Zeitmesser und ihre Geschichte

Erwartungen und Fazit

Von Hitzestau - 27.01.2016

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

Nachdem wir im ersten Teil ein paar wichtige Begriffe erklärt haben, wollen wir nun ein paar grundlegende Überlegungen zur Produktkategorie der Smartwatches und Fitness-Armbänder anstellen. Es geht unter anderem darum, was man betreffend Äusserlichkeiten, Wertigkeit oder Sicherheit erwarten kann. Wir haben uns bemüht, im Folgenden nicht konkret auf einzelne Modelle einzugehen, da beinahe laufend neue Geräte vorgestellt werden. Unsere hier präsentierten Überlegungen basieren auf den aktuell verfügbaren Modellen.

Von: Jacob Lund
Quelle: Shutterstock

Äusseres und Haptik

Wie lange hält der Akku, ist bei allen Mobilgeräten eine der brennendsten Fragen. Um ehrlich zu sein: Nicht lange genug. Dies ist sicher ein Problem, das es für die Hersteller noch zu lösen gilt. Natürlich ist die Akkulaufzeit immer von der effektiven Nutzung abhängig. Grundsätzlich kommt mit einer Smartwatch oder einem Fitness-Armband ein weiteres Gerät ins Haus, das dauernd aufgeladen werden will.

Bei einer Smartwatch hält der Akku nach unserer Erfahrung rund anderthalb Tage, was schon deutlich mehr ist als bei einem durchschnittlichen Smartphone. Da eine Smartwatch immer mit einem Smartphone gekoppelt wird, darf man nicht vergessen, dass auch bei ihm der Strombedarf und somit der Akkuverbrauch steigt. Das liegt daran, dass beide Geräte ständig Daten untereinander austauschen. Das Aufladen über Nacht ist im Vergleich zu einer herkömmlichen Uhr sicher etwas gewöhnungsbedürftig, aber schlussendlich sind wir das schon vom Smartphone her gewöhnt.

Aufladen der Apple iWatch.
Quelle: Apple

Bei einem Fitness-Armband ist die Lebensdauer des Akkus stark abhängig davon wie man es einsetzt: Es macht einen grossen Unterschied, ob man es nur zum Sport machen oder trainieren anzieht oder ob man damit rund um die Uhr die Aktivitäts- und Schlafphasen überwachen will. Dann stellt sich natürlich die Frage nach dem Aufladezeitpunkt, denn wenn man das Armband – oder auch die Uhr – am Handgelenk hat, kann man es nicht aufladen.

Tragekomfort und Design sind zwei Punkte, die von User zu User sehr unterschiedlich bewertet und empfunden werden. Während Fitness-Tracker meist ein fixes Armband haben, kommen viele Smartwatches ihren Kunden mehr entgegen und bieten eine Zubehörpalette wie man es von den klassischen Uhren kennt. Armbänder aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Grössen erlauben eine individuelle Anpassung nach den Vorlieben des Besitzers. Für Hersteller ist dies natürlich auch ein Markt für Zubehör.

Armbandkollektion von Apple.
Quelle: Apple

Der Platz zum Anzeigen von Informationen auf dem Display ist sehr knapp und lässt sich auch kaum so vergrössern, wie wir es den vergangenen Jahren bei den Smartphones erlebt haben. Der Platz am Handgelenk ist beschränkt und gibt die Grenze für die Gerätegrösse vor. Dies definiert auch die Rahmenbedingungen für die Hersteller und Entwickler, sie müssen sich sehr gut überlegen, wie sie unter den engen Platzverhältnissen die unterschiedlichsten Informationen und ein Bedienungsinterface darstellen wollen. Dazu kommt noch, dass es eckige und rundes Displays gibt.

Ans Display werden hohe Anforderungen gestellt: Nicht nur muss es auch bei Sonnenschein gut ablesbar sein, die Darstellung muss auch sehr scharf sein. Stoss- und Kratzfestigkeit gehören ebenfalls dazu. Um Strom zu sparen, schaltet sich das Display nur an, wenn man es antippt oder das Handgelenk bewegt. Je nach Modell lässt sich das Display auch auf eine dauernde Anzeige einstellen. Da das Display zu den grössten Stromfressern gehört, senkt dies natürlich die Akkulaufzeit erheblich. Je nach Displaytechnik kann auch die Gefahr des Einbrennens bestehen.

