Review

Nokia 9 PureView im Test

Von Hitzestau - 22.08.2019

Inhaltsverzeichnis

Nokia 9 PureView als Kamera

In diesem Kapitel gehen wir nun vertieft auf die Eigenschaften des Kamera-Systems des Nokia 9 PureView ein.

Dieses verfolgt einen etwas anderen Ansatz als andere Smartphones mit einem Mehrfachkamera-System. Das Gerät besitzt insgesamt fünf Kameras auf der Rückseite. Die Unterschiede zu anderen Smartphones haben hauptsächlich mit der Aufgabenverteilung zwischen den einzelnen Kamera zu tun. Zudem kommt Google Photos als Galerie und als Tool zur Nachbearbeitung ein höherer Stellenwert zu als man es von anderen Smartphones gewohnt ist. Alle gemachten Bilder werden in Google Photos gespeichert und können in die Cloud hochgeladen werden.

Während andere Hersteller ihre Smartphones mit unterschiedlichen Brennweiten für Ultra-Weitwinkel, Weitwinkel und Tele ausstatten, haben beim Nokia 9 alle 5 Kameras die gleiche Brennweite, nämlich das "normale" Weitwinkel wie man es seit Jahren von Smartphones her als Standard kennt. Auch jeder der fünf Chips hat eine Auflösung von 12 Megapixel. Wenn man eine Aufnahme macht, zeichnen alle 5 Kamera gleichzeitig mehrere Bilder von demselben Bildausschnitt und Motiv auf.

Die Bilder unterscheiden sich in den Einstellungen wie etwa der Belichtungszeit. Drei der fünf Kameras nehmen sogar dabei nur Schwarz/Weiss-Bilder auf, aber auch diese Informationen fliessen in farbige Aufnahmen mit ein. Ebenfalls während der Aufnahme werden Informationen für unterschiedliche Tiefenebenen aufgezeichnet. Aus all den einzelnen Bildern und gesammelten Informationen setzt die Kamera-Software schlussendlich ein fertiges Bild zusammen und speichert dies in Google Photos ab. Da jedes Bild aus unterschiedlichen Einzel-Aufnahmen mit verschiedener Belichtung zusammengesetzt wird, ergibt sich ein permanenter HDR-Effekt (High Dynamic Range), der sich nicht ausschalten lässt.

Als Dateiformate stehen JPG und DNG (RAW-Bilder) zur Verfügung, wobei manche Aufnahme-Modi nur JPG zulassen. Bei Videoaufnahmen wird hingegen nur die mittlere Linse verwendet.

Da alle Kamera-Linsen über die identische Brennweite verfügen, wird das "näher heranzoomen" über ein reines Digital-Zoom, also die Vergrösserung eines Bildausschnitts, gelöst. In der Kamera-App, auf die wir gleich noch im Detail eingehen werden, stehen drei Zoom-Stufen zur Auswahl: 1x / 2x / 5x.

Interface der App

Auch wenn man schon mit Smartphone-Kameras fotografiert hat, lohnt es sich beim Nokia 9 zuerst die wichtigsten Einstellmöglichkeiten in der Kamera-App durchzugehen. So sieht die Kamera im Foto-Modus aus:

Von den Icons am linken Rand sollte man sich "Verschönern" und "Tiefe" näher anschauen, da die Einstellungen Auswirkungen darauf haben, wie die Bilder abgespeichert oder nachbearbeitet werden können.

  • Verschönern (ein/aus): Dies ist eine automatische Bildoptimierung, welche von internen Algorithmen durchgeführt wird. Wenn sie aktiv ist, kann die Kamera nur noch Bilder im JPG-Format aufnehmen.
  • Tiefe (ein/aus): Damit wird die Aufzeichnung der Tiefen-Informationen gesteuert. Die nachträgliche Anpassung der Tiefenschärfe in Google Photos ist jedoch nur beim JGP möglich. Das RAW wird zwar auch abgespeichert, aber bei ihm kann die Tiefenschärfe nicht verändert werden.

Ebenfalls vom linken Rand aus hat man Zugriff auf den Assistenten Google Lens. Damit lassen sich Funktionen nutzen wie Texte einscannen und kopieren, Barcodes erkennen oder zusätzliche Informationen zu fotografierten Objekten aus dem Web abrufen.

