Fotoshooting Backstage

Das richtige Setup finden

Von Hitzestau - 01.02.2015

Teil einer Serie

Inhaltsverzeichnis

Nachdem unser Benchtable-System bereit war, konnte es mit der letzten Runde Fotografieren losgehen, die sich über mehrere Nachmittage erstreckten sollte.

Bei den ersten Probeaufnahmen haben wir verschiedene Probleme festgestellt: Ohne gute Ausleuchtung fehlte es den Bildern an Stimmung. Und in den glänzenden Nickeloberflächen der Waterblöcke spiegelte sich so ziemlich die ganze Umgebung, inklusive uns selber mit der Kamera. Da haben wir uns natürlich ein übergrosses Lichtzelt gewünscht – wobei dies auch nur die Reflexionen der Umgebung abgefangen hätte.

Besonders schwierig war der Blickwinkel gerade auf den Waterblock drauf, hier sieht man gut, wie Archangel sich mit der Kamera spiegelt.

Um mehr Stimmung zu bekommen, haben wir nur noch eine Blitzlampe mit Spotvorsatz verwendet. Die dunkle Umgebung rückte den Fokus mehr auf den Waterblock. Ihn aber gut auszuleuchten, so dass man auch die Beschriftung "Heatkiller" erkenne konnte, war aber so noch nicht zu unserer Zufriedenheit gelöst. Zeitweilig haben wir mit einer zweiten Blitzlampe experimentiert, welche via Wand indirekt auf den Benchtable blitzte, um etwas mehr Licht auf die Front des Waterblocks und das Mainboard zu bekommen.

Im vorangegangenen Backstage-Bericht hatten wir Euch ja noch davon berichtet, dass wir die beiden Grafikkarten nach den ersten Testaufnahmen vertauschen mussten. Auf dem unteren Bild sehr Ihr jetzt auch deutlich, warum wir uns dafür entschieden hatten: Der Waterblock hatte rechts ein paar hässliche Kratzer und in der oberen rechten Ecke einen Fleck unterhalb der Acryl-Abdeckung.

Bevor es am nächsten Tag mit den Waterblöcken weiterging, haben wir zuerst noch ein paar Aufnahmen des Netzteils und der SSD gemacht.

Um die Reflexionen zu vermindern und die Ausleuchtung von vorne zu verbessern, kam uns die Idee, eine weisse Fläche schräg vor den Benchtable zu halten. Dazu haben wir die Abdeckung von einer der Softboxen von den anderen Blitzlampen verwendet.

Damit konnten wir die Ausleuchtung des Waterblocks stark verbessern, wie Ihr auf dem unteren Bild sehen könnt. Nur war es jetzt nicht mehr so einfach, eine Kamera-Position zu finden, da wir sozusagen um den Reflektor herum arbeiten mussten.

Mehr durch Zufall haben wir noch eine ganze andere Perspektive entdeckt, die uns sofort gut gefallen hat:

Am nächsten Tag wollten uns überhaupt keine brauchbaren Bilder gelingen, es war irgendwie "der Wurm drin". Ziemlich frustriert haben wir dann für den Tag unsere Fotosession abgebrochen. Trotzdem zeigen wir Euch hier eine der Aufnahmen, die wir an diesem Tag gemacht hatten:

Es fiel uns ehrlich gesagt nicht so leicht, für den nächsten Tag unser Selbstvertrauen wieder zu finden. Zudem galt es noch folgende Probleme zu lösen:

  1. Den Staub von Waterblock und Benchtable besser zu entfernen
  2. Auf vielen Bildern sah man die weisse Wand, auch wenn diese so gut wie nicht beleuchtet wurde.
  3. Die Falten in der Softbox-Abdeckung, die wir als Reflektor benutzten, spiegelten sich häufig im Waterblock, was einen unpassenden Effekt gab.

So mussten wir unser Setting komplett neu aufbauen: Anstatt dem Spotblitz entschieden wir uns für den Aufsatz mit den Abschirmklappen, so dass wir das Licht besser steuern konnten. Zudem haben wir Wand und Boden mit schwarzen Papier abdeckt. Dem Staub sind wir mit dem Kompressor zu Leibe gerückt.

Und als Reflektor haben wir ein grosses Stück weisses Papier verwendet, um eine glatte Oberfläche ohne Falten zu haben:

Dieser Veränderungen waren deutlich spürbar und schlugen sich nach einigem Experimentieren mit der Beleuchtung auch in den Bildern nieder. Als Zusatz zur Blitzlampe auf dem Stativ haben wir für einige Aufnahmen eine zweite Lampe mit Spotvorsatz dazu genommen. Monk-Trader hat diese in der Hand gehalten, so dass wir die Waterblöcke und Grafikkarten noch besser ausleuchten konnten. Das folgende Bild kam endlich an das heran, was wir seit 3 Tagen versuchten zu erreichen.

Jetzt hatten wir endlich ein Setting gefunden, mit dem wir die Waterblöcke und das ganze System aus verschiedenen Blickwinkeln gut fotografieren konnten. Schlussendlich wollten wir ja auch Aufnahmen von der SLI-Verschlauchung und den Backplates haben. Mit diesem Aufbau aus Blitzlampen und schwarzem Hintergrund haben wir an zwei Nachmittagen rund 900 Bilder gemacht. Hier nochmals zwei Aufnahmen, die aber noch nicht gross nachbearbeitet sind:

Aber auch das neue Setting war natürlich keine Garantie für gelungene Aufnahmen. Auch hier mussten wir wie gesagt einige Probeläufe machen, um auch alle zu stark reflektierenden Stellen aus dem Bild herauszukriegen. Hier ein Bild bei dem die obere Kante des Waterblocks zu viel Licht abbekommt:

Als letztes Setting wollten wir noch eine Aufnahme vom gesamten Benchtable-System im Gegenlicht machen. Dazu haben wir eine Blitzlampe direkt hinter den Benchtable gestellt, welche direkt auf die Radiatoren, den AGB und die Pumpe leuchtete.

Bis wir die richtige Einstellung für die Abschirmklappen und die Helligkeit gefunden hatten, ging es rund anderthalb Stunden.

Mit dieser letzten Aufnahme "im Kasten" konnten wir unser Waterblock-Fotoshooting offiziell für beendet erklären – also wenigstens was das Fotografieren selber angeht. Nun gilt es, die besten Aufnahmen auszuwählen, nachzubearbeiten und zu publizieren. Mehr dazu könnt Ihr im nächsten Backstage-Beitrag lesen.