Projekt Hitzestau One

Was haben wir gelernt?

Von Hitzestau - 07.08.2012

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

Wie man so schön sagt, gelernt haben wir viel und sind um einige wertvolle Erfahrungen reicher... aber im Ernst: man kann sich zwar in alles einlesen und recherchieren – aber es selber machen und durchziehen ist dann immer noch was anderes. Das haben wir schnell gemerkt, als wir angefangen haben unser erstes WaKü-Projekt in die Tat umzusetzen.

Doch lieber der Reihe nach. In den letzten Tagen haben wir Rückschau auf unser Projekt gehalten und uns selber die Frage gestellt: Was haben wir gelernt? Hier unsere Gedanken in einer hoffentlich für Euch nachvollziehbaren Ordnung:

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Projekt ist sicher, dass wir nun aus eigener Erfahrung sagen können, dass man die Abwärme der PC-Komponenten mit einer Wasserkühlung in den Griff kriegen kann. Dies ist nicht nur für die Hardware angenehmer. Der PC ist kein Heizkörper mehr, der die Raumluft aufheizt und austrocknet, was für die Augen sehr unangenehm werden kann.

Diese Zeiten sind definitiv vorbei... Quelle:

Auch bezüglich Lautstärke ist ein WaKü-System deutlich angenehmer. Die verbleibenden Gehäuse-Lüfter und die Lüfter am MORA erzeugen niemals soviel Lärm wie vorher.

In der Vorbereitung und Planung haben wir viel Informationen aus Quellen wie Foren, Tagebuchthreads, Herstellerseiten und Tutorials zusammen getragen. Es dann selber in die Praxis umzusetzen, ist dann immer noch etwas ganz anderes. Vorbereitung und Recherche sind gut, aber nichts geht über die eigene praktische Erfahrung.

Viele Sachen scheinen aber auch "Glaubensfragen" zu sein. Dies gilt für Fragen nach Schlauchdicke, Kühlflüssigkeit, Reinigung oder High-Flow. Wenn man sich durch die zahlreichen Diskussionsthreads der Foren hindurchgekämpft hat, ist es nicht immer so einfach, für sich selber eine Position zu finden. Es gibt immer verschiedene Arten etwas zu tun. Man muss selber herausfinden, was für einen selber der beste Weg ist oder welches Material man verwendet.

Handwerkliche Arbeit macht uns beiden Spass, es ist eine willkommene Abwechslung der sonst üblichen Schreibtischarbeit. Bei Arbeiten am Gehäuse, wie etwa das Bohren von Löchern, müssen wir in Zukunft stärker dreidimensional und vorausschauend denken. Ein Beispiel: Es wäre es besser gewesen, wenn wir das untere Loch für die Schottverbindung weiter oben gebohrt hätten, dann hätten wir den Schlauch von der Pumpe her besser führen können.

Bild: Wenn das Loch doch nur weiter oben wäre Quelle:

Auch beim Thema Reinigung der WaKü-Komponenten haben wir einiges an Erfahrungen gesammelt, hier haben wir reales Lehrgeld bezahlt: Zur Reinigung darf man keine aggressiven Mittel wie Essig oder Zitronensäure verwenden. Auch Spritzwasser auf den Komponenten sollte man vermeiden.

Bild: Beschädigte Nickelbeschichtung im Waterblock Quelle:

Die Logistik eines solchen Projekts sollte man ebenfalls nicht unterschätzen. Ein Wasserkühl-Projekt braucht viel Platz. Da wir unter sehr engen Verhältnissen gearbeitet haben, ist viel Zeit jeden Tag mit ein- und auspacken von Komponenten und Werkzeugen drauf gegangen.

Generell gehen die meisten Arbeiten länger, als man im ersten Anlauf meint. Unplanmässige Basteleien wie etwa eine zusätzliche Halterung für den Durchflussmesser können schnell 2-3 Stunden dauern. Umso ärgerlich ist dann natürlich, wenn man sie schlussendlich gar nicht verwendet. In dieselbe Kategorie fällt, dass immer irgendetwas unerwartetes dazwischen kommen kann und man ein Problem zuerst lösen muss, bevor am weiter arbeiten kann. Also sollte man immer genügend Zeit einplanen, wobei das natürlich auch einfacher gesagt als getan ist, wenn man eigentlich zügig vorwärts kommen will. Doch Geduld sollte auch zu den Eigenschaften eines WaKü-Bauers gehören. Wenn man ein System in Betrieb genommen hat, soll man ruhig auch stolz auf die eigene Leistung sein und dass man ein Projekt trotz Schwierigkeiten und Rückschlägen bis zum Schluss durchgezogen hat.

Die Community ist sehr wichtig als Informationsquelle, aber auch für Feedback und den Austausch mit anderen. Ohne Community hätten wir als Newbies unser Projekt nicht so umsetzen können. Wenn man verfolgt, was andere machen und bauen, ist dies auch wieder Ansporn für einen selber und man kann sehen "wo die Messlatte hängt".

Bild: Berichterstattung macht Freude und ist Ansporn Quelle:

Als erstes Wakü-Projekt den Umbau eines bestehenden PC-Systems in Angriff zu nehmen, hat sich als richtig erwiesen. Die gemachten praktischen Erfahrungen helfen uns bei der Planung unseres nächsten Projektes. Mehr will ich dazu aber noch nicht verraten. Unser hitzestau one-Projekt hat bei uns auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht, wir könnten leicht mehr PC’s bauen, als wir selber brauchen...