Die Kamera-App bietet verschiedene Aufnahme-Modi an:

  • Aufnahme-Modi Foto: Foto / Pro / Bokeh / Monochrome / Panorama / Quadrat
  • Aufnahme-Modi Video: Video / Zeitlupe / Zeitraffer

Die Reihenfolge der Anzeige in der App kann in den Kamera-Einstellungen angepasst werden. Einzelne Modi lassen sich auch komplett ausblenden. Je nachdem welchen Aufnahme-Modus man ausgewählt hat, bekommt man ein anderes Einstellungs-Menü angezeigt. Es gibt ein Set von Einstellungen für alle Foto-Modi und ein zweites für die drei Video-Modi. Als Beispiel zeigen wir Euch hier rechts die Einstellungen, welche für alle sechs Foto-Modi gelten.

Der Blick in die jeweiligen Einstellungen zeigt auch, mit welcher Auflösung, die Kameras maximal aufnehmen können:

  • Foto (Rückseite): 12 MP, 4032 x 3016
  • Foto (Front): 20 MP
  • Video (Front- und Rückseite): 4K, 3840 x 2160

Fotos machen

Wenden wir uns nun unseren selbstgemachten Testaufnahmen zu. Wir konzentrierten uns dabei auf die verschiedenen Aufnahme-Möglichkeiten, die für Fotos zur Verfügung stehen. Video-Aufnahmen haben wir bei unserem Test keine gemacht.

Den Pro-Modus der Kamera-App, der das manuelle Einstellen von Weissabgleich, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungs-Zeit erlaubt, haben wir natürlich auch getestet. Da die App in diesem Modus unter einer sehr nervösen Touch-Bedienung und sogar unmotivierten Abstürzen leidet, verzichten wir im folgenden auf Testbilder aus dem Pro-Modus.

Weitwinkel bei Sonnenschein

Schauen wir uns zuerst ein paar normale Weitwinkel-Aufnahmen an. Alle gezeigten Bilder sind das JPG, wie es vom Nokia 9 zusammengesetzt wurde. Bei Sonnenschein liefert das Nokia 9 die besten Resultate. Da die HDR-Funktion immer aktiv ist, schafft es einen sehr guten Ausgleich zwischen hellen und schattigen Bereichen im selben Bild.

Flächen mit feinen Strukturen, wie etwa die Bäume in den Bildern, haben jedoch die Tendenz "matschig" zu wirken. Kanten erscheinen je nach Motiv etwas überzeichnet. Wir werden im Kapitel DNG vs JPG nochmals darauf zu sprechen kommen.

Schwierige Lichtverhältnisse

Bei schwierigen Lichtverhältnissen, also hauptsächlich im Schatten, hellt das Nokia 9 wie viele andere Smartphone-Kameras recht stark auf und verfälscht so den ursprünglichen Eindruck der Szenerie vom Moment der Aufnahme. Auch hier sind alle gezeigten Bilder JPG.

Das folgende Bild ist bezüglich der HDR-Leistung der Kamera schon aussergewöhnlich. Der Gang, in dem das Bild aufgenommen wurde, war sehr dunkel. Trotzdem schafft es das Nokia 9, die Graffiti an den Wänden sichtbar zu machen ohne den Eindruck von realen Lichtverhältnissen zu zerstören. Gleichzeitig werden die Landschaft im Hintergrund und der Himmel nicht übertrieben hell oder sogar überbelichtet wiedergegeben. Hier muss man dem Nokia 9 mal ein dickes Lob aussprechen.

Zoomen

Alle bisher gezeigten Bilder haben wir mit der Weitwinkel-Brennweite gemacht wie sie der Linse entspricht. Wie bereits im Einstieg zum Kamera-Kapitel erklärt, löst das Nokia 9 das Heranzoomen mit einem reinen digitalen Zoom.

In diesen Stufen arbeitet das digitale Zoom:

  • 1x (entspricht 27 mm Kleinbild). Wird mit Auflösung 4032 x 3016 gespeichert.
  • 2x (entspricht 54 mm Kleinbild). Wird mit Auflösung 4032 x 3016 gespeichert.
  • 5x (entspricht 128 mm Kleinbild). Wird mit Auflösung 1613 x 1206 gespeichert.

