Review

Samsung Galaxy Note 4 mit Android Lollipop

Von Hitzestau - 02.03.2015

Inhaltsverzeichnis

Das Samsung Galaxy Note 4 ist ein Beweis, dass man Gutes noch besser machen kann. Wir präsentieren hier einen Langzeit-Erfahrungsbericht. Aktuell wird die neuste Android-Version 5.0 "Lollipop" für das Galaxy Note 4 ausgeliefert, so dass wir hier nicht nur auf das Gerät selber eingehen werden, sondern auch auf ein paar Neuerung, die mit Android Lollipop gekommen sind. Schon mit dem Vorgänger Note 3 hatten wir sehr gute Erfahrungen bezüglich Handhabung und Vielseitigkeit gemacht.

Schauen wir uns das Gerät zuerst mal von aussen an:

Samsung Galaxy Note 4

Alles ums Gerät

Beim Design des Gehäuses setzt Samsung im grossen und ganzen auf den Look, wie man ihn vom Note 3 her kennt. Der Rand besteht neu aus einem Metallrahmen, der das Glas des Display direkt einfasst. Die Rückseite besteht aus Kunststoff und hat eine lederartige Oberfläche. Hier befinden sich Kamera und Pulsmesser.

Rückseite Samsung Galaxy Note 4
Samsung Galaxy Note 4 im Profil

Der Powerknopf ist auf der rechten Seite im Metallrahmen eingelassen, links sitzen die Knöpfe für die Lautstärke. Der Kopfhöreranschluss befindet sich oben. Unten des Display ist der Home-Button, der ebenfalls aus Metall ist und einen Fingerabdruckscanner integriert hat. Die beiden anderen Android-typischen Knöpfe links und rechts davon sind als Touchbedienung direkt ins Display-Glas integriert, welches die ganze Front abdeckt. Im unteren Rand rechts steckt der S-Pen, der sich mit dem Finger herausziehen lässt.

Der Deckel auf der Rückseite lässt sich abnehmen und gibt den Blick auf SIM-Karte und Akku frei.

Samsung Galaxy Note 4: offene Rückseite mit SIM-Karte, S-Pen und Akku

Zudem bietet Samsung immer noch die Möglichkeit, den Speicher des Note 4 mit einer SD-Karte zu erweitern. Der Akku ist wechselbar.

Das Note 4 verfügt über ein 5,7 Zoll Display, was genau der Grösse seines Vorgängers entspricht. Die Gehäusegrösse hat sich nur minimal verändert.

Technische Eckdaten

  • Prozessor: Snapdragon 805 SoC mit 2,7 GHz Quad-Core CPU und Adreno 420 GPU
  • Speicher: 3 GB RAM/ 32 GB interner Speicher
  • Speicherweiterung: microSD Steckplatz (bis zu 64 GB)
  • Akku: Li-ion 3.220 mAh, Schnelles Aufladen
  • Display: 5,7 Zoll Quad HD Super AMOLED (2.560×1.440)
  • Kamera: 16 Megapixel Autofokus Kamera mit Smart OIS / Front: 3,7 Megapixel Kamera mit F1.9
  • SIM-Karte:Micro-SIM
  • Betriebssystem: Android 4.4.4 mit Samsung TouchWiz Oberfläche / Update auf Android 5 Lollipop
  • Abmessungen: 153.5 x 78.6 x 8.5 mm
  • Gewicht: 176 Gramm

Handhabung

Haptik und Display

Der Metallrahmen macht das Galaxy Note 4 sehr griffig, es liegt auch trotz seiner Grösse gut in der Hand, wenn man es mit dem S-Pen bedient. Alle Knöpfe lassen sich gut erreichen. Und egal ob man das Gerät im Hoch- oder im Querformat nutzt, es liegt einfach gut und sicher in der Hand. Im Vergleich zum Note 3 fühlt es sich dünner an, obwohl es minimal dicker geworden ist (Note 3: 8.3 mm / Note 4: 8.5 mm). Die geringe Gewichtszunahme von acht Gramm fällt sozusagen "nicht ins Gewicht" – auch bei längerer und intensiver Nutzung.

Das 5,7-Zoll-Super-AMOLED-Display bietet eine QHD-Auflösung von 2560 mal 1440 Pixel. Das entspricht einer hohen Pixeldichte von 515 ppi. Die Farbdarstellung ist AMOLED-typisch etwas übersättigt. Die Schwarzwerte und damit auch Kontraste sind bei der OLED-Anzeige klar besser als bei LCDs. Da bei AMOLEDs keine flächendeckende Hintergrundbeleuchtung nötig ist und jeder selbstleuchtende Pixel einzeln angesteuert werden kann, wirken schwarze Flächen auch wirklich schwarz.

