Review

Gerätevorstellung Google Pixel C

Von Hitzestau - 05.09.2016

Inhaltsverzeichnis

Wir stellen hier das Pixel C im Rahmen unserer Mobile Working-Serie vor. Mit ihm haben wir unsere Erfahrungen mit einem Android-Tablet gemacht: zuerst mit Android 6 "Marshmallow" und nun seit ein paar Tagen auch mit der aktuellsten Android-Version 7, die unter dem Namen "Nougat" bekannt ist.

Mit dem Pixel C hat Google den Trend aufgegriffen, die Einsatzmöglichkeiten eines klassischen Tablets zu erweitern und offeriert als Zubehör eine Tastatur im passenden Design. Android 7 bringt verschiedene Weiterentwicklungen des Betriebssystems mit, darunter auch einen SplitScreen-Modus.

Pixel C.
Quelle: Google

Gehäuse und Haptik

Tablet

Das Pixel C ist in erster Linie ein reines Tablet, die Tastatur ist optional als Zubehör erhältlich. Wir schauen uns daher zuerst das Tablet an, bevor wir uns der Tastatur und der Kombination der beiden zuwenden.

Um das Pixel C mit einem Wort zu beschreiben, bringt es das Wort stabil am besten auf den Punkt. Rücken und Rahmen sind aus einem durchgängigen Stück eloxiertem Aluminium gefertigt. Dies verleiht dem Pixel C eine überdurchschnittliche Stabilität und Festigkeit. Die Kanten sind angenehm abgerundet und der Übergang zwischen Alu und der Glasabdeckung des Displays ist sehr schön verarbeitet.

Vom Design her ist das Pixel C ohne Schnörkel, extrem schlicht und einfach, aber genau deshalb vermag es uns auch sehr gut zu gefallen. Auf der Rückseite erkennt man die Kameralinse, welche jedoch nicht hervorsteht, wie es heute bei vielen Mobilgeräten üblich ist. Auf der Rückseite fällt der vierfarbige LED-Streifen als einziges Designelement sofort ins Auge. Der Power-Knopf und die Regel für die Lautstärke sind im Verhältnis zur Gerätegrösse etwas arg klein geraten, aber gehen gut schwer. Weder auf der Rückseite noch sonst irgendwo auf dem Gerät lässt sich ein Logo entdecken. Nur die vier Farben des LED-Streifens auf der Rückseite geben einen Hinweis darauf, dass es sich um ein Gerät von Google handelt. Die Reihenfolge blau, rot, gelb und grün entspricht genau Abfolge im Google-Logo.

Tastatur + Tablet

Genau wie das Tablet ist auch die Unterseite der Tastatur aus eloxiertem Aluminium gefertigt, was ihr eine gute Stabilität verleiht. Die Tastatur fühlt sich dadurch weniger wie ein Zubehör zum Tablet an, sondern eher wie ein integraler Bestandteil. Die Tasten haben einen klaren Druck-Punkt und sind zum Schreiben recht angenehm. Die Tasten sind für eine externe Tastatur in einer guten Grösse, nur die äusseren Tasten wie beispielsweise ENTER sind eher schmal geraten, daran muss man sich beim Schreiben erst gewöhnen. Spezielle Funktionstasten hat Google ausser der Suchen-Taste nicht integriert, Shortcuts wie etwa ALT-TAB oder CTRL-C beherrscht sie allerdings. Auch fehlt eine Caps Lock-Taste. Schwierigkeiten bereiten zum Teil die Sonderzeichen wie das @-Symbol, weil Tastaturbelegung und die Beschriftung der Tasten nicht übereinstimmen, obwohl das Tastatur-Layout korrekt eingestellt ist (@ erreicht man via ALTGR-Q). Behelfen kann man sich dann mit der Display-Tastatur, die man jederzeit einblenden kann.

