Red Devil

Einbau der neuen Hardware

Von Hitzestau - 03.10.2014

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

Unser letzter Bericht ist schon eine Weile her, aber wir waren in den vergangen Wochen auch noch mit vielen anderen Themen und Dingen beschäftigt, wie Ihr bei uns auf dem Blog nachlesen könnt. Unter anderem haben wir ein Fotoshooting mit GPU-Blöcken von Watercool vorbereitet. Aktuell arbeiten wir immer noch daran, kleine Backstage-Berichte findet Ihr ebenfalls bei uns auf dem Blog.

Jetzt geht es hier weiter mit den Red Devil-Berichten. Unterdessen hat es ein paar geplante wie ungeplante Umbauten an unserem System gegeben, höchste Zeit also, Euch auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen.

Mit dem Einbau des Cooler Master Eisberg 240L haben wir sozusagen "Schiffbruch" erlitten. Wie wir schon geschrieben hatten, haben wir am nächsten Tag ein neues Mainboard und einen neues CPU beschafft, da wir den PC zügig wieder in Betrieb nehmen wollten. Entschieden haben wir uns für ein Board von Gigabyte (Z97N-WiFi) und einen CPU von Intel (i7 4790K), was auch eine Architekturwechsel gegenüber dem alten Board entsprach, also von Z77 auf neu Z97.

Dann ging’s ans Planen der Wasserkühlung... wie schon gesagt, wir wollten ein System aus Komponenten zusammenbauen, die wir noch zu Hause hatten. Das meiste stammte aus unserem ersten System "hitzestau one", welches wir beim Zusammenbau unseres Bench-Systems ausser Betrieb genommen hatten:

  • AGB (EK Water Blocks EK-Multioption RES X2 – 250 Advanced)
  • Pumpe (Aquacomputer Aquastream XT USB 12V)

Da die Grafikkarte vom Benchtable zurück ins Red Devil-System wandern sollte, standen uns neben dem CPU-Waterblock auch eine wassergekühlte GPU zur Verfügung.

  • CPU-Block: Watercool HEATKILLER CPU Rev3.0 1155/1156 Ni-BL + Backplate
  • GPU: EVGA GTX 670 SC+ 4GB
  • GPU-Block: Watercool HEATKILLER GPU-X GTX 670 Ni-Bl

Den Radiator mussten wir vom Eisberg 240L übernehmen, da wir keinen anderen zu Hause hatten.

Was das ganze zu einem kleinen Abenteuer machte war, dass die Komponenten die wir zur Verfügung hatten, eher für ein Tower-Gehäuse geeignet sind und nicht unbedingt für ein kompaktes MINI-ITX Gehäuse wie das BitFenix Prodigy. Als Alternative hätten wir noch eine Laing DDC zur Verfügung gehabt, aber nur ohne eine Möglichkeit, die Pumpe oder die Lüfter zu regeln. Deshalb haben wir uns für die Aquastream XT mit der Steuerungsmöglichkeit über die Aquasuite entschieden.

Kreatives Planen war gefragt, und das fing schon mit der Positionierung des AGB an: Der AGB passte von der Höhe her nicht ins Gehäuse, da er mit dem Radiator im Deckel zusammenstiess. Die Pumpe beansprucht mit ihren Anschlüssen ebenfalls recht viel Platz. Also gab es für den AGB nur eine Lösung, nämlich aussen am Gehäuse. Zur Montage der Halterungen haben wir die Lüftungslöcher verwendet. Für die Schläuche mussten natürlich zwei Löcher gebohrt werden. Damit man die seitliche Tür trotzdem abnehmen kann, planten wir die beiden Schläuche innen mit zwei Schnellkupplungsstücken von Koolance zu versehen. Wenn man das Gehäuse öffnen will, kann man die Tür vorsichtig auf machen und die Schläuche trennen. Dann kann man die Tür mit dem AGB beiseitestellen.

