Projekt Hitzestau One

Umbau Grafikkarte

Von Hitzestau - 10.07.2012

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

Neben den Vorbereitungen für den Zusammenbau galt es heute die Grafikkarte umzubauen, also den Kühler zu demontieren und die Karte mit dem Waterblock zu verschrauben. Unsere Karte ist eine Gainward GTX-570 Phantom. Da sie kein Referenzdesign von NVIDIA ist, war die Auswahl an Waterblocks für sie sehr eingeschränkt. Allerdings muss man uns zu Gute halten, dass wir die Karte gekauft haben, bevor wir uns für den WaKü-Umbau entschieden haben. Im Gegenteil, die grosse Hitzeentwicklung der Karte war der Auslöser für unser ganzes Projekt.

Da wir den Lüfter schon beim Auseinanderbauen des PC abgeschraubt hatten, präsentierte sich unsere Ausgangslage wie unten abgebildet. Die beigelegte Anleitung von EK Waterblocks ist ganz ordentlich, allerdings ist die Reihenfolge der Arbeitsschritte nicht ganz logisch. Folgt man der EK-Anleitung, müsste man zuerst die Wärmeleitpaste auftragen, was nicht sehr praktikabel scheint. Wir haben zuerst alle Vorbereitungsarbeiten an Karte und Waterblock vorgenommen und erst dann die Paste aufgetragen, um beide Komponenten zusammen zu fügen. Nun aber der Reihe nach.

Ausgangslage

1. Um den GPU-Chip wird ein Rahmen als Verstärkung angeschraubt. In der EK-Anleitung heisst dies "placing GPU reinforce plate on PCB". Zuerst muss die blaue Unterlegscheibe auf die Platine gelegt werden. Der Rahmen wird dann mit vier Schrauben von der Rückseite her festgeschraubt.

Montage Verstärkungs-Rahmen

2. Auf der Karte werden verschiedene Bauteile mit Wärmeleitpads ("thermal pads") abgedeckt. EK liefert neue Pads mit, zeigt sich dabei allerdings sehr knauserig. Es empfiehlt sich daher, separat neue zu beschaffen, wenn man alle Pads austauschen will oder muss. Zum Teil können die Pads sehr spröde sein, was bedeutet, dass man sie kaum richtig von der Karte ablösen kann. Wie man auf den beiden folgenden Bildern sieht, haben wir für die schmalen Streifen neue geschnitten (normale Schere reicht) und das breite Stück rechts im Bild nicht ausgewechselt. Man muss dabei gut aufpassen, dass keine Schraubenlöcher ganz oder auch nur teilweise überdeckt werden, dies stört später beim Zusammenschrauben ganz gewaltig.

Auswechseln der Wärmeleitpads
Auswechseln der Wärmeleitpads

3. Auf dem Waterblock müssen Abstandshalter-Schrauben ("brass standoffs") eingeschraubt werden. Die EK-Anleitung illustriert genau, wo die Schrauben hinkommen. Mit dem ebenfalls mitgelieferten Werkzeug können diese einfach eingeschraubt werden.

Abstandhalterschrauben

5. Dann sind beide Teile für die "Hochzeit" vorbereitet. Es fehlt nur noch die Wärmeleitpaste auf dem GPU-Chip. Dieser muss vorher gut mit Brennsprit gereinigt werden, bevor man die Paste aufträgt.

Bereit für die 'Hochzeit'
Auftragen der Wärmeleitpaste

6. Block und Karte werden mit zwölf Schrauben zusammengeschraubt. Am besten legt man wie unten abgebildet den Block auf die Karte und dreht dann beides und verschraubt die beiden miteinander. Ein zweites Paar Hände sind für diesen Arbeitsschritt hilfreich. Bevor man die Schrauben eindreht, sollte man noch den "Sitz" von Paste und Pads prüfen und gegebenenfalls die Paste etwas neu verteilen.

Zusammenfügen der beiden Teile

8. Im Schritt 5 der EK-Anleitung wird gezeigt, wie man eine Schraube richtig platziert, um die Slotblende wieder fest mit der Karte zu verschrauben. Dies verleiht der ganzen Konstruktion wieder mehr Stabilität. Wer es noch stabiler haben möchte, kauft sich eine so genannte Backplatte dazu. Wie wir festgestellt haben, macht die Backplatte betreffend Stabilität einen recht grossen Unterschied aus. Wir empfehlen daher, eine Backplatte zu montieren.

Montage der Backplatte

9. Für die Montage der Backplatte gibt es eine separate Anleitung. Auch hier müssen Wärmeleitpads aufgeklebt werden. Um die Backplatte zu verschrauben, müssen an der Karte drei Schrauben wieder herausgenommen werden. Diese werden durch längere ersetzt. Das Zusammenfügen von Karte und Backplatte macht man besten auch zu zweit, da alle sechs Schrauben gleichzeitig richtig eingeführt werden müssen und mit Unterlegscheiben unterlegt werden sollten.

So sieht dann die fertig umgebaute Grafikkarte aus:

Fertig umgebaute Grafikkarte
Fertig umgebaute Grafikkarte

Unser "Baby" bringt stolze 1252 Gramm auf die Waage.

Fertig umgebaute Grafikkarte