Die maximale Helligkeit des Galaxy Note 4 ist etwas höher als bei seinem Vorgänger und bei hellen Sonnenlicht lassen sich die Anzeigen gut erkennen. Um die Qualität eines eben geschossenen Fotos zu überprüfen, dreht man sich aber doch lieber in den Schatten.

Akku

Die Akkuleistung des Note 4 ist uns sehr positiv aufgefallen. Auch bei regelmässiger und intensiver Nutzung über den Tag hindurch, hält der Akku gut durch. Zudem hat Samsung eine Schnelllade-Technik verbaut, mit dem mitgelieferten Netzteil baut der Akku 50% Ladung in nur rund 30 Minuten auf. Das ist sehr praktisch, vor allem wenn es mal wirklich schnell gehen soll. Irgendwann geht auch der stärkste Akku zu Ende, für diesen Fall verfügt auch das Note 4 über einen Ultra-Power-Saving-Mode, wie er auch schon im Galaxy S5 steckt.

Fingerabdruck-Scanner

Das Note 4 ist das erste Modell der Note-Baureihe, das einen integrierten Fingerabdruckscanner hat. Mit dem Scanner des Galaxy S5, welches wir letztes Jahr ebenfalls vorgestellt hatten, waren unsere Erfahrungen nicht so gut gewesen. Es brauche meistens mehrere Anläufe, um das Telefon zu entsperren. Beim Note 4 ist das nicht mehr der Fall, der Fingerabdruckscanner wurde deutlich verbessert. Das Entsperren des Geräts per Fingerscanner ist wirklich sehr komfortabel und einfacher, als jedesmal einen Code einzugeben.

Fingerprintscanner einrichten unter Android Lollipop
Fingerprintscanner einrichten unter Android Lollipop
Fingerprintscanner einrichten unter Android Lollipop

Pulsmesser

Unterhalb der Kamera ist auf der Rückseite der Pulsmesser untergebracht. Er kann aus der vorinstallierten S Health App heraus aktiviert werden. Ausser dem Puls kann man mit ihm auch den Sauerstoffgehalt des Blutes messen. Auf das Thema Gesundheit und Smartphone gehen weiter unter nochmals ein.

Android Lollipop

Auf unserem Samsung Galaxy Note 4 läuft seit kurzem Android 5 "Lollipop". Wie immer bei Android ist Verteilung der Updates stark anhängig von Gerät, Land und Provider. Auf unsere Gerät läuft der Lollipop ohne Ruckeln und Stottern. Scrollen oder das Hin- und Wählen zwischen Apps gehen absolut flüssig, so wie wir es bis anhin auch gewöhnt waren. Samsung hat beim Note 4 natürlich wieder seine TouchWiz-Oberfläche drübergelegt. Zwei Dinge sind uns beim Benutzen sofort aufgefallen. Das neue Lollipop-Design nennt sich "material" und auch bei den Benachrichtigungen auf dem Frontscreen hat sich einiges getan. So werden in den Benachrichtigungen keine Textausschnitte nicht mehr angezeigt.

Wer sich im Detail über alle Neuerungen informieren möchte, die in Lollipop stecken, dem empfehlen wir die offizielle Android-Webseite.

hitzestau-samsugalaxynote4-androidlollipop

Einen interessanten Vergleich, auch wenn er vom Galaxy Note 4 etwas wegführt, ist der Artikel auf phonearena.com mit einer direkten Gegenüberstellung des "Stock Androids" / TouchWiz / HTC Sense und der UI von LG.

hitzestau-samsugalaxynote4-androidlollipop-comparision

Hier noch ein paar eigenen Beispiele von unserem Samsung Galaxy Note 4:

Sperrbildschirm mit Schrittzähler und alternativem Passwort zum Fingerscanner
Benachrichtigungen ohne Inhalte-Ausschnitt
Startbildschirm
Schnelleinstellungen

Features und vorinstallierte Apps

Samsung ist bekannt dafür, seine Smartphones mit sehr vielen Features vollzupacken und viele Apps vorzuinstallieren. Das ist nicht jedermanns Geschmack, wir installieren eigentlich lieber gezielt das aus dem Play Store, was wir auch wirklich brauchen. Anderseits lernt man so manchmal neue Apps kennen, die man sonst nie angeschaut hätte. Allerdings bemüht Samsung sich "den Feature-Overkill in der jüngsten Zeit etwas zurückzufahren und versucht seine Oberfläche einfacher zu halten und dennoch viele Einstellungsmöglichkeiten zu bieten," wie auch die Tester von CNET festgestellt haben.

