Monitor herankommt. Es kann dank seinem erweiterten Farbraum auch feine Farbverläufe wie beim Sonnenuntergang auf dem unteren Bild sehr gut darstellen.

Testbild Apple iPhone 7 Plus

Die maximale Helligkeit hat Apple für das iPhone 7 nochmals gesteigert. Das Endergebnis ist ein Smartphone-Display mit einer beeindruckenden Schärfe bei der Darstellung von Texten und Bildern. Von der zusätzlichen Helligkeit profitiert man vor allem draussen bei Tageslicht und Sonnenschein.

Das Display ist wie immer bei Apple einfach Spitzenklasse.
Archangel von hitzestau.com

Sound

Beim iPhone 7 hat Apple zum ersten Mal zwei Lautsprecher in einem Smartphone verbaut. Dies führt zu einer Verbesserung der Klangqualität, denn einer der Lautsprecher sitzt oben, der andere unten neben dem Lightning Connector.

Kamera

Apple hat in beide iPhone 7-Modelle die gleiche Weitwinkelkamera verbaut. Im Gegensatz zu den Vorgängergenerationen verfügen die Kameras in beiden Modellen über einen optischen Bildstabilisator und über eine grössere Blendenöffnung, die mehr Licht hindurch lässt. Auch sonst besitzen beide Kameras dieselben Features, einziger Unterschied ist der maximale digitale Zoomfaktor (iPhone 7: 5x / iphone 7 Plus: 10x). Das Linsensystem wurde von Apple komplett überarbeitet.

Die grösste Neuerung beim Thema Kamera ist dem 7 Plus vorbehalten: Es verfügt über eine zweite Kamera-Linse mit einem Tele-Objektiv. Mit ihr kann man einen engeren Bildausschnitt wählen und Objekte dichter heranholen, ohne das digitale Zoom mit zwei Fingern auf dem Display zu benutzen. Die beiden Kameras arbeiten in der Kamera-App so zusammen, als wären sie eine Einheit.

Quelle: Apple
Die Dual-Kamera des iPhone 7 Plus gehört zu den Features, auf die wir am meisten gespannt waren. Schade ist, dass die Tele-Linse nur über einen digitalen Bildstabilisator verfügt.
Monk-Trader von hitzestau.com

Videos lassen sich wie bisher mit einer maximalen Auflösung von 4K (mit 30 fps) aufnehmen. Die bekannten Zeitraffer- und Zeitlupenfunktionen sind ebenfalls mit an Bord. Für die Verarbeitung der aufgenommenen Bilddaten hat Apple einen eigenen Chip entwickelt und in den A10-Prozessor integriert. Er soll den Hauptprozessor von der Verarbeitung der Bilddaten entlasten und verspricht bessere Resultate bei der Bildqualität.

Modelle

Das iPhone 7 und 7 Plus gibt es in den zwei etablierten Display-Grössen 4.7 und 5.5. Zoll. Beim integrierten Speicher hat Apple die Einstiegsgrösse von 16 GB gestrichen und bietet drei Versionen an: 32, 128 und 256 GB. Bei den Farben gibt es ebenfalls eine Veränderung: Space Grey gibt es nicht mehr, dafür zwei verschiedene Varianten in Schwarz: Schwarz und Diamantschwarz. Weiter erhältlich sind die bekannten Gehäuse-Farben Silber, Gold, Roségold.

Quelle: Apple

Für die Edition in Diamantschwarz (auf Englisch Jet Black) warnt Apple die Kunden im Kleingedruckten auf der Webseite, dass die Oberfläche empfindlich gegen Abnutzungserscheinungen sei und empfielt eine Schutzhülle zu verwenden: "...Die Oberfläche ist genauso hart, wie bei anderen eloxierten Apple Produkten. Dennoch können mit der Zeit winzige Abnutzungserscheinungen sichtbar werden..."