Bei ungünstigen Lichtverhältnissen merkt man, dass die Tasten nicht hintergrundbeleuchtet sind. Zudem sind auch die Tasten selbst sehr dunkel gehalten. Ein Trackpad enthält die Tastatur ebenfalls nicht, wobei das wiederum mehr Fläche für die eigentlichen Tasten lässt.

Pixel C.
Quelle: Google

Der obere Teil der Tastatur lässt sich herausklappen und dient zur magnetischen Verbindung mit dem Tablet.

Pixel C.
Quelle: Google

Die Verbindung selber läuft via Bluetooth, den notwendigen Strom bekommt die Tastatur via Induktion.

Das Zusammenspiel zwischen Tablet und Tastatur klappt sehr gut. Nur manchmal fällt die Tastatur in ein Standby und dann wird automatisch die Display-Tastatur aktiviert, was etwas mühsam ist. Wir haben dieses Verhalten unter Android 6 "Marshmallow" festgestellt, wie sich das Tablet nach dem Update auf Android 7 "Nougat" verhält, werden wir noch herausfinden müssen.

Was uns sehrt gut gefällt ist, dass das Tablet im Winkel stufenlos verstellbar ist, dadurch lässt sich immer der passende Winkel zum Schreiben finden. Das Scharnier geht ziemlich streng, denn damit bleibt der Winkel auch stabil, wenn man das Display normal antippt. Es wippt zwar leicht, bleibt aber in Position. Da die Tastatur über kein Trackpad verfügt, kommt man darum nicht herum. Für die Ergonomie bedeutet dies, dass man beim Schreiben immer zwischen Tastatur und Display hin- und herwechseln muss. Das Display selber ist hell genug, um einfache Fingerabdrücke zu überstrahlen.

Pixel C.
Quelle: Google

Wenn man Tablet und Tastatur voneinander löst und dann das Tablet mit dem Display nach unten auf die Tastatur legt, verbinden sich beide ebenfalls via Magnet. Um das Tablet abzunehmen, wenn das Pixel C auf dem Tisch steht, klappt man das Tablet am besten nach vorne weg. Hält man es in der Hand, klappt man es am besten nach hinten, in beiden Fällen macht man sich die Hebelwirkung zu nutze.

Pixel C.
Quelle: Google

Auf diese Weise lässt sich das Pixel C sehr gut in einer Tasche mitnehmen, das Display ist dabei geschützt.

Die Magneten halten die beiden Teile sehr fest zusammen, ein Verrutschen ist weder im zusammengeklappten noch im offenen Zustand gross möglich. Das Tablet lässt sich nur in einer Ausrichtung an die Tastatur "andocken", und zwar mit der rückseitigen LED nach oben.

Die Verbindung via Magnet ist so genial wie einfach: kein mühsames Einstecken in Scharniere, die erst einrasten müssen und keine Konnektoren, die das Design beeinflussen oder beim in der Hand halten stören. Als Nachteil stellt man jedoch schnell fest, dass natürlich alle metallischen und magnetischen Oberflächen auf das Pixel C reagieren. Das kann zum Beispiel ein PC Gehäuse sein, bei uns hält das Pixel C aber auch bombenfest wie ein übergrosser Magnet an der Kühlschranktür. Personen mit einem Herzschrittmacher müssen sich eventuell in Acht nehmen.

Hardware und Specs

Das Pixel C lässt sich absolut verzögerungsfrei bedienen, es reagiert immer schnell und umgehend auf Eingaben. Dafür sorgen einerseits 3 GB Arbeitsspeicher und sowie das SOC von NVIDIA (NVIDIA Tegra X1).

Das Display gehört für uns zu den Highlights des Pixel C. Es ist sehr scharf und reagiert sehr präzise auf Toucheingaben. Dies wurde nach unserem Eindruck mit Android 7 sogar noch etwas verbessert. Es verfügt über eine gute maximale Leuchtkraft, die Farbwiedergabe ist eher etwas kalt aber nicht unangenehm.