Provisorische AGB-Montage um die Position der beiden Löcher zu bestimmen:

Anzeichnen zum Bohren:

Und hier sind die Löcher schon fertig gebohrt. Die Kanten haben wir mit feinem Schleifpapier geglättet, damit sie den Schlauch nicht beschädigen.

Passt und sitzt... :)

Und so sieht es "hinter den Kulissen" aus, wenn der AGB an der Aussenseite montiert ist.

Als nächstes haben wir uns an die Reinigung der Wasserkühlungs-Komponenten gemacht. Hier spülen wir den Radiator in der Badewanne durch:

Hier noch Bilder vom neuen Mainboard und dem neuen CPU:

Der nächste Arbeitsschritt war die Montage von Radiator und Lüfter im Gehäusedeckel. Im Gegensatz zur Montage beim Eisberg haben wir den Radiator um 180 Grad gedreht, so dass die beiden Anschlüsse nicht mehr vorne, sondern hinten über dem Mainboard sind. Der Radiator ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir den Zusammenbau und die Verschlauchung nicht bis ins Detail vorausgeplant und immer noch Dinge ausprobiert oder geändert haben. Im späteren Verlauf haben wir uns entschieden, die Lüfter direkt unter den Deckel zu montieren und den Radiator darunter. Auch bei den beiden Tüllen gab es noch Anpassungen.

Quelle:

...und hier ist er schon fertig montiert auf dem Mainboard im Gehäuse: Das Mainboard ist hier noch nicht verschraubt, es darf hier nur mal zu Demozwecken probeliegen. Eine der beiden geraden Tüllen auf dem CPU-Block haben wir dann später noch gegen ein Winkelstück ersetzt.

Auf dem unteren Bild seht Ihr jetzt auch, wie wir die Pumpe montiert haben. Sie ist direkt im Gitter der Frontseite mit Entschwingungsschrauben montiert. Der "OUT"-Anschluss zeigt nach oben, der "IN"-Anschluss nach vorne, auf dem ist schon ein 90Grad-Anschluss vorgesehen.

Die Position von AGB und Pumpe zueinander ist sicher nicht ideal, weil das Wasser nicht direkt in die Pumpe laufen kann, aber bei den Platzverhältnissen ist uns keine andere Lösung eingefallen, die wir zügig umsetzen konnten.

So sieht die montierte Pumpe von vorne aus:

Dann ging es weiter mit dem Einbau der Grafikkarte: Wie Ihr auf dem Bild sehen könnt, haben wir um die Grafikkarte mit dem Waterblock überhaupt einsetzen zu können, Lüfter und Radiator umgebaut und die Shrouds weggelassen. Sonst hätte der Waterblock mit den Anschlüssen von der Höhe her gar nicht reinpasst. Schon beim Einbau des Cooler Master Eisberg 240L hatten wir ja festgestellt, dass es mit der Höhe für eine Grafikkarte knapp werden könnte. Zudem war so sichergestellt, dass  kein Schlauch gegen die drehenden Lüfter stossen könnte.

Auch das Verschlauchen ging recht zügig mit dem Masterkleer-Schlauch. Hier seht Ihr die endgültige Schlauchführung vom CPU zum Radiator und dann weiter zur Grafikkarte. Mit einer geraden Tülle auf dem CPU-Block hätten wir den Bogen nach oben nicht so schön hinbekommen. Auch die Anschlüsse auf dem Radiator haben wir noch ausgewechselt. Rechts ist neu ein Winkelstück und links haben wir noch einen Temperatursensor eingeschraubt. Dadurch wird die gerade Perfect Seal-Tülle etwas nach unten "verlängert", so dass beide Schläuche besser aneinander vorbei kommen.

Nachdem wir alles verschlaucht hatten, ging es ans Befüllen. Die Frage war: Wie kriegen wir die Flüssigkeit ins System? Die Pumpe kann die Flüssigkeit aus dem AGB nicht ansaugen, da sie dafür nicht konstruiert ist. Also haben wir die Idee gehabt, den AGB zu befüllen und die Flüssigkeit dann mit Druck aus einer Druckluftflasche, die wir sonst zum Reinigen benutzen, in den Kreislauf zu drücken. Eine Verschlusskappe haben wir nicht ganz zugedreht, damit der Druck entweichen kann. Für das Befüllen haben wir keinen Strom auf die Pumpe oder die übrige Hardware gegeben.

