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Review zum ASUS Transformer Pad TF701T

Von Hitzestau - 05.12.2013

Inhaltsverzeichnis

Eigentlich hatten wir uns auf unseren Kurztest mit dem neuen ASUS Transformer Pad TF701T gefreut. Es war das erste Android-Tablet, das wir näher anschauen konnten. Mit dem Betriebssystem selber hatten wir bisher bei unseren Smartphones recht gute Erfahrungen gemacht. Aber um es gleich vorweg zu sagen: Das Transformer Pad hat unsere Erwartungen nicht erfüllt.

Auf verschiedenen Review-Seiten liest man recht positive Berichte über das Gerät. Als wir es zum ersten Mal aus der Schachtel genommen haben, macht es einen recht interessanten Eindruck, obwohl es überraschend schwer ist. Mit angedockter Tastatur benutzt sich das Transformer Pad wie ein Notebook mit Trackpad. Nimmt man die Tastatur ab, hat man ein Tablet in der Hand. So weit, so gut. Das Surface von Microsoft verfolgt ein ähnliches Konzept, dementsprechend gespannt waren wir darauf, wie ASUS dies umgesetzt hatte.

Quelle: ASUS

Erster Eindruck

Als erstes haben wir das Setup durchgeführt. Wie wir schnell gemerkt haben, sieht das Android auf der Transformer Pad anders aus, als wir es bisher von unserem Samsung Geräten her kannten. Das liegt daran, dass ASUS hier keine eigens entwickelte Oberfläche benutzt.

Das recht hohe Gewicht war uns ja schon aufgefallen, zudem fühlt sich das Gerät recht dick an. ASUS verwendet für Tablet und Tastatur unterschiedliche Materialen, was nicht gerade den Eindruck erweckt, ein Gerät aus einem Guss in den Händen zu halten. Die Rückseite des Tabletteils ist zwar aus Aluminium gefertigt, trotzdem wirkt es nicht gerade sehr stabil. Hält man es fest in beiden Händen, knirscht es unangenehm, wenn man es etwas drückt. Optisch fällt einem der dicke Rand auf, der nicht mehr ganz zeitgemäss wirkt. Die Tastatur ist aus Kunststoff, wirkt aber robust und hat auch für sich alleine gesehen ein überraschend hohes Gewicht (570 g). Das liegt daran, dass im Tastaturteil ebenfalls ein Akku verbaut ist. Das Gewicht hat aber auch einen Vorteil: Es gibt dem Transformer Pad, wenn man es als Notebook auf dem Tisch benutzt, einen stabilen Stand. Das Scharnier, welches beide Teile miteinander verbindet, geht recht schwer. Der Mechanismus, mit dem das Tablet in der Tastatur einrastet, wirkt recht solide. Um das Tablet von der Tastatur zu trennen, muss man es entriegeln. Die Gefahr, dass sich beide Teile unbeabsichtigt voneinander trennen, dürfte also relativ klein sein. Die Kehrseite des Scharniers ist aber wiederum, dass die Scharnieröffnungen beim Halten stören, wenn man das Tablet alleine benutzt und hochkant in beiden Händen hält.

Quelle: ASUS

Einrichtung

Davon haben wir uns nicht abschrecken lassen und mal unsere Userkonten eingerichtet, um das Tablet benutzen zu können. Da wir das Transformer Pad auf Grund der uns zur Verfügung stehenden Zeit nicht wirklich in unseren Alltag integrieren und nutzen konnten, wie es eigentlich unser Anspruch an uns selbst ist, fassen wir im Folgenden unsere Eindrücke zusammen.

Interessant ist, dass das Transformer Pad Multiuser-fähig ist. Das ist für Mobilgeräte bis heute keine Selbstverständlichkeit.
Monk-Trader von hitzestau

Tastatur und Trackpad

Als dann alles soweit eingerichtet war, haben wir ganz einfach probiert mit der Notizen-App einen Text zu schreiben. Die Tastatur ist recht klein, aber das Transformer Pad ist ja auch ein 10 Zoll-Tablet und kein vollwertiger Notebook.