Bei den Vergleichsbildern unten sieht man vor allem dem jeweils dritten Bild deutlich an, dass es nur eine Ausschnittvergrösserung ist. Nur schon auf dem Smartphone-Display selber betrachtet, ist die Bildqualität sehr schlecht. Zudem ist beim Fotografieren mit 5x-Zoom nur sehr schwer möglich, das Smartphone ruhig halten um Bildausschnitt zu kontrollieren.

Weitwinkel (1x)
2x Zoom
5x Zoom
Weitwinkel (1x)
2x Zoom
5x Zoom

Panorama

Panorama-Aufnahmen sind wie von anderen Smartphones gewohnt ebenfalls ein separater Aufnahme-Modus in der Kamera-App. Dem Nokia 9 gelingt es sehr gut, die einzelnen Teilbilder von links nach rechts zu einem grossen ganzen zusammenzusetzen. Man erkennt keine störenden Streifen, die im Bild von oben nach unten verlaufen.

Hitzeentwicklung und Performance

Während unseren Foto-Ausflügen mit dem Nokia 9 ist uns jedesmal aufgefallen, dass das Gerät unangenehm heiss wird. Zudem wird die gesamte Benutzung der Kamera-App oder von Google Photos, wenn man die gemachten Aufnahmen anschauen will, extrem träge. Nur schon der Wechsel des Aufnahmemodus kann mehrere Sekunden dauern. Ständig erscheint auf dem Display der Hinweis "Bilder in Verarbeitung" und das ganze Gerät wird komplett ausgebremst.

Beobachtung

Bei manchen Bildern, die wir mit dem Nokia 9 gemacht haben, wurden falsche EXIF-Informationen beim Abspeichern hinterlegt. Gemerkt haben wir das erst, als wir die gemachten Bilder in die Desktop-Version von Adobe Lightroom importiert haben. Die angegebene Brennweite von 128mm entsprach unmöglich der tatsächlichen Aufnahme. Im Alltag mag dies keine grosse Bedeutung haben, wenn man die Bilder einfach auf dem Display anschaut. Unter Umständen kann dies aber Auswirkungen auf Korrektur-Algorithmen in einer Bildbearbeitungs-Software haben, die dann von falschen Informationen ausgeht.

Bearbeitung

Das Fotoerlebnis mit dem Nokia 9 ist dem Drücken des Auslösers nicht vorbei. Wir wollen in diesem Kapitel erstens auf die Smartphone-interne Bearbeitung durch den Bildprozessor eingehen und vergleichen dafür die unbearbeiteten RAW-Aufnahmen mit dem jeweiligen JPG. Zweitens gehen wir näher auf die nachträgliche Anpassung der Tiefenschärfe in Google Photos ein.

Interne Bearbeitung DNG zu JPG

Neben RAW-Bild und JPG zeigen wir in den folgenden Vergleichen noch das von uns selber in Adobe Lightroom nachbearbeitete Bild. Wer selber mit dem Nokia 9 aufgenommene RAW-Bilder nachbearbeiten will, muss allerdings wissen, dass dann Informationen zu Tiefe-Ebenen oder HDR nicht zur Verfügung stehen. Neben den Farbaufnahmen haben wir auch ein Schwarz-Weiss-Motiv für unseren Vergleich hinzugezogen. Das Nokia 9 hat in der Kamera-App den so genannten "Monochrom-Modus", der die RAW-Bilder auch wirklich in Schwarz/Weiss speichert.

Original DNG
JPG aus der Kamera
Unsere Nachbearbeitung
Original DNG
JPG aus der Kamera
Unsere Nachbearbeitung
Original DNG
JPG aus der Kamera
Unsere Nachbearbeitung
Original DNG
JPG aus der Kamera
Unsere Nachbearbeitung

Bei unserer eigenen Bearbeitung haben wir uns am realen Eindruck der Szene im Moment der Aufnahme orientiert. Dieser kommt in den vom Nokia 9 selber erzeugten JPG’s oft nicht so wirklich rüber. Auch haben wir versucht, Überzeichnungen zu vermeiden, wie man sie in den JPG-Versionen vom Nokia 9 entlang von Kanten immer wieder gut erkennen kann. Beim zweiten Vergleichs-Motiv mag unsere Bearbeitung etwas überbelichtet aussehen, aber die Sonne war an diesem Ort in der Tat sehr hell. Zudem ist es im Gegensatz zur Version des Bildprozessors auch ein Bild ohne HDR-Effekte.

