Natürliches Navigieren mit der 3D-Maus

Von Hitzestau - 27.07.2013

Inhaltsverzeichnis

Der SpacePilot Pro sieht so aus, als käme direkt von der Kommandobrücke des Raumschiffs Enterprise. Captain Kirk hätte ihn sicher dazu verwendet, seine geliebte Enterprise ohne Schaden aus der Gefahrenzone zu navigieren... hier auf der Erde dient er dazu, sich am Computer präzise und flüssig in einer 3D-Welt zu bewegen.

Quelle: 3Dconnexion

Hersteller 3Dconnexion preist den SpacePilot Pro als das "ultimative Eingabegerät für 3D-Anwendungen" an. Da wir ja selber mit dem 3D-Programm SketchUp für die Planung unserer PC-Gehäuse arbeiten, hat uns natürlich interessiert, ob das auch stimmt, was da versprochen wird. Auf Anfrage hat uns der Hersteller 3Dconnexion ein Gerät zur Verfügung gestellt – ganz herzlichen Dank dafür. In einer dreiteiligen Serie stellen wir Euch das Konzept "3D-Maus" und den SpacePilot Pro näher vor.

Teil 1: Natürliches Navigieren mit der 3D-Maus
Teil 2: SpacePilot Pro "The Trouble with Drivers"
Teil 3: SpacePilot Pro: Unsere Praxis-Erfahrungen

Was ist die Idee einer "3D-Maus"?

3D-Programme erlauben es einem, sich völlig frei um ein Objekt herum zu bewegen oder dieses in alle möglichen Richtung zu drehen und dabei heran- oder weg zu zoomen. Zwar sind diese Programme auf die Bedienung mit Tastatur und Maus ausgelegt, aber manchmal kann ein zusätzliches Eingabegerät von grosser Hilfe sein, wie auch unser Freund Big Buck Bunny festgestellt hat.

Eine 3D-Maus dient dazu, in einer virtuellen 3D-Umgebung Objekte zu bewegen oder eine Kamerafahrt durch ein virtuelles Gelände zu steuern. Sie ergänzt dabei das Arbeiten mit Maus und Tastatur, genauso wie man beispielsweise mit der einen Hand einen Apfel festhält und mit der anderen das Messer um ihn zu schälen. Eine 3D-Maus soll ein möglichst natürliches Navigieren in einer 3D-Welt ermöglichen. Sie kann aber das Messer – oder im Falle des Computers die Maus zur Steuerung des Cursors – nicht ersetzen.

Je nach konkretem Anwendungsprogramm – also zum Beispiel Autodesk 3ds Max, Blender oder Autodesk AutoCAD – können die Steuerungs- und Bewegungsmöglichkeiten unterschiedlich sein.

_"Der Begriff 3D-Maus ist eigentlich irreführend. Eine 3D-Maus kann eine herkömmliche Maus nicht ersetzen. Sie ist ein drittes Eingabegerät, dass man zusätzlich zu Maus und Tastatur nutzt."_
Monk-Trader von hitzestau

Genau wie Big Buck Bunny braucht man dafür einen genügend grossen Schreibtisch. Rechtshänder stellen ihn links neben die Tastatur, weil er ein Zusatz zur Kombination Maus/Tastatur ist. Bis man allerdings so geübt ist wie Big Buck Bunny, braucht es einiges an Übung und Durchhaltewillen. Dazu berichten wir Euch dann aber mehr im dritten Teil.

Quelle: 3Dconnexion

Das zentrale Bedienungselement des SpacePilot Pro und aller anderen Modelle von 3Dconnexion ist der runde "Steuerknüppel" oder Controller Cap, wie er offiziell heisst. Mit ihm lässt sich jedes Objekt entlang von insgesamt sechs Achsen bewegen:

Quelle: 3Dconnexion

Eine Übersicht über alle Produkte von 3Dconnexion findet Ihr auf der Webseite. Wir schauen uns nun das Flaggschiff, den SpacePilot Pro etwas genauer an.

Der SpacePilot Pro aus der Nähe betrachtet

Quelle: 3Dconnexion

Stolze 840 Gramm bringt der SpacePilot Pro auf die Waage. Dies aber ein grosser Vorteil: Zusammen mit den Anti-Rutschfüssen sitzt er fest neben der Tastatur auf dem Tisch und rutscht nicht herum. Der SpacePilot Pro ist sehr hochwertig verarbeitet, Controller Cap und Tasten fühlen sich sehr gut an. Der Cap lässt sich sehr präzise und fein steuern. An den Gegendruck, den er ausübt um diese Präzision möglich zu machen, muss man sich zuerst gewöhnen. Mit der Handgelenkstütze ist das Gerät sehr ergonomisch geformt. Das angewinkelte Farbdisplay ist ebenfalls sehr gut lesbar.

Der SpacePilot Pro lässt sich sehr gut individualisieren und an das jeweilige Programm, mit dem man bevorzugt arbeitet, anpassen. Die Tasten links und rechts vom Cap lassen sich je nach Programm frei programmieren. Das Display kann in Verbindung mit Microsoft Outlook neue E-Mails, Termine aus dem Kalender oder Aufgaben anzeigen. Zudem zeigt es an, welche Tasten mit welcher Funktion belegt sind. Gerade wenn man öfters zwischen verschiedenen Anwendungsprogrammen hin- und herwechselt, ist dies sicher sehr praktisch. So genannte G-Applets, wie man sie für Produkte von Logitech kennt, lassen sich ebenfalls einbinden. Je nach Applet kann man sich dann erweiterte Informationen wie beispielsweise die Prozessor-Temperatur oder die Auslastung des Arbeitsspeichers des Computers anzeigen lassen.

Anwendungsbereiche

Was die Anwendungsbereiche angeht, so lassen sich die 3D-Mäuse in den verschiedensten Bereichen einsetzen. Schlussendlich ist das immer abhängig davon, was für Anwendungsprogramme von den verschiedenen Softwareentwicklern angeboten werden. 3D-Programme gibt es unter anderem für:

  • Maschinenbau
  • Media und Entertainment
  • Architektur und Bauwesen
  • Geo Information
  • Spiele und 3D-Welten
Quelle: 3Dconnexion

Soweit die grundlegende Vorstellung des Gerätes und des Konzepts einer Navigierhilfe für 3D-Programme. Im nächsten Teil beleuchten wir das Thema Treiber, bei denen es auch ein paar Stolperfallen gibt. Danach schildern wir Euch dann unsere gemachten Arbeitserfahrungen.