Beim Schreiben kommt einem das Trackpad immer wieder mal in die Quere, aber es gibt eine Taste um es zu deaktivieren.
Archangel von hitzestau

Ob das Trackpad gerade aktiv oder ausgeschaltet ist, wird allerdings nirgends angezeigt. Die Tasten "Backspace" und "Ausschalten" liegen etwas ungünstig dicht beieinander, da kann es schon mal vorkommen, dass man das Gerät unbeabsichtigt ausschaltet.

Quelle: ASUS

Auch wenn die Tastatur recht stabil wirkt, kann sie sich durchbiegen, wenn man beim Schreiben die Handauflage benutzt. Zudem ist die Tastatur recht laut, wenn man das Transformer Pad auf dem Tisch benutzt. Das kann daran liegen, dass die Tastatur nicht flach auf der Tischfläche aufliegt, sondern wegen dem Scharnier angewinkelt ist und der Hohlraum darunter wie ein Resonanzkörper wirkt.

Die Zeigergeschwindigkeit des Trackpad lässt sich in den Einstellungen (Nutzer / Sprache&Eingabe) langsamer einstellen, so dass es nicht mehr ganz so fummelig wirkt. Trotzdem ist es gewöhnungsbedürftig, unter Android überhaupt einen Cursor zu haben. Genauso lassen sich den Trackpad-Tasten verschiedene Funktionen zuweisen.

Quelle: ASUS

Bisher hielt sich unsere Begeisterung bezüglich der Äusserlichkeiten in Grenzen. Also wollten wir herausfinden, was an Leistung in der Gerät steckt...

Geschwindigkeit und Leistung

Das Transformer Pad irritiert seinen Nutzer mit einem sehr inkonsistenten Verhalten. Es kann einerseits auf Eingaben sehr schnell reagieren und Webseiten zügig darstellen, aber es lässt sich durch mehrfaches Drehen sehr schnell "aus dem Konzept bringen", dann ist es mit einer flüssigen Darstellung von Apps oder einem animierten Hintergrundbild schnell vorbei. Mit dem Abspielen von mkv-Videos hat das Transformer Pad ebenfalls seine Mühe: Die installierten Player spielen die Files zwar flüssig ab, aber es kann zu Problemen mit der Tonspur kommen. Der VLC-Player bringt dann zwar den Ton, kommt aber bei der Bilddarstellung ins Stottern. Zudem haben wir festgestellt, dass das Tablet in der linken oberen Ecke dabei unangenehm warm wird.

In den letzten Monaten haben wir mit dem Samsung Galaxy S4 oder dem Galaxy Note 3 feststellen können, dass Geräte mit Android problemlos durch flüssige Darstellung überzeugen können.

Auch bezüglich Leistung – zum Beispiel eine flüssige Darstellung von Betriebssystem und Apps – hat uns das Transformer Pad enttäuscht. Die bei längerer Nutzung zunehmenden Abstürze oder komplettes "Einfrieren" des Geräts tragen ebenfalls nicht positiv zu unserem Gesamteindruck bei. Auch die Systemkomponenten von Android wie etwa die Anzeige der Lautstärke (Overlays), wirken sehr träge. Unterm Strich scheint Android auf das Transformer Pad nicht gerade rund zu Laufen. Ob das am Tegra 4-Prozessor oder an fehlenden Code-Anpassungen im Android liegt, können wir nicht mit Sicherheit sagen.

Quelle: ASUS

Unterwegs mit dem Transformer Pad

Ein Anwendungsbereich, für den wir schon länger ein passendes Gerät suchen, ist das Fotografieren draussen, wo keine Steckdose und schon gar kein Desktop-PC um die Ecke zu finden sind. Das Transformer Pad verfügt im Tastatur-Teil über einen SD-Slot. Auf Grund unserer Erfahrung kommen wir zum Schluss, dass dieser eher als Wechseldatenträger im Sinne einer Speichererweiterung gedacht ist und weniger um RAW-Dateien von einer DSLR-Kamera anzuzeigen. Android 4.2 selber kann RAW-Files überhaupt nicht darstellen, möglich wird dies nur mit einer zusätzlichen App.

