Projekt Shinobi XL

WaKü-Workstation mit dem BitFenix Shinobi XL (1)

Von Hitzestau - 11.01.2016

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

Beim Zusammenstellen der Themen für unseren Jahresrückblick ist uns aufgefallen, dass wir Euch noch eine Erklärung schuldig sind, was die WaKü-Workstation vom Juni vergangenen Jahres betrifft. Dies wollen wir jetzt hier nachholen.

Ein Blick zurück

Hinter der Workstation steht eine lange Geschichte. Nachdem wir unser Fotoshooting mit den GPU-Waterblöcken von Watercool abgeschlossen hatten, sollte die Hardware eigentlich auf unserem Benchtable verbaut werden. Nach unseren Plänen hätten wir dafür mehrere Gehäuseteile neu anfertigen lassen müssen. Da wir unter Zeitdruck standen, haben wir uns entschieden mit der Benchtable-Hardware eine neue Workstation für Monk-Trader zu bauen. Denn er brauchte wieder eine leistungsstarke Workstation für Sachen wie die Bildbearbeitung oder die Erstellung von CGI-Entwürfen. Dass sich auch der Bau der Workstation über mehrere Monate hinziehen würde, wussten wir damals noch nicht.

Aber jetzt mal der Reihe nach.

Hardware-Liste

Hier ist eine Liste der Hardware, die wir verbaut haben:

Gehäuse: BitFenix Shinobi XL

Mainboard: ASUS Rampage IV Black

RAM: Kingston HyperX Beast, 2400MHz, 32GB

CPU: Intel Core i7-4960X

GPU: EVGA GTX 780 Ti SC (2 Karten im SLI)

SSD: Samsung 840 Pro 512 GB

PSU: Enermax Platimax 1200 W

USB Hub intern: NZXT IU01

CPU Waterblock: Watercool Heatkiller IV Pro

GPU Waterblock: Watercool Heatkiller GPU-X GTX 780Ti "Acryl Edition"

MB Chipsatz Waterblock: Watercool Heatkiller MB-X KIT ASUS RAMPAGE IV Black Edition

AGB: Alphacool Repack Dual Bayres 5,25″

Radiator: Watercool MO-RA3 9×140 LT black

Pumpe: Laing DDC 12V DDC-1T Plus (2 Stück)

Pumpentop: Phobya Laing DDC Aufsatz Silver Nickel (2 Stück)

Pumpenmontage: Alphacool Laing DDC Metal Bottom Silver Nickel (2 Stück)

Schlauch: Masterkleer 16/10mm

Tüllen: Perfect Seal

Schottverbindungen: Alphacool Schottverschraubung G 1/4

Schnellkupplungsstücke: Koolance QD3 Black

Durchflussmesser: Aquacomputer mps flow 200

Temperatursensor: Monsoon Temperatursensor G1/4, Matte Black

Lüftersteuerung: Aquacomputer aquaero 6 XT

Stromregelung: Aquacomputer poweradjust 3 (2 Stück)

Lüfter MO RA: Enermax T.B.Silence (14cm)

Lüfter Gehäuse: Phobya NB-eLoop 1600rpm Bionic Lüfter (12cm)

Flüssigkeit: Mayhems Pastel Ice White

Unser Dank geht an folgende Unternehmen, die uns das Projekt ermöglicht haben: Aquatuning, Caseking, Enermax, Intel, Kingston, Samsung.

Unser Gehäuse: BitFenix Shinobi XL

Beginnen wir mit dem Gehäuse, dem BitFenix Shinobi XL. Dieses hatten wir bereits, da es ursprünglich für ein anderes Projekt vorgesehen war. Es ist ein recht geräumiges Tower-Gehäuse, innen und aussen dunkel, was uns sehr gut gefällt. Das gesamte Gehäuse ist solide gebaut, optisch sehr schlicht und gerade deswegen ein echter Hingucker. Generell ist das ganze Gehäuse sehr hochwertig verarbeitet, alle Kanten sind sauber abgerundet und die Lackierung ist schön. Beim Einbau der Hardware merkt man die kleinen Raffinessen, die BitFenix integriert hat. So sind beispielsweise kleine Haken auf der Rückseite des Mainboard-Tray zu finden, die einem die Kabelführung erleichtern. Zwischen Seitentür und Mainboard-Tray bleibt auch bei geschlossener Tür genug Raum für die Kabelstränge.

BitFenix Shinobi XL
BitFenix Shinobi XL
BitFenix Shinobi XL

Von Haus aus bietet das Shinobi XL ein paar Modding-Möglichkeiten: Es gibt das Gehäuse in weiss oder schwarz und jeweils mit und ohne Fenster. In der Grundausstattung sind die Mesh-Stripes immer schwarz. Als Zubehör gibt es sie in verschiedenen Farben zum Austauschen, auch das Logo lässt sich austauschen.

