Review

Nikon COOLPIX S9700 ist ein kreativer Reisebegleiter

Von Archangel - 04.12.2014

Inhaltsverzeichnis

Das Thema Fotoapparat reicht für uns bei hitzestau vom Smartphone bis zur Vollformat-DSLR. Um uns auf dem Laufenden zu halten was aktuelle Modelle und Entwicklungen angeht, haben wir Nikon Schweiz angefragt, welches Modell sie uns aus dem breiten Angebot an Kompaktkameras empfehlen würden. Nikon hat uns die Coolpix S9700 empfohlen. Mit ihr habe ich in den vergangenen drei Wochen Ausflüge unter dem Motto "Tourist in der eigenen Stadt" unternommen.

Quelle: Nikon

Bevor wir mit der Coolpix S9700 in die Stadt ziehen, stelle ich Euch zuerst die wichtigsten Features und Bedienelemente vor.

Kamera

Die Bezeichnung "Kompaktkamera" beschriebt die die Coolpix S9700 sehr gut in einem Wort. Sie ist klein und flach genug, um in eine Jackentasche zu passen. Mit rund 230 Gramm fällt sie dabei nicht besonders ins Gewicht. Zum Fotografieren bietet sie mit der Vollautomatik die "Rundum sorglos"-Einstellung, welche auch die meisten Leute benutzen dürften. Motiv auswählen und auslösen – genau dafür ist eine Kompaktkamera ja auch gemacht.

Wer gerne etwas kreativen Einfluss nimmt, kann dies mit sehr einfachen Handgriffen bzw. Fingerbewegungen tun. Dazu setzt Nikon auf eine Kombination aus dem Funktionswählrad rechts oben am Gehäuse und einer Menüauswahl auf dem rückseitigen Display.

Nikon Coolpix S9700 von oben. Quelle: Nikon

Das Multifunktionsrad auf der Rückseite hat zwei Funktionen: Man kann damit durch die Menüpunkte auf dem Display scrollen und diverse Funktionen wie Blitz, Nahaufnahme oder Belichtungskorrektur direkt anwählen.

Rückansicht Nikon Coolpix S9700. Quelle: Nikon

Oder um es auf den Punkt zu bringen: Die Bedienung der Coolpix S9700 ist denkbar einfach und gut durchdacht.

Zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen zählen:

  • NIKKOR-Objektiv mit optischem 30-fach-Zoom
  • Brennweite: 4,5 bis 135 mm
  • Lichtstärke: 1:3,7 bis 1:6,4
  • Auflösung und Sensor: 16 Millionen Pixel, 1/2,3-Zoll-CMOS-Sensor
  • Wi-Fi-Funktion
  • Integrierte GPS- und GLONASS-Funktion
  • Rückseitiges Display: 7,5 cm / 3 Zoll-Diagonale und 921.000 Bildpunkte
  • Hybrid-Bildstabilisator (VR)
  • Full-HD-Filme

Im Einsatz

Die Grundfunktionen einer Kamera muss man verstehen, ohne lange das Handbuch zu wälzen. Bei der Nikon Coolpix S9700 kann man eigentlich gleich losgehen mit Fotografieren, alles was man benötigt ist eine SD-Karte um die Aufnahmen abzuspeichern – und schon kann’s losgehen. Wer bereits Erfahrungen mit dem Bedienkonzept von Nikon hat, findet sich natürlich noch schneller zurecht.

Erste Bilder

Mit den ersten Testaufnahmen – die meisten leider bei eher schlechtem Wetter – habe ich mir bereits einen guten Eindruck von der Kamera verschaffen können. Alle hier gezeigten Bilder sind nicht nachbearbeitet. Ihr könnt die Bilder in der Originalgrösse am Ende des Beitrags herunterladen.

Testbild Nikon COOLPIX S9700
Testbild Nikon COOLPIX S9700

Auch mit schwierigen Lichtverhältnissen wie in diesem schattigen Hinterhof, kommt die Coolpix S9700 sehr gut zurecht. Dank dem integrierten Bildstabilisator gelingen solche Aufnahmen auch aus freier Hand ohne oder mit nur wenig Verwacklungsunschärfe.