Auch bei den Gehäusen kommen von Metall bis Kunststoff unterschiedliche Materialen zum Einsatz. Als wasserdicht gelten heute die meisten der aktuellen Modelle. Am besten man informiert sich hierzu auf der Webseite des Herstellers über die konkreten Eigenschaften.

Wertigkeit

Fitness-Armbänder sind zweckgebundene Geräte, welche einen beim Sport oder der Kontrolle der eigenen Fitness unterstützen sollen. Sie müssen bequem zu tragen und zweckmässig sein. Mit der Smartwatch, die eigentlich ein kleiner Computer ist, hat die Schnelllebigkeit und technische Vergänglichkeit bei den Uhren Einzug gehalten – kaum hat man sich für eine Uhr entschieden, wird an einer Messe schon ein neues Modell präsentiert. Da viele Hersteller erst ihre ersten Modelle auf den Markt gebracht haben, kann man noch nicht genau sagen, wie bei den Smartwatches der Produkte-Zyklus aussehen wird. Hersteller sollten hier nicht den Fehler machen und wie bei Smartphones üblich, im Jahresturnus eine neue Modell-Generation vorstellen.

Quelle: Shutterstock

Kunden assoziieren mit einer Uhr ein langlebiges Produkt – dies ist ein Gegensatz zur Kultur der Tech-Firmen, die viel schnellere Produktzyklen pflegen und daher eine ganz andere Philosophie mitbringen als die traditionellen Uhrenmarken. Daher muss auch die Frage erlaubt sein: Auf einer 50 Jahre herkömmlichen Uhr kann man heute noch die Zeit ablesen, aber was ist mit einer Smartwatch in fünf Jahren?

Service

Bleiben wir noch einen Moment bei der 50 Jahren alten Uhr. Die Chancen sind relativ gut, dass man bei Problemen mit der Uhr in einem Fachgeschäft kompetente Hilfe bekommt. Aber wie sieht es bei Smartwatches aus? Verkauft werden sie in Elektronikmärkten, Shops von Mobilfunkbetreibern und im Online-Handel, also nicht in den klassischen Uhren- und Schmuckgeschäften. Informationen vor dem Kauf muss man sich auf den Webseiten der Hersteller und via Google (Bewertungsportale, Reviews, Kommentare) zusammensuchen. Benötigt man später Zubehör wie etwa ein neues Armband, kommt man wohl um eine Online-Bestellung nicht herum. Treten Probleme mit der Smartwatch auf, gibt es keinen Fachhändler, den man aufsuchen kann. Bei den meisten Herstellern wird es so sein, dass man die Smartwatch selber zur Garantieabwicklung einschicken muss. Apple bildet hierbei mit seinem Konzept von Shops, Beratung, Schulung und Kundendienst eine löbliche Ausnahme. Die etablierten Uhrenmarken mit ihren Connected Watches können ebenfalls eine grosse Stärke ausspielen: Sie verfügen über ein etabliertes Netz von Fachhändlern, die den Kunden vor und nach dem Kauf kompetent betreuen können.

Abhängigkeiten

Smartwatches, Fitness-Armbänder und Connected Watches sind immer auf das Zusammenspiel mit einem anderen Gerät, in den meisten Fällen ein Smartphone, angewiesen. Das wird sich auch in Zukunft nicht so schnell ändern, auch wenn Smartwatches eine eigene Mobilfunk-Fähigkeit integriert bekommen.

Fitness-Armbänder

Wer sich für ein Modell interessiert, sollte in erster Linie prüfen, ob sein Smartphone kompatibel ist. Hersteller von Fitness-Armbänder bringen ihre eigenen Apps mit, welche auf dem Smartphone installiert werden müssen. Die meisten Armband-Hersteller stellen Apps für iOS und Android bereit, denn sie wollen für ihre Geräte eine möglichst grosse Nutzerbasis ansprechen. Besitzer von Windows-Smartphones sind da fast immer im Hintertreffen. Zudem gibt es eine Vielzahl von Fitness-Apps von weiteren Anbietern.

