Review

Praxis-Erfahrungen mit dem SpacePilot Pro

Von Hitzestau - 31.07.2013

Inhaltsverzeichnis

Im ersten Teil unserer Serie über den SpacePilot Pro von 3Dconnexion haben wir Euch das Konzept einer 3D-Maus präsentiert und die Hardware des Gerätes näher vorgestellt. Der zweite Teil war ganz dem Thema Treiber gewidmet. Dabei sind wir auf spezielle Treiber-Konflikte eingegangen und haben die beiden Treiber-Versionen, die es für den SpacePilot Pro gibt, erklärt. Im dritten und abschliessenden Teil geht nun um unsere praktischen Erfahrungen mit dem SpacePilot Pro.

Wer wie wir viel mit Maus und Tastatur in 3D-Programmen gearbeitet hat, wird vielleicht ähnliche Erfahrungen wie der Mann im Video gemacht haben...

...ganz so schlimm war es bei uns zwar nie, aber wir können die Schmerzen gut nachfühlen. Der SpacePilot Pro bringt hier eine grosse Erleichterung – fragt Euren Arzt oder 3Dconnexion :)

SpacePilot Pro von 3Dconnexion

Hardware und Treiber

Die Hardware des SpacePilot Pro ist hochwertig und überzeugt. Die Treiber bieten sehr viele Einstellungen und programmierbare Tasten, mit denen er sich gut auf die verschiedenen 3D-Programme anpassen lässt. Wer Tastaturen, Mäuse oder andere Produkte aus der G-Serie von Logitech am gleichen Computer anschliessen will, wird mit Treiber-Konflikten rund um die Steuerung des Displays konfrontiert. Leider gibt es dafür aktuell keine Lösung von Seiten der Hersteller.

SpacePilot Pro von 3Dconnexion
SpacePilot Pro von 3Dconnexion

Einsatz in unseren Projekten

Wir nutzen den SpacePilot Pro und dem Programm SketchUp seit rund sechs Monaten. Neben einigen Entwürfen und Konzepten sind damit die Designs für unsere beiden PC-Projekte Red Devil und hitzestau one reloaded entstanden.

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Der SpacePilot Pro ist ein bombastisches Teil.
Monk-Trader von hitzestau

Unsere Erfahrungen

So kann man es auf den Punkt bringen. Das Navigieren im 3D Raum ist sehr präzise und wesentlich genauer als mit Maus und Tastatur. Das macht das Arbeiten um einiges ruhiger und effizienter. Auch die programmierbaren Tasten sind dabei eine grosse Hilfe. Das ständige konzentrierte Drehen am Controller Cap kann sich mit der Zeit aber auch im Handgelenk bemerkbar machen.

Wer den SpacePilot Pro für sich gewinnbringend einsetzen will, muss sich auf eine neue Form der Steuerung in einem Programm einlassen. Wer wie wir an Maus und Tastatur gewöhnt ist, muss zuerst umlernen. Das ist aus unserer Erfahrung gerade am Anfang alles andere als einfach. Um zum Beispiel die Kamera genau dorthin zu steuern, wo man sie hinhaben will, braucht es einiges an Disziplin und Durchhaltewillen. Diese Phase der Umgewöhnung kann man am besten so vergleichen: Wenn die meisten Menschen zum ersten Mal an einem Klavier sitzen, klimpern sie nur herum. Erst mit viel Übung wird eine Melodie daraus. Oder um es mal so auszudrücken: Unser Gehirn braucht eine gewisse Zeit für eine "neue Verdrahtung" bis man die feine Motorik mit der Steuerung via den Cap gelernt hat.

Ein gewisser Level Fertigkeit mit dem Controller Cap ist notwendig, bis es Spass macht um die eigenen 3D-Modelle herumzufliegen und sie genau aus der Perspektive anzuschauen, die gerade ideal ist um ein Detail zu bearbeiten. Eine gewisse Portion Frust gehört anfänglich auch dazu. Uns ist es oft genug passiert, dass wir überhaupt nicht dort gelandet sind, wo wir eigentlich sein wollten...

Google Earth macht mit dem SpacePilot Pro noch mehr Spass als vorher.
Archangel von hitzestau

Lustige Trainingsprogramme zum Üben

Wer zum Einstieg nicht gleich an seinen 3D-Modellen arbeiten möchte, kann die kleinen Trainingsprogramme nutzen, um die Grundfunktionen der Steuerung einzeln auszuprobieren und zu üben. So kann man zum Beispiel den Kopf des "Chicken" drehen und gleichzeitig hoch und runter bewegen. Mit dem Flugzeugmodell kann man lernen, sich dicht und präzise an ein 3D-Modell heranzubewegen und ein Detail zur Bearbeitung selektieren. Das Puzzle erfordert einiges an Geschick, das Ziel ist es, die einzelnen Teile zu einem Würfel zusammenzufügen, also eine Art 3D-Version von Tetris. Auch wer schon länger mit dem Gerät arbeitet, kann zwischendurch hin und wieder eine Trainingssitzung einlegen und seine Fähigkeiten steigern.

SpacePilot Pro: Trainingsprogramm 'Chicken'
SpacePilot Pro: Trainingsprogramm 'Jet Demo'
SpacePilot Pro: Trainingsprogramm 'Puzzle'

Auch Google Earth eignen sich sehr gut, um das Navigieren im dreidimensionalen Raum zu üben. Hier kann man den gezielten Anflug auf die eigene Heimatstadt üben und bekommt so im Handgelenk ein Gespür für die Steuerung. Leider wird Google Streetview vom Treiber des SpacePilot Pro nicht unterstützt, sonst könnte man in einer amerikanischen Grossstadt durch die Strassenschluchten fliegen.

Fazit

Im ersten Teil unserer Seriehaben wir gefragt, ob das Werbeverprechen des Herstellers – das "ultimative Eingabegerät für 3D-Anwendungen" – gerechtfertigt sei oder nicht. Unsere Antwortet: Ein fettes Ja. Nach unzähligen Stunden der Nutzung möchten wir den SpacePilot Pro nicht mehr missen. Er ist für uns eine unverzichtbare Hilfe beim Arbeiten mit einem 3D-Programm geworden.
SpacePilot Pro von 3Dconnexion

Wer beruflich – beispielsweise als Ingenieur oder Architekt – mit 3D-Programmen arbeitet, bekommt mit dem SpacePilot Pro ein professionelles Werkzeug an die Hand. Und in einem Lebenslauf für eine Bewerbung macht es sich sicher auch gut, wenn man Erfahrungen mit dem SpacePilot Pro nachweisen kann. Auch für Privatleute, wie wir es schlussendlich auch sind, die mit SketchUp oder Blender arbeiten, ist eine 3D-Maus eine wertvolle Ergänzung zu Tastatur und Maus. Hierbei muss ja nicht unbedingt das grösste Modell von 3Dconnexion sein – das Bedienungskonzept mit dem Controller Cap bringt ja schon der SpaceNavigator mit.

Und die Beta-Treiber aus den 3DxLabs zeigen, dass das Potential bei weitem nicht ausgeschöpft und dass man nicht auf 3D-Programme beschränkt bleiben muss. Die Steuerung via Cap kann auch für Games, Videoschnittplätze oder andere Kreativsoftware wie Adobe Lightroom interessant sein.