ASUS Maximus V Extreme

Von Hitzestau - 27.12.2013

Inhaltsverzeichnis

Autor: Monk-Trader

Auf unserem Benchtable arbeiten wir mit einem ROG ASUS Maximus V Extreme. Ich möchte Euch nicht alle technischen Spezifikationen aufzählen, da das Mainboard ja schon eine Weile auf dem Markt ist, sondern Euch von meinen Erfahrungen berichten und erzählen, warum ich mich für ein Board aus der ROG-Linie von ASUS entschieden habe.

Vorgeschichte

Beim Ansehen von WaKü-Projekten anderer Leuten in verschiedenen Foren bin ich auf die ROG-Serie von ASUS aufmerksam geworden. Mir gefiel vor allem die Optik. Nach dem Lesen von ein paar Reviews und etwas Recherche mit Google wurde mir klar: so eins will ich auch für mein Projekt :) Und es sollte ein Extreme sein, weil es viele Features hatte, die mich interessierten. Dazu gehörte auch der Thunderbolt-Anschluss.

ASUS ROG Maximus V Extreme

Ich hatte zwar auf Grund von dem was ich über das Board gelesen hatte eine grobe Vorstellung, aber als der "Pöstler" dann klingelte und ich das Mainboard zum ersten Mal aus der Schachtel nehmen konnte, war ich echt beeindruckt. Das Maximus V Extreme ist ein Riesending, und das liegt nicht nur am E-ATX Formfaktor. Schon in der Schachtel macht es mächtig Eindruck. Ich war begeistert und voller Vorfreude – aber konnte das Mainboard die Erwartungen auch erfüllen?

ASUS ROG Maximus V Extreme

Einsatz auf dem Benchtable

Bis das Board dann zum Einsatz kam, verging leider eine recht lange Zeit. Ursprünglich war es für unser "hitzestau one reloaded"-Projekt vorgesehen, aber dann bot sich die Möglichkeit mit dem eigenen Benchtable. So haben wir uns entschieden, das Maximus V Extreme dort einzusetzen.

Der Zusammenbau des Benchtable-System hat uns grossen Spass gemacht – endlich kamen alle Teile zum Einsatz auf dem Mainboard, also auch der Intel CPU und die RAM von Kingston. Das passte alles perfekt zusammen.

ASUS ROG Maximus V Extreme

Meine praktische Erfahrungen

Jetzt wisst Ihr also, wie es dazu kam, dass das ASUS Maximus V Extreme bei uns auf dem Benchtable gelandet ist... nun zu meinen praktischen Erfahrungen mit dem Board selbst.

Erste Inbetriebnahme

So wies aus der Schachtel kam, hab ich es auf dem Benchtable auch in Betrieb genommen und im BIOS alles auf AUTO gestellt. Ich hab mir nicht mal die Mühe gemacht, das OS neu zu installieren sondern hab einfach die bestehende Windows-Installation vom Vorgängersystem übernommen – das hat auch gut geklappt. Klar war mir auch, dass früher oder später eine neue Installation fällig würde, aber ich wollte zuerst wissen, ob alles funktioniert.

Ich bin dann dem System mit ein paar Benchtools zu Leibe gerückt. Als sich die Bluescreens häuften, entschloss ich mich, eine Neuinstallation durchzuführen. Dabei habe ich auch die ASUS Tools installiert und eingerichtet und die Overclocking-Features von ASUS genutzt. Das lief zwar alles nicht schlecht, hat aber auch immer wieder zu Abstürzen und Freezes geführt. Das war für mich sehr ungewohnt, denn das Vorgängersystem lief definitiv stabiler.

ASUS ROG Maximus V Extreme

Also machte ich mich daran zu eruieren, was da genau dahinter steckte: Ich hab mich ins Thema Overclocking – nachfolgend als OC abgekürzt – eingelesen und bin nach der Trial-and-Error-Methode vorgegangen. OC ist zeitintensiv, und es macht eine Menge Spass, wenn sich die ersten Erfolge einstellen. Es geht mir nicht nur um einen schnelleren Rechner, sondern auch um die "sportliche" Herausforderung, Hardware über ihre vom Hersteller angegebenen Spezifikationen zu betreiben. Wenn man probiert die versteckten Leistungsreserven herauszuholen, lernt man auch viel über die Hardware selbst und wie was zusammenhängt. Das ASUS Maximus V bietet auch die Möglichkeit, die OC-Messwerte mit einem via USB angeschlossenen Gerät und passender Software zusätzlich zu überwachen, was mit dem Surface Pro von Microsoft ganz witzig war.

ASUS ROG Maximus V Extreme

Neben allem Spass gehört auch eine Portion Frust mit Abstürzen und Freezes dazu – einmal hab ich meine OC-Versuche wohl etwas übertrieben und die komplette Windows-Installation "geschreddert". Nicht mal mehr das BIOS wurde beim Neustart sauber initialisierst. Zum Glück besitzt das Maximus V Extreme ein zweites BIOS, mit dem ich das Mainboard wieder in Betrieb nehmen und die fehlerhaften BIOS-Einstellungen zurücksetzen konnte. Das zweite BIOS ist nicht nur ein Fallback, sondern man kann es auch nutzen, um verschiedene BIOS-Versionen zu testen.