Smartwatch

Bei Smartwatches ist die Situation etwas unübersichtlicher, denn nicht jedes Modell ist mit jedem Smartphone kompatibel. Hier gibt es zwei mögliche Szenarien:

  • Ich habe ein Smartphone... Welche Uhren sind kompatibel?
  • Ich will eine bestimmte Uhr... Ist sie mit meinem Smartphone kompatibel? Eventuell ist der Kauf eines anderen Smartphones notwendig.

Dass Smartwatch und Smartphone miteinander kompatibel sind um Daten auszutauschen, ist zwingend erforderlich. Auf dem Smartphone wird eine App installiert, welche für folgende Funktionen der Smartwatch verantwortlich ist:

  • Erste Inbetriebnahme und Einrichtung der Uhr
  • Konfiguration im laufenden Betrieb
  • Integrierter Appstore
  • Installation von Apps
  • Aktualisierung von Uhr und Apps
Quelle: Shutterstock

Grundsätzlich verlaufen die Grenzen entlang der beiden grossen Öko-Systeme von Apple (iOS / watchOS) und Android (Android / Android Wear). Eine iWatch von Apple setzt aktuell zwingend ein iPhone als Partner voraus. Wer sich eine Smartwatch kaufen möchte, sollte anhand der oben aufgeführten Szenarien zuerst prüfen, ob beide Geräte miteinander kompatibel sind.

Der Entscheid für eine Kombination aus Smartphone und Smartwatch definiert auch, welche Apps einem zur Verfügung stehen. Denn für App-Entwickler ist es nur attraktiv, für Plattformen zu entwickeln, die auch eine gewisse Verbreitung im Markt haben. Dieser wird aktuell klar von watchOS von Apple bestimmt, gefolgt von Android Wear von Google. Marktforscher IDC gibt bezüglich Marktanteile folgende Zahlen an:

  • watchOS: 61.3 % (2015) / 51.1 % (Prognose für 2019)
  • Android Wear: 15.2 (2015) / 38.8 % (Prognose für 2019)
  • Tizen: 8.2 % (2015) / 2.8 % (Prognose für 2019)
  • Pebble OS: 8.6 % (2015) / 2.6 % (Prognose für 2019)

Drohende Inkompatibilität

Im Zusammenhang mit der Wertigkeit haben wir vom Aspekt der Kurzlebigkeit gesprochen. Wie immer, wenn zwei digitale Geräte miteinander Daten austauschen müssen, kommt es früher oder später zu Inkompatibilitäten. Man kennt dieses Phänomen schon von Smartphones her. Da Smartwatches, Fitness-Armbänder und Connected Watches immer mit einem Partnergerät gekoppelt werden, wird dies sogar noch potenziert.

Probleme mit der Kompatibilität kann es auf drei verschiedenen Ebenen geben: Hardware-Voraussetzungen (Protokoll-Versionen oder neue Technologien), Betriebssystem-Versionen und Apps, die immer auf die neuste Version des Betriebssystems ausgerichtet sind oder nicht mehr weiterentwickelt werden.

Wenn eine Verbindung nicht mehr möglich ist, können bei einem Fitness-Armband keine neuen Messwerte mehr überspielt werden und bei einer Smartwatch können keine Updates von Apps oder dem Betriebssystem mehr durchgeführt werden. Die Kommunikation zwischen Smartwatch oder Fitness-Armband findet eigentlich immer kabellos via Bluetooth oder WLAN statt. Dies leitet uns über zu Fragen der Sicherheit, welcher wir uns im nächsten Abschnitt widmen wollen.

Sicherheit und Datenschutz

Konnektivität zu anderen Geräten

Eine dauernd aktive Bluetooth-Verbindung stellt eine permanent offene Angriffsfläche dar. Bluetooth hat in der Vergangenheit oft bewiesen, dass es nicht sicher ist, gerade wenn man Geräte mit älteren Bluetooth-Standards benutzt. Die Verbindung kann von Hackern als Einfallstor benutzt werden, auch wenn die Reichweite von Bluetooth nur gering ist.

Gerade bei Geräte-Paarungen wie Smartphone-Smartwatch, die ständig aktiv sind, darf man dies nicht ausser Acht lassen. Denn es geht nicht nur um den Moment der Koppelung der beiden Geräte beim ersten Einrichten, sondern auch um den laufenden täglichen Betrieb. Aus Sicherheitsgründen Bluetooth auf dem Smartphone zu deaktivieren ist keine Option.