Multi-Window zur gleichzeitige Verwaltung von mehreren Applikationen auf einem einzigen Bildschirm gehört immer noch den speziellen Bedienungsfeatures. Der News-Dienst Flipboard gehört zu den vorinstallierten Diensten, er nimmt die ganz linke Seite des Homescreens ein.

S Health

Die Gesundheits-App S Health ist auch auf dem Note 4 vorinstalliert. Erfassen und Speichern von persönlichen Gesundheitsdaten auf dem Smartphone ist ein schon länger anhaltender Trend, den wir nicht nachvollziehen können und der unserer Meinung nach nicht zu einem Business-Smartphone passt. Wer ernsthaft auf seine Gesundheit achten will, wird sich dafür im Fachhandel zertifizierte Puls- oder Blutdruckmesser besorgen. Neben dem Pulsmesser greift die S Health auch auf andere im Gerät verbauten Sensoren zu, um beispielsweise die Anzahl Schritte aufzuzeichnen. Daten von Wearables kann sie ebenfalls empfangen. Damit ist sie ein Verbraucher im Hintergrund, der ständig Akku-Leistung beansprucht.

S-Pen

Die Kombination Smartphone mit integriertem Stift wird nur von wenigen Herstellern angeboten. Den S-Pen der Note-Modelle von Samsung haben wir in unserem Beitrag über das Galaxy Note 3 bereits ausführlich vorgestellt. Für das Note 4 hat Samsung den S-Pen etwas überarbeitet, das grundlegende Bedienungskonzept ist aber immer noch dasselbe.

Grundsätzlich lässt sich das gesamte Smartphone ohne S-Pen bedienen, aber er unterstreicht sicher den Anspruch des Note 4, ein Business-Smartphone zu sein. So sind die S-Pen spezifischen Apps auf das Erstellen von Notizen ausgelegt. Aber auch für grafische Anwendungen, wie das Erstellen von Skizzen und Zeichnungen, ist er prädestiniert. Der S-Pen ist sehr fein – dünner als handelsübliche Kugelschreiber oder Stifte – und seine Handhabung erfordert etwas Übung, vor allem wenn man auch noch die integrierte Kontext-Taste benutzen will.

Samsung Galaxy Note 4 mit S-Pen

Die wichtigste App für den S-Pen ist immer noch S Note. Sie dient zum Anlegen von Notizen und bietet zahlreiche Möglichkeiten wie verschiedene Stifte, Farben und Liniengrössen. Zudem man mit der neuen Funktion Snap Note (Fotonotiz) Notizen aus Bildern anfertigen. Bilder, die man zum Beispiel von Seiten aus Zeitungen macht, zerlegt die App in separate Elemente, die einzeln bearbeitet und mit Zusatzbemerkungen versehen werden können.

S Note: Bild als Fotonotiz erfassen
S Note: Fotonotiz bearbeiten

Zusammenfassend gesagt, Samsung liefert rund um den S-Pen ein paar interessante Funktionen, die im Zusammenspiel mit dem Stift einen echten Mehrwert darstellen.

_"Aber gerade wenn es ums Notizen machen geht, haben Insellösungen, bei denen die Daten nur auf dem Smartphone gespeichert sind, nur einen begrenzten praktischen Wert im Alltag. Die wichtigste und universellste Notizen-App für mich ist und bleibt OneNote." _
Archangel von hitzestau.com

Deshalb schauen wir uns im Folgenden an, wie man den S-Pen in Verbindung mit OneNote nutze kann.

S-Pen und Microsoft OneNote

Um den S-Pen im Zusammenspiel mit OneNote zu verwenden, gibt es zwei Möglichkeiten:

Samsung Galaxy Note 4 mit S-Pen

Erstens kann man direkt im Freihand-Modus in OneNote schreiben und so ein paar Notizen erfassen. OneNote erkennt, ob man mit dem S-Pen oder mit der Tastatur schreiben möchte: Nähert man sich dem Display mit dem Finger, wird automatisch die Tastatur eingeblendet.

Text schreiben im OneNote mit dem S-Pen
Text schreiben im OneNote mit der Tastatur

Wenn man OneNote synchronisiert, kann man die Notiz direkt am Desktop-Rechner weiterbearbeiten. Der Freihand-geschriebene Text lässt in Text konvertieren, was auch ganz gut klappt, wenn man sich beim Schreiben auf dem Note 4 etwas Mühe gegeben hat.

Die zweite Variante ist, die globale Funktion "Senden via..." zu nutzen, und dort als Ziel "zu OneNote hinzufügen" auszuwählen. Auf diesem Weg lassen sich alle Inhalte, die man beispielsweise in S Note gespeichert hat, ins OneNote übertragen.