Ab in die Tiefe

Wie bereits gesagt, kommt Google Photos eine zentrale Bedeutung in der Nachbearbeitung der Bilder zu. Hier stehen dem Anwender Werkzeuge wie Filter oder Helligkeits- und Farbregler zur Verfügung.

Die Benutzung von Google Photos ist kostenlos. Bilder dürfen aktuell eine maximale Auflösung von 16 MP haben, Videos sind auf FullHD-Auflösung (1080p) begrenzt. Neben der mobilen App kann man auch via Browser vom Desktop-Rechner oder Notebook auf die Bilder zugreifen. Hochgeladen werden vom Nokia 9 sowohl die JPG- wie auch auch die DNG-Dateien, die mit rund 30 MB pro Bild natürlich auch für eine entsprechende Datenmenge sorgen. Die hochgeladenen Bilder werden in Alben organisiert und können nach Orten und Motiven durchsucht werden.

Tiefenschärfe anpassen

Das nachträgliche Spielen mit der Tiefenschärfe funktioniert beim Nokia 9 auf zwei verschiedene Arten. Dafür muss man aber vor der Aufnahme in der Kamera-App die richtigen Einstellungen wählen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann via die Icons am linken Rand die Funktion Tiefe ein- und ausschalten oder direkt in den Bokeh-Modus wechseln. Hierbei ist dann allerdings die Wahl des Zoom-Faktors nicht mehr möglich.

Wie die Nachbearbeitung eines Bildes in Google Photos konkret aussieht, zeigen wir hier anhand eines Bildes, bei dem die Tiefeninformationen aufgezeichnet wurden. Die Anpassung von Bildern, die im Bokeh-Modus aufgezeichnet wurden, ist genau gleich.

Der ganz linke Screenshot zeigt das unveränderte Bild. Durch Antippen mit dem Finger lässt sich der Schärfepunkt (markiert durch den Kreis) festlegen. Mit dem Regler unten kann man dann den Bereich der Schärfe vergrössern oder verkleinern.

Ein bearbeitetes Bild kann man dann als Kopie speichern, das Original bleibt immer erhalten. Hier sind in derselben Reihenfolge die drei Bilder, die wir oben punkto Schärfe angepasst haben.

Weitere Überlegungen dazu

Bei der Arbeit mit Google Photos ist uns aufgefallen, dass die mobile und die Desktop-Version im Browser von Google Photos nicht dieselbe Benutzererfahrung bieten. Insbesondere die Anpassung der Tiefenschärfe ist sehr proprietär auf die mobile App von Google Photos fixiert. Und ganz korrekt muss man diese Aussage noch weiter einschränken: sie ist auf die Android-Version der App beschränkt. Getestet haben wir dies unter anderem mit dem Samsung Galaxy S10e. Unter iOS kann man Bilder zwar bezüglich Helligkeit und Farbe bearbeiten, die Tiefenebene-Informationen stehen hier nicht zur Verfügung.

Für umfangreichere Nachbearbeitung der DNG-Dateien bieten sich zudem verschiedene RAW-Editoren wie beispielsweise Adobe Lightroom an. Dieser kann als App auf dem Nokia 9 oder als Desktop-Programm genutzt werden. Weder bei den JPG- noch bei den DNG-Dateien kann Lightroom dann allerdings auf die Tiefenebene-Informationen zugreifen.

Fazit

Das Fazit ist etwas länger geraten als üblich, aber es gibt nach unserer Erfahrung mit dem Nokia 9 und unserem ausführlichen Review immer noch einiges zu sagen.

Quelle: HMD Global

Beim Nokia 9 PureView haben uns Haptik, Design und Verarbeitung sehr gut fallen. Das Display ist zwar sehr hell, Farbdarstellung und Kontrast könnten aber besser sein. Zudem ist es sehr stromhungrig, vor allem wenn man es draussen beim Fotografieren auf maximale Helligkeit stellen muss, um in der hellen Sonne noch etwas zu erkennen. Mit der Wahl des Betriebssystem kann HMD Global ebenfalls punkten: Als Anwender bekommt man ein Pure Android in die Hand, ohne störende Bloatware und mit allen Features der aktuellen Android-Version aus dem Hause Google. Zudem sind zwei Jahre Software-Updates und sogar drei Jahre Sicherheits-Updates garantiert.