Verschiedene Hersteller integrieren Zahlungslösungen in ihre Smartwatches, so dass man im Laden nur noch die Uhr ans Lesegerät halten muss um zu bezahlen. Hierbei stehen die Unternehmen aus Sicherheitssicht vor grossen Herausforderungen, um beim Kunden das notwendige Vertrauen zu schaffen.

Überwachung und Privatsphäre

Angesicht der zunehmenden Sensorendichte am Handgelenk stellen sich die Fragen: Wo ist die Grenze zwischen Selbst-Monitoring und Überwachung? Und was passiert mit den aufgezeichneten Daten und wie gut sind sie geschützt? Wer zu Fitness-Zwecken seine Werte aufzeichnet, tut das ja aus freien Stücken, weil er sich davon einen Mehrwert für sein Training oder seine Gesundheit verspricht. Das Problem ist jedoch, dass die kleinen Helferlein am Handgelenk nicht "isoliert" sind, sondern via andere Geräte und Apps vernetzt sind. Schlussendlich kann man nicht nachvollziehen, was mit den Daten gemacht wird, auch wenn sie vielleicht nur anonymisiert ausgewertet werden.

Sensoren auf der Rückseite der Samsung Gear S2.
Quelle: Samsung

Die Geräte- und App-Anbieter – also meistens amerikanische Unternehmen – übernehmen hier bezüglich Datenschutz eine grosse Verantwortung, wenn die Daten auf ihrer Infrastruktur gespeichert werden. Sie nehmen sich aber auch Rechte heraus, was die Auswertung und Weitergabe der Daten betrifft. Denn wo Daten gesammelt werden, werden auch schnell neue Begehrlichkeiten geweckt, diese auszuwerten. Dies können Versicherungen, Behörden oder Pharmafirmen und andere Unternehmen aus der Gesundheitsbranche sein.

Gerade was den Gesundheitsbereich angeht, tragen die App-Entwickler noch eine andere Verantwortung. Ihre Algorithmen zur Datenauswertung müssen so gut sein, dass sie dem Anwender keine falschen Tipps geben oder einen Gesundheitszustand suggerieren, der gar nicht den Tatsachen entspricht.

Fazit: Wie "smart" soll mein Handgelenk sein?

Als Träger ist es wichtig, ob die Geräte seine Erwartungen erfüllen können und er sie als nützlich für seinen Alltag oder einen bestimmten Zweck empfindet. Bei einem Fitness-Armband sind Funktionsumfang und Zweck sehr klar definiert, deshalb sind diese Punkte relativ einfach zu beantworten. Bei einer Smartwatch / Connected Watch ist die Frage nach der Nützlichkeit schwieriger zu beantworten, weil sie vielseitiger sind.

Bleiben wir zuerst bei der Erfüllung von Erwartungen. Im ersten Artikel hatten wir die wichtigsten Anwendungen zusammenfasst, welche potentielle Käufer von einer Smartwatch erwarten.

  • Eingehende Nachrichten (E-Mails, SMS, WhatsApp, Facebook) lesen: Das effektive Lesen von Texten ist auf der Smartwatch nur mehr schlecht als recht möglich, da das Display einfach zu klein ist um die Fülle an Informationen darzustellen. Aber auch eine Reaktion auf die Nachricht zu geben, ist nicht so einfach. Aus unserer Erfahrung nimmt man da lieber schnell das Smartphone nach vorne.
  • Informationen von Fitness-Apps angezeigt bekommen: Einfache Informationen wie Puls oder Anzahl Schritte kann eine Smartwatch ohne Probleme anzeigen. Fitness-Apps sind aber auch meistens auf eine Kombination aus Uhr und Smartphone ausgelegt.
  • Als Navigationsgerät benutzen: Die Daten werden dabei vom Smartphone auf die Uhr gestreamt. Eine flüssige Darstellung auf dem Display der Uhr ist eine Frage der Performance. Im Alltag ist hier das Zusammenspiel zwischen Smartphone und Smartwatch recht praktisch: Wenn man sich von der App navigieren lässt, liegt der Fokus auf der Uhr und nicht auf dem Smartphone. So kann man besser auf die Umgebung achten und aufpassen wohin man läuft.
  • Als "Fernsteuerung" beim Musikhören via Smartphone: Ob das in jedem Fall funktioniert, hängt auch vom Gerät ab. Es kann aber umständlich sein, wenn man auf der Smartwatch immer erst die passende App dafür suchen muss.

