Was heisst Network Attached Storage?

Von Hitzestau - 20.12.2013

Inhaltsverzeichnis

An Verfügbarkeit und Verteilung von Daten stellen wir hohe Ansprüche. Es reicht nicht mehr, wenn private Ferienfotos zu Hause oder Projektunterlagen am Arbeitsplatz auf dem Desktop-Rechner gespeichert sind. Wir nutzen eine Vielzahl von Geräten und überall sollen Daten verfügbar sein, um sie zu bearbeiten oder mit anderen zu teilen. Auf die Vernetzung kommt es heute an – und auf Geräte, welche Daten zentral speichern und von überall her verfügbar machen. Der Ort wo Daten gespeichert sind, ist aber auch für Viele entscheidend. Die Frage lautet: Wem vertraue ich meine Daten an?

Eine sehr vielseitig Lösung stellen so genannte NAS-Geräte dar. Die Abkürzung steht für "Network Attached Storage" – was soviel bedeutet wie direkt im Netzwerk angeschlossener Speicher. Im Gegensatz zu Cloud-Diensten stehen NAS-Geräte zu Hause oder im Serverraum eines Unternehmens.

NAS-Systeme sind für private Heimanwender genau so interessant wie für Unternehmen.
Archangel von hitzestau

Grundlagen

Ein NAS-Gerät unterscheidet sich grundlegend von zusätzlichen internen oder externen Festplatten. Es ist ein eigenständiges Gerät, das direkt ins Netzwerk eingebunden ist. Das NAS stellt Daten für alle Nutzer bereit und kann je nach Hersteller verschiedene andere Dienste anbieten.

Quelle: Wikipedia

Je nach Anzahl Festplatten unterscheiden sich NAS-Geräte in der Grösse. Unten abgebildet seht Ihr die DS214+ von Synology mit zwei Festplatten. Meistens kann man über USB oder andere Schnittstellen weitere Geräte anschliessen.

Quelle: Synology

NAS-Systeme müssen in der Lage sein, Zugriffsrechte für im Netz eingetragene Nutzer zu berücksichtigen. Persönliche Daten sollen beispielsweise nur einem einzigen Nutzer zugänglich sein. NAS-Geräte immer mit einem eigenen Betriebssystem ausgestattet, um die Funktionen und Dienste überhaupt bereitstellen zu können. Genauso wie ein Computer verfügen NAS-Geräte über einen eigenen Prozessor und Arbeitsspeicher. Geräte mit mehreren Festplatten unterstützen auch die Konfiguration der Platten in einem RAID oder JBOD (Wikipedia).

NAS-Geräte werden als Komplett-Lösung angeboten. Die Suche nach geeigneten Hardware-Komponenten, die zueinander kompatibel sind, entfällt.
Monk-Trader von hitzestau

Anwendungsbereiche

Der moderne Multimedia-Haushalt ist voll vernetzt. Es gibt kaum noch Player, Receiver oder TV-Geräte, die ohne einen Netzwerkanschluss auf den Markt kommen. Über diese Schnittstelle lassen sich Video-, Audio- oder Foto-Streams direkt abspielen – ohne Umweg über Datenträger wie USB-Sticks oder Festplatten. Ein NAS kann alle Geräte vom Tablet bis zum Fernseher mit Multimedia-Inhalten versorgen. Aber auch der umgekehrte Weg ist sinnvoll: Ein genügend grosses NAS kann auch als Backup-Speicher für die im Haushalt stehenden Computer dienen.

Das NAS liefert die Gutenachtgeschichte...
Quelle: Samsung

Gemeinsame Familienfotos, auf die mehrere Familienmitglieder zugreifen wollen, sind sicher auch ein gutes Anwendungsbeispiel. Man will Bilder nicht nur am Desktop bearbeiten können, sondern danach auf dem Tablet im Wohnzimmer den Freunden zeigen können, ohne alle Daten vom einen auf das andere Gerät kopieren zu müssen.

Mit einem NAS-Gerät zu Hause lässt sich auch eine so genannte "Private Cloud" aufbauen. Das tönt zwar ein bisschen nach abgedroschener Marketingphrase, die Möglichkeit Daten auf externen Servern zu speichern gibt es schon lange. Aber ein NAS kann eine sinnvolle Alternative zu den verschiedenen Synchronisations- und Backupdienste sein, die von den unterschiedlichsten Herstellern angeboten werden. Zu diesem Zweck lässt sich das NAS so einrichten, dass es auch von ausserhalb via Internet erreichbar ist.

In einem Unternehmen, wo meistens mehrere User auf ein NAS zugreifen, steigen die Anforderung bezüglich Hardware-Performance und Dienste, die das NAS bereit stellen muss. Die Grundidee des NAS als Fileserver im Unternehmens-Netzwerk ist aber genau dieselbe wie zu Hause. Statt Fotos und Musik sind es Daten aus der Administration, Präsentationsunterlagen oder Projektdokumentationen, die zentral verfügbar sein sollen.

Zentrale Verfügbarkeit von Daten ist wichtig für den Geschäftserfolg.
Quelle: Samsung

Das NAS wird in die bestehende Server-Infrastruktur integriert und kann ausser als Fileserver für Backups, als Druckerserver oder als Verzeichnisdienst genutzt werden.

NAS-Systeme gibt es auch als Rack-Lösung
Quelle: Synology

Vorteile

Ohne alle Anwendungsbereiche nochmals aufzählen zu wollen, kann man die Vorteile einer NAS-Lösung wie folgt zusammenfassen:

  • Speicherplatz / Storage
  • Zusätzliche Dienste
  • Daten sind im Netzwerk verfügbar
  • Ausgabe auf unterschiedliche Endgeräte möglich
  • Vermeidung von Insellösungen
  • Kontrolle über den Standort

Markt

Es gibt verschiedene Hersteller auf dem Markt, zu den wichtigsten gehören Synology und QNAP. Was meistens separat beschafft werden muss, sind die Festplatten. Hersteller wie Seagate und Western Digital bietet unterdessen spezielle NAS-Platten an, die laufruhig und für einen 24-Stunden Betrieb ausgelegt sind. Deshalb sollte man beim Kauf darauf achten, NAS-taugliche Platten zu wählen.

Ausblick

Im kommenden Jahr werden wir uns das Thema NAS vertieft anschauen und dann als Einstieg den Disk Station Manager von Synology näher vorstellen.