Testbild Nikon COOLPIX S9700

Dasselbe gilt auch für die folgende Aufnahme. Um das Drehen des Karussells sichtbar zu machen, musste ich eine lange Belichtungszeit wählen. Auch diese Aufnahme ist ohne Stativ entstanden.

Testbild Nikon COOLPIX S9700

Die Coolpix S9700 verfügt über ein 30-faches Zoomobjektiv. Dies eröffnet einen breiten Spielraum an Gestaltungsmöglichkeiten bei der Wahl des Bildausschnitts. Die klassische Aufgabe eines Zoom-Objektives ist natürlich, Dinge "näher heranzuholen", damit sie grösser auf dem Bild zu sehen sind. Ein Zoom-Objektiv mit einem derart grossen Bereich ist einerseits eine feine Sache, aber technisch bedingt auch nicht immer ganz unproblematisch. Das nächste Bild habe ich mit der maximalen Weitwinkeleinstellung aufgenommen, es liefert eine schöne Übersicht über die Stadt.

Testbild Nikon COOLPIX S9700: Maximale Weitwinkeleinstellung

Dieses Bild habe ich anschliessend vom genau gleichen Standpunkt aufgenommen, aber diesmal mit der maximalen Tele-Einstellung. Das Bild ist jedoch nicht mehr scharf. Das hat damit zu tun, dass das Objektiv in der Tele-Einstellung viel mehr Licht "schluckt" als in der Weitwinkeleinstellung. Das obere Bild habe mit einer 1/60 Sekunde gemacht, das untere mit einer 1/15 Sekunde. Mit dieser Belichtungszeit sind aus freier Hand keine scharfen Aufnahmen mehr möglich.

Testbild Nikon COOLPIX S9700: Maximale Tele-Einstellung

Damit will ich das Zoom-Objektiv nicht schlecht machen, sondern nur zeigen, dass man je nach Lichtverhältnissen lieber eine Aufnahme mit "etwas weniger Zoom" macht.

Handhabung und Bedienung

Beim Fotografieren entpuppte sich die relativ geringe Gehäusegrösse der Coolpix S9700 für mich als Handicap. Vor allem das Multifunktionsrad auf der Rückseite mit dem OK-Button in der Mitte ist einfach zu klein. Da hat man schnell die falsche Funktion oder Einstellung erwischt. Zudem ist der Zoomschalter nicht sehr präzise, eine genau Auswahl des Bildausschnitts ist damit eher schwierig. Das Display ist hingegen auch bei Sonnenlicht recht gut. Was etwas stört sind die sehr vielen Anzeigen, welche immer einen Teil des Bildes abdecken.

Das Bedienungskonzept, also die Kombination aus dem Funktionswählrad oben am Gehäuse und dem Menü auf dem Display finde ich hingegen sehr gut, weil sie einen schnellen Zugriff auf die Einstellungen ermöglicht.

Kreative Fotografie

Bei meinem ersten Fotorundgang habe ich die Coolpix S9700 hauptsächlich mit den Standardeinstellungen verwendet. Wer gerne kreativ fotografiert, kommt mit der Coolpix S9700 ebenfalls auf seine Kosten. Erstens ist da natürlich die persönliche Kreativität bei der Suche nach Motiven oder dem Gespür für den "richtigen, magische Moment" zum Abdrücken. Das kann einem keine Kamerasoftware abnehmen. Zudem ist die Coolpix S9700 mit einer Sammlung von Motivprogrammen ausgestattet, die man vor der Aufnahme auswählen muss, wenn man nicht eine der anderen Aufnahmefunktionen eingestellt hat. Dazu gehören unter anderem Programme wie Landschaft, Portrait, Gegenlicht oder Panorama. Der zweite Werkzeugkasten sind die Kreativeffekte. Diese sind zur Veränderung oder Verfremdung der Bilder gedacht. Unter anderem stehen zur Auswahl: Satte Farben, Gemälde, Spielzeugkamera, Cross-Entwicklung, Fisheye oder Monochrom. Die Kreativeffekte lassen nachträglich auf jede beliebige Aufnahme anwenden, oder man kann sich bereits vor dem Fotografieren für einen Effekt entscheiden. Dieser wird dann aber von der Kamera solange für alle folgenden Aufnahmen angewendet, bis man ihn wieder deaktiviert.

