Projekt Hitzestau One

Reinigung, Testlauf und Unterbruch

Von Hitzestau - 28.06.2012

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

Am Freitag stand für uns die Reinigung aller WaKü-Komponenten auf dem Tagesprogramm. Unser Ziel war es, am Abend einen Testkreislauf aufbauen zu können, und diesen 24-48 Stunden laufen zu lassen. Zu reinigen galten: Tüllen, Verschlusskappen, Kupplungsstücke, CPU-Block, GPU-Block, AGB und MO-RA.

Zuerst haben wir uns an die Tüllen und Verschlusskappen gemacht. Diese haben wir in zwei stark verdünnten Cillit Bang-Bädern eingelegt (rund 10 Minuten) und danach gut unter Leitungswasser mit einer Zahnbürste geschrubbt mit und destiliertem Wasser gespült. Rotes und grünnes CB sollte man dabei aber nie mischen, sondern nacheinander verwenden. Zudem haben wir alle Dichtungsringe entfernt, da der Gummi sonst beschädigt werden könnte. Die 90-Grad drehbaren Schlauchanschlüsse haben bei dieser Behandlung an der Aussenseite leicht Rost angesetzt, der jedoch mit einem Reinigungsschwamm entfernt werden konnte.

Alle Tüllen im Reinigungsbad.
Alle Tüllen und Anschlüsse im destilierten Wasser.

Die Schnellkupplungen von Koolance haben wir nur mit Spülmittel und Zitronensaft gereinigt, weil wir dort die Dichtungsringe nicht entfernen wollten. Den AGB haben wir in der Badewanne mit Leitungswasser ausgespült und danach mit destiliertem Wasser, Reinigungsmittel haben wir keine verwendet.

Für die Reinigung des MO-RA haben wir uns im Forum von hardwareluxx.de inspirieren lassen und die Idee etwas weiterentwickelt. Wenn man einen neuen Radiator reinigen will, muss man die Rückstände aus der Herstellung entfernen. Dass sind feine Metallspäne und Fette vom Verlöten. Beides will man sicher nicht später im Kreislauf haben. Zur Reinigung haben wir das grüne Cillit Bang benutzt, welches auch an vielen Orten in der Community empfohlen wird. Aber wie kann man einen Radiator mit schön viel Wasserdruck anständig durchspülen? Eine Möglichkeit ist, einen (alten) Duschschlauch an den Einlass aufzuschrauben oder einfach das Schlussende mit der Hand fest drauf zu drücken.

Wir haben uns im Obi einen Adapter von Gardena besorgt und einen günstigen PVC-Schlauch. Dieser passte gut auf unsere Perfect Seal-Tüllen. PVC-Schlauch und unser "richtiger" Schlauch haben beide den gleichen Innendurchmesser von 10mm.

Gardena-Adapter und PVC-Schlauch
MO-RA durchspülen

Das linke Schlauchstück leitet das Wasser in den MO-RA, rechts fliesst es zurück in die Badewanne. Mit abwechselnd heiss und kalt man den Radiator so gut durchspülen, und der Radiator (und man selber) bleibt dabei schön trocken. Nach ein paar Minuten haben wir die Schläuche vertauscht, damit wir den MO-RA auch in der Gegenrichtung spülen konnten. Um das Gemisch aus grünem Cillit Bang und Wasser ebenfalls mit Druck durchjagen zu können, haben wir ein Druck-Sprühgerät aus dem Gartencenter verwendet, wie man es sonst für Pestizide einsetzt.

Spritzflasche zur MO-RA Reinigung

Der linke Schlauch verbindet MO-RA und Spritzflasche, der rechte leitet das "Abwasser" in die Wanne. Wir haben etwa 3 Liter Flüssigkeit angemischt und den MO-RA langsam gefüllt (er fasst knapp einen Liter) und dann rund 10 Minuten stehen lassen. Dann haben wir den Rest durchlaufen lassen und anschliessend nochmal mit dem oben beschriebenen System mit Leitungswasser gut nachgespült, um alle Putzmittelrückstände rauszukriegen. Abschliessend haben wir die gut ausgespülte Spritzflasche verwendet, um destiliertes Wasser durchlaufen zu lassen und den gefüllten MO-RA stehen gelassen, da wir ihn ja später in den Testkreislauf hängen wollen.

Mit einem Kabelbinder lässt sich auch der PVC-Schlauch gut am Griff der Spritzflasche befestigen.