Die Idee mit der Druckluftflasche hat auch sehr gut geklappt, die Flüssigkeit ist regelrecht ins System "reingeschossen". Also haben wir den AGB zum zweiten Mal vollgefüllt und wieder Druck gegeben. Doch da ist uns durch die Löcher in der Tür und in der Front die Flüssigkeit regelrecht entgegengespritzt. Nicht schon wieder! Dann hiess es schnell die Tür aufmachen und die Flüssigkeit mit Tüchern aufsaugen und wegwischen. Die meiste Flüssigkeit war durch die Tür nach aussen gespritzt oder hatte sich unten im Gehäuse gesammelt. Der Radiator und die Pumpe hatten auch recht was abbekommen, das Mainboard zum Glück nur etwas Spritzwasser. Dank der Konstruktion des Prodigy war nichts ins Netzteil geflossen.

Als die meiste Flüssigkeit weggewischt war und wir uns vom ersten Schreck wieder erholt hatten, mussten wir herausfinden, was genau geschehen war. Zuerst hatten wir  die Schnellkupplungsstücke von Koolance in Verdacht, aber es ist eigentlich nicht möglich, diese nicht korrekt zusammen zu stecken. Also musste der Fehler wo anders liegen. Wir haben alle Anschlüsse überprüft und dann war klar, dass die Flüssigkeit beim Winkelstück vorne auf der Pumpe ausgetreten war. Sehr wahrscheinlich haben sich beim Anbringen und Schliessen der Seitentür mit dem AGB die Schläuche innen so ungünstig verschoben, dass das Schlauchende trotz Schlauchschelle nicht mehr richtig auf dem Winkelstück der Pumpe sass. Da ja die Seitentür geschlossen war, konnten wir das auch von aussen nicht mehr sehen.

Es sah also so aus, als würde der Schlauch nicht mehr ganz richtig auf dem Winkelstück sitzen, so dass Schlauch und Anschluss nicht mehr komplett dicht zueinander abschlossen und sich ein kleines Rinnsal bilden konnte. Wir haben diese Situation nach der Demontage der Hardware in der Badewanne nochmals repliziert und immer wieder kam es zu Undichtigkeiten. Dazu haben wir den Schlauch direkt an den Wasserhahn angeschlossen, vollen Druck gegeben und Winkelstück und Schlauch gegeneinander abgeknickt. Als wir dann ein paar Wochen später das Ganze nochmals nachstellen wollten um es zu Fotografieren und zu Filmen, ist es uns aber nicht mehr gelungen. So muss es sich hier um einen unglücklichen Einzelfall handeln, denn man nicht mehr nachstellen kann. Über die Gründe können wir natürlich nur spekulieren, vielleicht stimmte an der Stelle etwas mit dem Innendurchmesser des Schlauchs nicht. Oder der Masterkleer-Schlauch könnte zu weich sein, um dicht auf dem Winkelstück drauf sitzen zu können. Mit einer geraden Perfect Seal-Tülle hatten wir definitiv kein Dichtigkeitsproblem.

Aber erstmal hiess, den gesamten PC wieder auseinanderzubauen und die Hardware mit Fön, Haushaltspapier und Ohrenstäbchen trocken kriegen. Wir haben die Hardware über Nacht zum fertig trocknen liegen gelassen, und für den kommenden Tag hatten wir schon eine Lösung im Kopf. Diese könnt Ihr dann im nächsten Beitrag lesen...

Und wenn Ihr Euch fragt, mit was wir die Fotos gemacht haben... mit einem Nokia Lumia 930 (und bearbeitet mit Adobe Lightroom). Wenn Ihr mehr wissen wollt, könnt Ihr hier unser Review lesen.

Alles für Eure Wasserkühlung findet Ihr bei Aquatuning.

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