Ich habe hier eine kleine Auswahl an Aufnahmen mit den Motivprogrammen "Nahaufnahme", "Panorama" und verschiedenen Kreativprogrammen zusammengestellt.

Testbild Nikon COOLPIX S9700: Nahaufnahme
Testbild Nikon COOLPIX S9700: Panorama
Testbild Nikon COOLPIX S9700: Satte Farben
Testbild Nikon COOLPIX S9700: Gemälde
Testbild Nikon COOLPIX S9700: Miniatur-Effekt
Testbild Nikon COOLPIX S9700: Fisheye

Was die Motiv- und vor allem die Kreativprogramme angeht, bin ich etwas unschlüssig. Auf Smartphones sind solche Programme heute Standard. Dort besteht aber auch die Möglichkeit, einen lustigen Schnappschuss nicht nur zu verfremden bzw. zu verschönern, sondern ihn dann direkt auf Facebook, Instagram oder Pinterest hochzuladen. Für eine klassische Kamera sehe ich diese Funktionen als nicht so wichtig an. Aber ich denke, die Hersteller von Kompaktkameras versuchen hier, den Kunden möglichst viele Features, die sie von Smartphones her kennen, auch zu bieten. Sonst könnte ja der Eindruck entstehen, die Kompaktkamera könne weniger leisten, als ein Smartphone, das Viele ohnehin schon haben.

Und wenn wir schon gerade beim Thema Hochlanden sind: Mit der WiFi-Funktion und der entsprechenden Nikon-App ("WirelessMobileUtility" für iOS und Android) lassen sich die Bilder von der Coolpix S9700 auf ein Smartphone übertragen. Zudem kann man die Kamera so auch fernsteuern. Das Einrichten der Verbindung hat bei meinem Test aber mehr schlecht als recht funktioniert, zudem ist die Verbindung nur auf einen sehr kleinen Radius begrenz. Die App ist gelinde gesagt sehr spartanisch – aber immerhin kann man so mit etwas Geduld die Bilder auf ein Mobilgerät überragen und weiterversenden.

Fazit

Die Nikon Coolpix S9700 ist für mich ein guter Begleiter bei Reisen und Ausflügen. Sie ist klein und leicht genug – so kann man sie problemlos mitnehmen. Das Gehäuse ist recht robust. Vor dem Vergleich mit einem Smartphone muss sie keine Angst haben: Dank dem Zoomobjektiv hat man mehr Möglichkeiten, den passenden Bildausschnitt zu wählen. Die Qualität der Bilder hat mich bei der Betrachtung auf dem Bildschirm ebenfalls überzeugt. Die Menge an Motiv- und Kreativprogrammen erachte ich persönlich als nicht notwendig, wobei im Vergleich mit anderen Herstellern solche Programme heute auf vielen Kompaktkameras zur Grundausstattung gehören.

Das Bedienungskonzept ist Nikon-typisch gut durchdacht und bietet eine gute Mischung aus Vollautomatik und kreativen Möglichkeiten.

Die unbearbeiteten Original-Bilder könnt Ihr hier als .zip herunterladen. (Die Bilder sind nur zur privaten Verwendung bestimmt und dürfen nicht weiterverbreitet oder veröffentlicht werden.)

Mehr technische Infos zur Coolpix S9700 sowie zu Lieferumfang und Zubehör findet Ihr auf der Webseite von Nikon: Nikon Coolpix S9700

Noch mehr Bilder mit der Coolpix S9700, die mit Adobe Lightroom nachbearbeitet sind, findet Ihr auch in unserer "Sample World" auf 500px. Hier die direkten Links zu den einzelnen Bildern:
"Three Bicycles"
"Exit from City Parking Deck"
"Lens Flares"
"Street Lamp"

Besten Dank an Nikon Schweiz für die Zurverfügungstellung des Testgeräts.