Nicht überzeugt hat uns hingegen die biometrische Entsperrung. Der ins Display integrierte Fingerprint-Scanner oder die Gesichtserkennung sind im Alltag eher Bremsen, als das sie das Entsperren zügig und einfach machen. Zu oft haben sie bei uns im Test erst nach mehreren Anläufen oder überhaupt nicht funktioniert, so dass am Schluss nichts anderes als die PIN-Eingabe übrig blieb.

Und dort wo das Nokia 9 wirklich punkten will, nämlich beim Fotografieren, klaffen Anspruch und Wirklichkeit sehr krass auseinander. Das Gerät will ambitionierte Fotografen ansprechen, aber steht sich dabei selber im Weg: An Stelle von Linsen mit unterschiedlichen Brennweiten kommt nur ein Digital-Zoom mit Ausschnittvergrösserung zum Einsatz. Die nachträglich Anpassung des Schärfebereichs ist proprietär an die Android-Version der Google Photos-App gebunden. Und zudem wird das Gerät beim intensiven Fotografieren unangenehm heiss und sehr träge.

Gehen wir im folgenden etwas näher auf die einzelnen Punkte ein:

Heutzutage ist es Standard, in einem Smartphone Linsen mit unterschiedlichen Brennweiten zu verbauen, um dem Anwender mehr kreativen Gestaltungsraum zu geben. Eine digitale Ausschnittvergrösserung kann aber nie ein Ersatz für eine echte Telelinse sein. Mit einer Telebrennweite von 128mm schlägt das Nokia 9 zwar manche Kompakt-Kamera, aber was nützt das, wenn die Bildqualität nur als unbrauchbar bezeichnet werden kann?

Für die Nachbearbeitung der Bilder, wie zum Beispiel die nachträgliche Anpassung der Tiefenschärfe, setzt das Nokia 9 auf die mobile App von Google Photos. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, nur muss man wissen, dass Google immer wieder mal Funktionen aus seinen Produkten streicht oder diese komplett einstellt. Man sollte einfach im Hinterkopf behalten, dass es passieren kann, dass man irgendwann die Bilder nicht mehr punkto Tiefenschärfe nachbearbeiten kann.

Wenn man wie wir die Kamera intensiv nutzt, kommt das Nokia 9 schnell an seine Grenzen: es wird unangenehm warm und das Benutzererlebnis mit der Kamera-App und dem gesamten System wird extrem träge. Das bedeutet unter anderem auch minutenlanges Warten, bis gemachte Aufnahmen endlich in der Galerie erscheinen (auch ohne Upload in die Cloud). Auch die Software-Updates, die seit der Markteinführung veröffentlicht wurden, haben hier keine Abhilfe geschaffen. Den genauen Grund für Hitzeentwicklung und Trägheit kennen wir nicht, aber die Kombination aus Bild-Prozessor und Software-Algorithmen scheint bei der "Computational Photography" deutlich an ihr Limit zu kommen.

So bleibt für uns ein sehr zwiespältiger Gesamteindruck vom Nokia 9 PureView zurück: Abgesehen vom biometrischen Entsperren macht es im normalen Alltag mit Surfen, Messaging oder Telefonieren einen guten Eindruck. Die in der Werbung versprochene Leistung als Smartphone-Kamera, die uns auch selber auf das Gerät neugierig gemacht hatte, kann es jedoch nicht erfüllen. Da scheint uns einfach zu vieles nicht zu Ende gedacht oder entwickelt zu sein. Mitbewerber im Markt machen auch mit weniger Kamera-Linsen auf der Rückseite zum Teil bessere Bilder.

Zum Herunterladen

Die unbearbeiteten Original-Bilder könnt Ihr hier als .zip-Datei herunterladen (ca. 1.03 GB gross).
Die Bilder sind nur zur privaten Verwendung bestimmt und dürfen nicht weiterverbreitet oder veröffentlicht werden.

Seite 1
Seite 2