Mit 10.2 Zoll Diagonale bewegt es sich im etablierten Tablet-Bereich, das Seitenverhältnis von 1:1.41 ist jedoch ein Novum. Es liefert eine Auflösung von 2560 x 1800 Pixeln bei einer Pixeldichte von 308ppi. Bei der Technik setzt Google auf ein LTPS-LCD Display, welches generell hohe Pixeldichten und höhere Auflösungen bei gleichzeitig geringem Stromverbrauch erlaubt.

Wenn man das Pixel C seitlich betrachtet, erkennt man, dass das Display direkt unter dem Glas liegt. Auch die hohe Blickwinkelstabilität ist auffallend.

Die Akkulaufzeit schwankt je nach Anwendung, im Stich gelassen hat uns das Pixel C jedoch nie. Je nach Display-Helligkeit liegt die Laufzeit bei rund sechs bis sieben Stunden. Zum Laden des Akku wird die integrierte USB-C Schnittstelle genutzt, in Verbindung mit dem mitgelieferten Netzteil braucht das Pixel aber mehrere Stunden bis es wieder voll geladen ist.

Für den Sound verfügt das Pixel C über zwei Lautsprecher, die links und rechts angeordnet sind. Sie liefern zwar eine recht ordentliche Lautstärke, aber die Klangqualität lässt Volumen vermissen. Sie liefern einen recht blassen Sound, der bei hoher Lautstärke schnell schrill tönen kann. Hält man das Pixel C in den Händen, um zu Gamen oder ein Video zu schauen, verdeckt man unweigerlich die Lautsprecher mit den Händen, was sich negativ auf den Ton auswirkt.

Vom Pixel C gibt es zwei Varianten, die sich in der Grösse des internen Speichers unterscheiden. Man kann zwischen 32 und 64 GB wählen, eine Speichererweiterung mittels microSD-Karte gibt es nicht.

  • SOC: NVIDIA Tegra® X1, Maxwell GPU
  • Display: 10.2 Zoll / 1:1.41 / 2560:1800 / 308 ppi
  • Abmessungen: 242 x 179 x 7 mm
  • Gewicht: 517 Gramm
  • Kamera: 8 Megapixel Hauptkamera / 2 Megapixel Front
  • WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac / 2,4 und 5 GHz
  • Bluetooth: 4.1
  • Anschluss: USB-C / Kopfhöreranschluss 3.5 mm

Fazit

Das Pixel C ist im wahrsten Sinne des Wortes ein solides Tablet. Dank seiner robusten Bauweise und dem recht kräftig leuchtenden Display ist es ein idealer Begleiter für unterwegs. Mit der Tastatur passt das Pixel C auch gut auf den Schreibtisch. Es versucht dabei aber nicht, ein Laptop-Ersatz zu sein – daher stört es auch nicht, dass es ausser dem USB-C Anschluss über keine weiteren Schnittstellen verfügt oder die Tastatur kein Trackpad bietet.

Google hat bei seinem ersten eigenen Tablet vieles richtig gemacht, für ein Nachfolge-Gerät gibt es aber Luft nach oben: Dazu gehört in erster Linie ein Fingerprint-Scanner, der die Benutzung flüssiger macht, weil man nicht immer die PIN eingeben muss. Auch eine hintergrundbeleuchtete Tastatur und eine Schnellade-Technik für den Akku wäre wertwolle Weiterentwicklungen. Beim Sound müssten man neben der Klangqualität vor allem die Positionierung der Lautsprecher im Gerät überdenken.

Auch wenn die Hardware jetzt jährig geworden ist, macht das Pixel C auch mit dem neuen Android 7 "Nougat" eine sehr gute Figur, Betriebssystem und Apps laufen sehr flüssig. Mit Android 7 wurde ein SplitScreen-Modus eingeführt, was dem User im Umgang mit seinen Apps mehr Flexibilität gibt.