ASUS ROG Maximus V Extreme

Einstellungssache

Vieles mit dem ASUS Maximus V Extreme ist "Einstellungssache", wie man so schön sagt. Gewisse Crashs können durch falsche Settings förmlich provoziert werden. So war bei mir bei der ersten Inbetriebnahme der LN2-Schalter auf aktiv gestellt. Zu Anfang war mir dies gar nicht so bewusst, ich dachte, dass müsste so sein. Mit dem LN2 kann man zwischen verschiedenen Charakteristiken wählen, die zu unterschiedlichem Verhalten des Boards führen. Dies betrifft die unterschiedlichen Kühlmethoden: Stickstoff versus Luft. Klar, dass ein stickstoffgekühltes Board sich ganz anders verhält oder sogar verhalten muss. So gesehen ist das ein sehr praktisches Feature.

Probleme beim Messwerte auslesen

Für die Wasserkühlung nutze ich den aquaero 5 Pro von Aquacomputer als Lüftersteuerung. Zum Auslesen der Messwerte kommen Tools wie Open Hardware Monitor oder AIDA64 zum Einsatz. Der Aquaero 5 braucht eines der beiden Tools, um die Temperatur-Messwerte von CPU, GPU und Mainboard in seine eigene Software einzubinden. Wenn eines der beiden Tools und die AI Suite gleichzeitig liefen, kam es jedoch immer wieder zu Auslesefehlern. Als CPU-Temp wurden zum Beispiel kurzzeitig massive Minusgrade angezeigt, die definitiv nicht stimmen konnten.

ASUS ROG Maximus V Extreme

Eine Ursache für die oben beschriebenen Crashs liegt genau hier bei diesen Tools. Die AI Suite duldet sozusagen keine andere Tools neben sich – es herrscht ein Krieg über das Auslesen der Messwerte. Ein Waffenstillstand ist auch nicht möglich, es darf nur ein Tool aufs Mal laufen. Nach viel Recherche mit Google habe ich herausgefunden, dass andere genau die gleichen Probleme haben. AIDA64 verträgt sich generell nicht gut mit dem Maximus V Extreme. Das ist etwas ärgerlich, da ich die Software extra wegen dem Mainboard gekauft hatte.

Nach einigem Herumprobieren setze ich nur noch auf den Open Hardware Monitor und habe die AI Suite aus den Autostarts gelöscht und deaktiviert so gut es geht. Seitdem gibt es viel weniger Abstürze und keine falschen Alerts mehr.

Soundkarte

Neben dem ganzen Overclocking war für mich auch das Thema Sound sehr wichtig. Also habe ich unser Logitech-Soundsystem angeschlossen und versucht, den gewohnten Raumklang wieder hinzukriegen. Das klappte jedoch nicht, da das Soundsystem dazu ein Dolby Live-Signal benötigte und das Maximus V Extreme dieses Feature nicht beherrscht. Das war eine kleine Enttäuschung, da mein altes Mainboard über Dolby Live verfügt hatte.

Da ich für das Soundsystem wieder ein Dolby Live-Signal wollte, haben wir uns nach einiger Recherche eine geeignete Soundkarte angeschafft und uns für die ASUS ROG Xonar Phoebus entschieden. Auf die Soundkarte werden wir nächstes Jahr im Detail eingehen.

Interessant ist hingegen, dass das Maximus V Extreme einen optischen Eingang besitzt, das sieht man eher selten.

ASUS ROG Maximus V Extreme

Fazit

Um meine Frage von oben nochmal aufzugreifen: Ja, das Maximus V Extreme hat meine Erwartungen erfüllt. Es bietet wie gesagt eine Fülle von Features (zum Beispiel VGA Hotwire, Probelt, LN2, ROG Connector, Q-Code, PCIe Lane Switch, Dual BIOS, Power/Reset Switch) die ich weder alle ausprobiert habe noch kann ich sie hier alle aufzählen. Das Gute ist, man kann sie benutzen wenn man will, muss aber nicht und zum Teil benutzt man sie einfach mit, weil sie vorhanden sind. Ich kann mich mit dem Maximus V Extreme mit dem Thema Overclocking beschäftigen, aber ich habe immer noch einen "Heidenrespekt" vor der ganzen Sache. Zu Gute kam mir sicher auch, dass viele Features des Boards online sehr gut dokumentiert sind, da es von vielen Usern eingesetzt wird.

Wenn Ihr mehr über die technischen Details des Maximus V Extreme wissen wollt, findet Ihr auf der ROG-Seite zum Board alle verfügbaren technischen Informationen sowie die von ASUS zur Verfügung stehenden Treiberdownloads.

Das ASUS Maximus V Extreme ist kein Workstation Mainboard im klassischen Sinne, es wurde aus meiner Sicht für Overclocker und Enthusiasten geschaffen, die sich mit ihrer Hardware auseinandersetzen wollen. Es ist ein richtiges Arbeitstier und sieht dabei erst noch gut aus – so nach dem Motto "das Auge isst mit". Das Mainboard fordert seinen User immer noch etwas mehr zu probieren und noch etwas mehr Leistung heraus zu kitzeln.

Um das Potential des Boards ausschöpfen zu können, braucht man einiges an Fachwissen und Erfahrung. Der Einstieg ist auf einem recht hohen Niveau. Ich freue aber jetzt schon auf weitere Mainboards aus der ROG-Serie von ASUS.