Mesh-Stripes für BitFenix Shinobi XL
BitFenix Shinobi XL mit schwarzen Mesh-Stripes
BitFenix Shinobi XL mit weissen Mesh-Stripes
BitFenix Shinobi XL mit roten Mesh-Stripes

Spezifikationen

Material: Stahl, Kunststoff

Abmessungen: 245 (B) x 570 (H) x 557 (T) mm

Formfaktor: Mini-ITX, mATX, ATX, XL-ATX, E-ATX

Gewicht: ca. 12,6 kg

Laufwerke Front: 5,25 Zoll (5 Stück)

Laufwerke innen: 3,5 Zoll (7 Stück) oder 2,5 (8 Stück, mit Adaptern)

Das Gehäuse gibt es auch in einer kleineren ATX Mid Tower-Variante, die dann nur Shinobi heisst.

Einbau der Komponenten

Für unsere Workstation haben wir uns für die roten Streifen, ein rotes Logo und die Version mit Seitenfenster entschieden.

Wie gut sich ein Gehäuse für ein PC-System eignet, merkt man erst, wenn man mit der Planung anfängt und dann schrittweise alle Komponenten einbaut. Und das wollen wir jetzt in den nächsten Kapiteln auch tun und Euch zeigen, wie wir das Platzangebot des Gehäuses genutzt haben.

Als Ziel hatten wir uns vorgenommen, keine Veränderungen am Gehäuse selbst zu machen. Bis auf eine kleine Anpassung hat das auch so geklappt. Den unteren Festplatten-Käfig haben wir herausgenommen, da wir ihn nicht benötigten und wir den Platz für die Pumpen-Montage nutzen wollten. Fest eingeplant von Anfang an war es, unser MO RA 3 von Watercool als externer Radiator weiter zu nutzen. Dementsprechend war es nicht nötig, im Gehäuseinneren einen Radiator zu verbauen.

Trotzdem gab es für den Zusammenbau ein paar Herausforderungen zu lösen, die wir Euch hier zeigen wollen: Es sind eigentlich ganz einfache Ideen, aber lest mal ruhig weiter.

Einbau Ausgleichsbehälter

Als Ausgleichsbehälter haben wir den Alphacool Repack Dual Bayres 5,25″ verwendet, da er direkt in den Laufwerksschacht eingebaut werden kann. Zudem hatten wir ihn schon verfügbar, weil er ursprünglich für den Benchtable vorgesehen war. Das Shinobi XL bietet fünf Höheneinheiten Platz. Der AGB belegt davon zwei, also blieb genügend Raum für einen aquaero 6 XT zur Lüftersteuerung und Überwachung des Kreislaufs.

Beim Einbau haben wir festgestellt, dass es innen im Laufwerkskäfig für jede einzelne Höheneinheit schmale nach innen gebogenen Lamellen hat. Wenn man wie wir etwas einbauen will, das grösser als eine Höheneinheit ist, sind diese im Weg. Um den AGB zu platzieren, blieb uns nichts Anderes übrig, als die vorstehenden Teile bei einer Metallwerkstatt wegschleifen zu lassen.

So sieht der eingebaute AGB aus. Den Durchflussmesser haben wir direkt mit einem Drehnippel drangeschraubt:

Den Ausgleichbehälter könnte man bis nach vorne durchschieben, so dass man ihn in der Front sieht. Da wir jedoch lieber einen ruhigen Look für die Frontseite wollten, haben wir ihn nach innen versetzt eingeschraubt. Nur der aquaero ist von aussen sichtbar. Die Positionslöcher im Laufwerksschacht passen genau zu den Gewinden im Acryl des AGB, man muss nur aufpassen, dass man die Schrauben nicht überdreht und sie dann keinen Halt mehr findet.

Dies ist unser Ausgleichsbehälter bei einem früheren Foto-Shooting:

Für unsere SSD (Samsung 840 Pro 512 GB) haben auch einen guten Platz gefunden: Sie ist unterhalb des AGB am Laufwerksschacht verschraubt. Die Löcher mussten wir selber bohren – natürlich bevor wir den AGB eingesetzt haben.

Platzsparender kann man eine SSD kaum montieren :)

Schlauchführung nach aussen

Da wir für das System unseren externen Radiator (MO RA 3 von Watercool) verwenden wollten, waren die Öffnungen für die Schläuche auf der Rückseite sehr praktisch. Der MO RA begleitet uns jetzt schon seit knapp vier Jahren und die Workstation ist das dritte System bei dem er zum Einsatz kommt. Damit können wir mit Überzeugung sagen, dass er eine gute und langfristige Investition ist.