Nicht vergessen dürfen dabei natürlich die Akku-Leistung: Tastatur und Tablet verfügen beide über einen Akku und lassen sich getrennt aufladen, sie verfügen dazu über separat Kontrolleuchten. Zum Aufladen muss man in jedem Fall das mitgelieferte Netzteil benutzen, der USB-Anschluss eines Computers reicht dazu nicht aus. Die Datenübertragung zum PC funktioniert jedoch wie gewohnt bei Android-Geräten via USB und Windows-Explorer/Mac Finder. Wenn man grössere Datenmengen kopieren will, sollte man vorher den Ladestand des Akku überprüfen.

Die Akkulaufzeit wird von ASUS für das Tablet mit 13 Stunden angegeben. Dies können wir zwar aus unserer Erfahrung nicht bestätigen, aber uns ist aufgefallen, dass das Transformer Pad im Standby-Modus recht viel Strom verbraucht und auch bei Nichtbenutzung der Akku recht schnell leer wird.

Beim WLAN verzichtet ASUS auf den AC Standard, was für ein neu auf den Markt gekommenes Gerät unverständlich ist. Bei unseren Tests blieb die Geschwindigkeit immer unter 40Mbps, was unserer Meinung nach nicht überragend schnell und damit nicht mehr ganz zeitgemäss ist.

Technische Spezifikationen

  • Gewicht: 1135 g (Tablet alleine: 585 g)
  • Abmessungen: 263 x 180.8 x 18.9mm (Tablet alleine: 263 x 180.8 x 8.9 mm)
  • Display: 10.1″ LED Backlight WQXGA (2560 x 1600), IPS Panel
  • OS: Android 4.2
  • Akku: Tablet: 31Wh Li-polymer Battery / Tastatur: 16Wh Li-polymer Battery
  • Prozessor: NVIDIA Tegra4 Quad-Core, 1.9 GHz
  • Speicher: 2 GB Storage: 32 GB
  • Anschlüsse Tablet: 1 x Micro HDMI / 1 x Kopfhörer-Mikrophon (3.5mm) / 1 x MicroSD (SDHC/SDXC) Anschlüsse Tastatur: 1 x USB 3.0 / 1 x SD Card Reader

Fazit

Das ASUS Transformer Pad TF701T hat uns nicht überzeugt. Es will ein Notebook und ein Tablet sein. Wirklich gut umsetzen tut es beides nicht und hinterlässt bei uns einen ungenügenden Gesamteindruck. Dies liegt einerseits an dem billig wirkenden Gehäuse und andererseits an der trägen Performance, wenn man das Gerät benutzt. Verwendete Materialen mögen ja Geschmackssache sein, aber ein rundlaufendes Betriebssystem ist absolute Grundvoraussetzung für ein alltagstaugliches Gerät.

Wir können andere Reviewer nicht ganz verstehen, wenn sie das Transformer Pad als "iPad Killer" hinstellen. Unsere Erfahrungen stehen dem diametral gegenüber. Auch wenn wir das Transformen Pad länger hätten testen können, dürfte sich unserem Fazit kaum etwas geändert haben. Es hätte höchstens das Risiko bestanden, dass wir mit der Zeit die Mängel als spezielle Eigenschaften akzeptiert hätten.

Hier muss ASUS nochmal kräftig über die Bücher, andere Hersteller zeigen mit ihren Geräten was heute machbar ist. Dementsprechend hängt die Messlatte weit oben und ASUS hat auch schon bewiesen, dass sie Tablets bauen können.

Trotzdem sind wir sehr froh, dass wir die Gelegenheit hatten, das Gerät näher anzuschauen, denn wir sind jetzt um ein paar Erfahrungen reicher. Wir danken ASUS für die Bereitstellung des Testgeräts.