Oracle, es nervt!

Von Hitzestau - 06.02.2013

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Es sind häufig die kleinen Dinge im Leben, die gewaltig nerven. Für uns gehört auch die so genannte "Crapware" dazu, also kleine Programme, die sich beim Herunterladen von Software-Updates gleich mitinstallieren, wenn man nicht aufpasst.

Oracle ist stellvertretend ein aktuelles Beispiel für diese Unsitte. Java stand in letzter Zeit heftig wegen Sicherheitsmängeln in der Kritik, dementsprechend oft wurden Updates veröffentlicht. Dabei musste man allerdings jedes Mal höllisch auf der Hut sein. Ein Klick – und schon installiert man sich die Ask-Toolbar zusammen mit dem Update. Wegzukriegen ist diese dann nur noch schwer und es kostet viel Zeit und Nerven. Wie man auf dem Screenshot sieht, ist die Installation der Toolbar als Option bereits aktiviert. Wer sie nicht will, muss das Häkchen weg machen.

Bei mehreren Updates in kurzer Zeit kann es schon mal sein, dass man nicht aufpasst und einfach schnell durchklickt. Und wenn man dann noch mehrere Computer als Administrator wartet, muss man noch stärker aufpassen. Es ist aber auch nicht anständig, bei jedem Update immer wieder die Toolbar anzubieten. Wenigstens könnte Oracle standardmässig das Häkchen weglassen, so dass man sich aktiv entscheiden muss, wenn man die Ask-Toolbar dann wirklich will. Noch besser wäre es, ganz darauf zu verzichten.

Via einen Beitrag auf heise.de sind wir gestern auf eine Petition aufmerksam geworden, die Oracle auffordert, auf Crapware in den Updates zu verzichten. Das können wir nur unterstützen, auch wenn die Petition für Oracle natürlich nicht bindend ist. Das Dümmste was passieren könnte, wäre wenn immer mehr User auf Sicherheitsupdates verzichten, weil sie Angst haben, sich dabei unerwünschte Programme zu installieren. Dies würde ja der Idee von Sicherheitsupdates direkt widersprechen.

Screenshot. Quelle: change.org

Es ist schon fragwürdig, dass ein Urgestein der IT-Industrie wie Oracle es nötig hat, seine Softwareupdates mit Zusatzprogrammen zu verknüpfen. Eine Google-Suche fördert sofort viele Oracle- und Java-kritische Beiträge zu Tage, in denen genau die Verknüpfung von wichtigen Sicherheitsupdates und unerwünschter Zusatzsoftware angeprangert wird. Wie man bei heise.de weiter lesen kann, gegründet Oracle die Installation der Toolbar mit der Tradition aus den Sun-Zeiten von Java und "schwerwiegenden Einschränkungen" für das Unternehmen.

Tja, nur weil etwas Tradition ist, muss es noch lange nicht gut sein. Und dem Ansehen von Oracle würde es nur gut tun, sich von fragwürdigen Zusatzprogrammen zu distanzieren und in Zukunft "saubere" Updates anzubieten. Das Unternehmen IAC, welches die Ask-Toolbar vertreibt, steht schon lange wegen ihren Praktiken in der Kritik. Ein Artikel auf ZDNet beschreibt diese im Detail. Man kann sich schon fragen, wie es Oracle sich leisten kann, eine Partnerschaft mit einem solchen Unternehmen zu pflegen. Oracle bietet IT-Lösungen für Unternehmen an und hat letztes Jahr einen Umsatz von über 37 Milliarden Dollar erzielt. Um das Vertrauen der Unternehmenskunden und der Aktionäre zu erhalten, ist Oracle auf eine gute Reputation angewiesen. Software, die sich standardmässig bei Sicherheitsupdates mitinstalliert, passt dabei nicht ins Bild.

Was denkt Ihr darüber, was sind Eure Erfahrungen? Welche Software kennt ihr noch, die auch solche Praktiken anwendet?