Das Shinobi XL bietet für interne Radiatoren nur beschränkt Platz. Für unsere Hardware eine leistungsstarke Kühlung einzurichten, war jedoch dank dem MO RA kein Problem. Wir wollten die Schläuche zum MO RA nicht einfach durch die Öffnungen schieben, sondern mit Schottverschraubungen montieren. Damit sollte zu viel Zug auf den Anschlüssen der Komponenten innen vermieden werden. Das Problem war nur, dass die Öffnungen für unsere Schottverschraubungen von Alphacool etwas zu gross waren, so dass diese in der Öffnung zu viel Spiel hatten. Als Lösung haben wir uns auf Anraten unserer Metallwerkstatt vier extra-grosse Unterlegscheiben anfertigen lassen. So konnten wir die Schottverbindungen satt anziehen, ohne das Risiko des Verrutschens oder Brechens der Gehäuserückseite. Aussen an den Schottverschraubungen haben wir zwei 90 Grad Winkelstücke von Alphacool mit Überwurfmuttern angebracht, weil wir den Schlauch zuerst im Bogen nach unten führen, bevor er hoch geht zum MO RA an der Wand (MO RA Wandmontage). Die Schläuche zum MO RA lassen sich mit Schnellkupplungsstücken von Koolance abtrennen.

Montage der Pumpen und Pumpentop

Beim Fotoshooting mit dem Benchtable hatten wir als Pumpe eine Alphacool D5 im Einsatz und gemerkt, dass sie mit ihrer Leistung am Limit war. Da wir für die Workstation noch weitere Komponenten in den Kreislauf integrieren wollten, haben wir uns schlussendlich für eine Lösung mit einem Kreislauf und zwei DDC-Pumpen entschieden. Die Suche nach einem passenden Dual-Top gestaltete sich jedoch nicht so leicht, da viele Hersteller so etwas gar nicht mehr im Programm haben. Viele Modelle sind schon etwas älter, am besten gefallen hat uns dann der Dual-Top von XSPC, der auch optisch von aussen recht ansprechend aussieht.

Die Montage der beiden Pumpen war sicher die grösste Herausforderung und eine Geschichte die uns recht lang in Anspruch genommen hat. Aber es galt nicht nur die beiden DDC-Pumpen zu platzieren, sondern auch die beiden poweradjust 3-Platinen um sie zu regeln. Als Lösung haben wir eine Platte entwickelt, um alle vier Komponenten unterzubringen. Montiert haben wir sie vorne an der Gitterstruktur des Gehäuses, wo man auch Lüfter anschrauben kann. Die gleiche Montage haben wir auch schon bei unserem Red Devil-PC gemacht, wo wir eine D5-Pumpe mit Acryl-Top direkt am Gehäuse verschraubt haben.

Set Alphacool VPP655 PWM (Acryl-Top): Einbau im PC

So sehen die fertig lackierte Platte und die vier Unterlegsscheiben aus:

Für die Pumpen haben wir die Metal Bottoms von Alphacool verwendet. Damit werden die Pumpen besser gekühlt und sie haben vier entschwingte Schrauben für die Montage. Mit einem Lüfter von unten erzeugen wir einen Luftstrom, der die Pumpen ebenfalls kühlt.

Quelle: Aquatuning

So sah die erste Probemontage aus, als die Platte fertig war:

Die Löcher auf der Platte sind auf die Montage mit dem XSPC-Top und den Metal Bottoms ausgerichtet. Dank dieser Platte sind alle Komponenten eng beisammen, die Kabel von den poweradjust-Platinen zu den Pumpen sind nur sehr kurz.

Hinter der Platte, die hier so einfach aussieht, steckte jedoch eine mehrwöchige Geschichte, von der die meiste Zeit mit Warten draufging: Die erste Metallwerkstatt, die wir beauftragt hatten, brachte es doch tatsächlich fertig, die Löcher an der falschen Stelle zu bohren und eine viel zu dicke Platte zu verwenden. So war die gesamte Warterei für nichts gewesen. Mit der Metallwerkstatt des Bürgerspital Basel haben wir dann einen kompetenten Dienstleister gefunden, der uns die Platte und auch vier Unterlegscheiben für die Montage der Schottverbindungen an der Rückseite angefertigt hat. Bei der Marcel Fischer AG in Allschwil haben wir diese dann noch lackieren lassen.

Ausblick

Damit war also die Montage der Pumpen sozusagen in trockenen Tüchern, und dass sogar ohne ein einziges Loch ins Gehäuse bohren zu müssen. Dass es aber mit den Pumpen selber noch Probleme geben würde, ahnten wir damals noch nicht – aber dazu mehr im zweiten Teil unseres Berichts.

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