Aufgesteckter Schlauch

Nun also noch zur Reinigung von GPU- und CPU-Block. Hier muss ich die Chronologie der geschilderten Ereignisse etwas verlassen und auf den Sonntag vorgreifen. Bei der Demontage des erfolgreich gelaufenen Testkreislaufes haben wir festgestellt, dass wir beim GPU-Block von EK Waterblocks die Nickelbeschichtung und die Schrauben beschädigt haben. Zur Reinigung hatten wir beide Teile für 10 Minuten in ein Bad aus Wasser, Putzessig und Zitronensäure (beides in niedriger Konzentration) eingelegt. Achtung Nachahmer: Dies ist absolut nicht zu empfehlen!

GPU- und CPU-Block im Reinigungsbad

Mit der bereits oben geschilderten Methode haben wir CPU- und GPU-Block anschliessend gut mit Leitungswasser durchgespült. Da es nicht alle Komponenten gut vertragen, wenn sie von aussen nass werden, sollte man hierfür auch zwei Schläuche verwenden!

GPU-Block wird mit Wasser durchgespült.

Wie gesagt, am Sonntag folgte das böse Erwachen. Die Schrauben des GPU-Blocks waren von aussen angegriffen und gerostet.

Schrauben des GPU-Blocks nach der Reinigung
Schraube des GPU-Blocks nach der Reinigung

Dies machte uns misstrauisch, deshalb haben wir den Block aufgeschraubt:

GPU-Block nach der Reinigung

Mit einiger Putzarbeit konnten wir zwar die meisten Ablagerungen entfernen. Aber irgendeine Form der Beschädigung müssen die Innenseite und die Schrauben bekommen haben. Sehr wahrscheinlich haben wir mit unserem Reinigungsmittelgemisch aus Geschirrspülmittel, Essig und Zitronensaft unbeabsichtigt Schaden angerichtet. Den CPU-Block haben wir auf die gleiche Weise gehandelt und dieser ist immer noch völlig in Ordnung, wie man hier sieht:

CPU-Kühler nach der Reinigung

Auf dem Forum von pcgameshardware.de haben dazu einen Thread gestartet, wo man noch einen paar interessante Inputs bekommen kann zum Thema Reinigung und Nickelbeschichtung. Auch wenn viele der Meinung sind, man könne den Block problemlos weiter verwenden, haben wir uns dazu entschieden, einen Ersatz zu bestellen und somit unser Projekt für rund zwei Wochen ruhen zu lassen. Aber es ist schon erstaunlich: Auch der Heatkiller CPU-Block von Watercool ist mit Nickel beschichtet, und er hat unsere Behandlung ohne Schaden überlebt. Auch die Schrauben sind nicht gerostet, auch wenn wir den Block von aussen und innen beim Spülen gut unter Wasser gesetzt haben.

Aber nun nochmals zurück zum zeitlichen Ablauf: Nach erfolgter Reinigung aller Komponenten haben wir einen Testkreislauf aufgebaut und mit destiliertem Wasser befüllt.

Unser Testkreislauf für 48 Stunden

Das Wasser haben wir oben beim AGB eingefüllt. Wie man es in den Beschrieben auch lesen kann, ist die Aquastream-Pumpe nicht in der Lage, Wasser anzusaugen. Da sie erhöht auf einer Kiste platziert war, mussten wir den AGB und den Schlauch mehrmals anheben, um das Wasser zu ihr zu bringen. Erhält die Pumpe kontinuierlich Wasser, tut sie auch ihre Arbeit. Da wir auch hierbei den günstigen und durchsichtigen PVC-Schlauch verwendet haben, konnten wir schön beobachten, wie die Luftblasen durchs System bis in den AGB gewandert sind. Nach rund einer Stunde waren die gröbsten Luftblasen draussen, feine Luftblasen waren aber auch bis zum Ende nach 48 Stunden noch in der Pumpe zu hören. Da der Schlauch nicht so gut auf den Tüllen hält, haben wir ihn überall mit Kabelbinder gesichert.

Nach ein paar letzten Löt- und Sleevearbeiten am Samstag, wollten wir dann am Sonntag das System zusammen bauen. Wegen dem beschädigten GPU-Block haben wir jedoch eine Pause eingelegt. Unterdessen haben wir einen in der Community empfohlenen Metallreiniger bestellt (Nevr-Dull) und der Support von EK Waterblocks schickt uns kostenlos ein neues Set passender Schrauben zu. Also mal sehen, wie wir in den nächsten Tag den Block "restaurieren" können. Bildmaterial und Erfahrungsbericht werden an dieser Stelle folgen.

Den neuen GPU-Block werden wir dann natürlich nur sehr schonend Reinigen. In Foren und Anleitungen liesst man alle möglichen Ratschläge zum Thema Reinigung. Was sind eure bevorzugten Mittel, um Blocks zu reinigen und die Beschichtung nicht zu verletzen? Um die Aussenseite der Komponenten nicht nass werden zu lassen, wie macht ihr das? Einpacken in Plastik oder habt ihr bis jetzt keine rostigen Schrauben gehabt?