Das Lesen und Beantworten von Nachrichten auf der Smartwatch ist nach unserer Erfahrung eine überzogene Erwartungshaltung. Eine Smartwatch ist eine "Verlängerung" des Smartphones ans Handgelenk: Sie überträgt Benachrichtigungen von eingehenden Anruf und Text-Nachrichten bis hin zu Anweisungen einer Navigations-App und kann das auf eine diskretere Art tun, als wenn man selber immer aufs Display des Smartphones schaut. Jedes Vibrieren am Handgelenk ist aber auch eine zusätzliche Unterbrechung oder Ablenkung von dem, was man aktuelle gerade tut. In Zeiten, wo das häufige Aktivieren des eigenen Smartphone bereits als Sucht oder als unhöflich dem Gegenüber gilt, kann man dies als Vorteil oder Nachteil sehen. Dabei wird aber auch deutlich, dass es der aktuellen Smartwatch-Generation an Eigenständigkeit fehlt. Sie ist nicht nur für Einrichtung und Konfiguration von einem anderen Gerät abhängig, sie unterhält auch eine dauernde Verbindung, welche für beide Geräte eine Belastung des Akkus darstellt. Auch aus Security-Sicht ist eine dauernd aktive Verbindung nicht unproblematisch.

Ihren grössten praktischen Nutzen entfalten Smartwatches und Fitness-Armbänder, wenn es um körperliche Aktivitäten und Gesundheit geht. Die Sensoren sind am Handgelenk besser positioniert, als im Smartphone in der Hosen- oder Jackentasche. Und man kann sie problemlos den ganzen Tag tragen, wenn die Körperfunktionen rund um die Uhr aufzeichnen möchte. Die grosse Frage – die nur jeder für sich selber beantworten kann – ist die nach dem Umgang mit der eigenen Privatsphäre und Datenschutz.

Quelle: Shutterstock

Bei der Auswertung der gemessenen Daten spielt eine grosse Rolle, wie gut die programmierten Algorithmen sind und ob individuelle Eigenschaften wie Körpergewicht, Fitness oder Krankheitsbilder berücksichtigt werden. Generell ist der ganze Bereich Gesundheit bei Smartphones und Fitness-Armbändern auf gesunde Menschen, die ihre körperliche Fitness verbessern wollen ausgerichtet. Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck lassen sich damit nach dem aktuellen Stand der Technik (Januar 2016) nicht überwachen. Zudem fehlt den Geräten generell eine Eichung im medizinischen Sinne. Viele Apps und Geräte erlauben das definieren von täglichen Aktivitätszielen. Hier besteht auch ein gewisses Risiko, dass man sich selbst zu sehr damit unter Druck setzt. Verschiedene Fitness-Apps erlauben auch das Veröffentlichen von Trainingsresultaten oder erbrachten Leistungen in einer Community. So kann man sich mit Freunden messen und gegenseitig zu neuen Leistungen oder Zielen motivieren. Solche Geräte können aber auch Ängst wecken, wenn man Medienberichte liest, wonach Versicherungen in Zukunft ihre Leistungen vom Verhalten der Kunden abhängig machen wollen.

Smartwatches sind auch eine neue Möglichkeit der Markenbindung für Unternehmen, die auch Smartphones herstellen. Dies ist umso interessanter, seitdem der Smartphone-Markt gesättigt ist und Neuerungen in den Geräten nicht mehr so gross sind wie noch vor ein paar Jahren. Angesprochen werden primär die bestehenden Kunden und Leute, die bereits Uhrenträger sind. Schwieriger zu gewinnen dürfen diejenigen sein, welche schon seit Jahren keine klassische Uhr mehr benutzen.

Trotz all der hier von uns besprochenen Punkten, gibt es natürlich auch gute Gründe, die für eine solche Uhr sprechen. Uns ist einfach wichtig, dass man nicht überzogene Erwartungen an eine Smartwatch stellt und dann vom aktuell gebotenen Funktionsumfang enttäuscht ist.