Kamera

Wie schon beim Galaxy S5 präsentiert Samsung auch beim Note eine überarbeitete und aufgeräumte Kamera-App. Die meisten bisherigen Motiv-Programme werden von der Automatikeinstellung abgedeckt. Als verschiedene Modi stehen neben der Automatik noch Selektiver Fokus, Panorama, Zeitlupe und Zeitraffer zur Verfügung. Je nach Modus kann für jede Aufnahme HDR aktiviert oder deaktiviert werden.

Leider hat sich die App bei uns häufig ohne Vorwarnung geschlossen bzw. ist abgestürzt. Auch unter Lollipop ist das nicht besser geworden. Gerade was die Stabilität betrifft, wäre es zu wünschen, dass Samsung Zeit in die Verbesserung der Kamera-App investiert. Die App hatte sich bei uns schon beim Galaxy S5 nicht als sehr zuverlässig erwiesen – es gibt nichts ärgerlicheres, als wenn einem der beste Schnappschuss durch die Lappen geht, weil gerade die App abgestürzt ist.

Mit verschiedenen Lichtsituationen kommt die Kamera-App gut zu Recht, wie man hier auf unseren Testaufnahmen sehen kann.

Testbild mit Samsung Galaxy Note 4
Testbild mit Samsung Galaxy Note 4
Testbild mit Samsung Galaxy Note 4
Testbild mit Samsung Galaxy Note 4
Testbild mit Samsung Galaxy Note 4
Testbild mit Samsung Galaxy Note 4
Testbild mit Samsung Galaxy Note 4
Testbild mit Samsung Galaxy Note 4
Testbild mit Samsung Galaxy Note 4

Aber auch bei unserer Arbeit an unseren Projekten und für die Backstage-Berichterstattung hat uns das Note 4 gut unterstützt, wie man hier sieht:

Zusammenbau der SLI-Verschlauchung mit zwei Grafikkarten
Material liegt bereit für eine Fotosession mit dem Ausgleichsbehälter und blauer Flüssigkeit

Das neue Android Lollipop ermöglicht auch das Aufnehmen von Bilder als RAW, also als unkomprimiertes "digitales Negativ". Aktuell sind mit dem Galaxy Note 4 keine RAW-Aufnahmen möglich, es gibt bis jetzt generell nur wenige Android-Geräte, welchen diesen Funktionsumfang unterstützen. Es wäre sehr schön, wenn Samsung die Kompatibilität des Note 4 entsprechend erweitern würde. Aber auch ohne RAW macht die Kamera des Note 4 für ein Smartphone erstklassige Bilder, wie wir es auch von den Samsung-Modellen der vergangenen Jahre gewohnt sind.

Fazit

Das Samsung Galaxy Note 4 ist eine sehr gute Weiterentwicklung des Vorgängers Note 3. Die optischen Neuerungen beim Note 4 gefallen uns sehr gut, der Metallrahmen und die abgewinkelte Einfassung des Display sind sehr schön verarbeitet und sehen deutlich besser aus als die Rillen beim Note 3. Für die abnehmbare Rückseite und den wechselbaren Akku hat Samsung ein explizites Lob verdient. Dies ist ein Feature, das nur bei wenigen anderen Hersteller findet. Bei der Kamera wünschen wir uns neben mehr Stabilität auch die Funktion für RAW-Aufnahmen.

Das Note 4 ist ein extrem vielseitig einsetzbares Smartphone, das den User in vielen Situationen unterstützen kann. Das reicht vom einfachen Surfen und Telefonieren bis hin zu mehr Business-orientierten Anwendungen rund um S Note oder kreativen Aufgaben, für die der S-Pen als zusätzliches Eingabegerät zur Verfügung steht. Das Note 4 spricht Manager genauso an wie kreative Gestalter – und auch wenn man das Gerät längere Zeit nutzt, entdeckt man immer wieder neue Funktionen oder Einsatzmöglichkeiten. Dank der Displaygrösse, dem S-Pen und den vorinstallierten Apps eignet sich das Note 4 nicht nur zum Konsum digitaler Inhalte, mit ihm ist auch echte Produktivität möglich.

Zu Produktivität und Vielseitigkeit verweisen wir nochmals auf unsere Beiträge zum Galaxy Note 3: Kompaktes Office in der Tasche / S Pen – der Zauberstift / Fotografisches Notizbuch

Das Samsung Galaxy Note 4 ist in der Schweiz in den Farben "Charcoal Black", "Frost White", "Bronze Gold" und "Blossom Pink" erhältlich. Hier zum Abschluss eine kleine Galerie mit den offiziellen Bildern vom Hersteller:

Samsung Galaxy Note 4 Charcoal Black
Samsung Galaxy Note 4 Frost White
Samsung Galaxy Note 4 Bronze Gold
Samsung Galaxy Note 4 Blossom Pink