Review - Erfahrungsbericht mit dem Apple iPad Air 2

Review

Erfahrungsbericht mit dem Apple iPad Air 2

Von Hitzestau - 20.03.2015

Tablets sind für uns bei hitzestau ein unentbehrliches Werkzeug. Bei uns nutzt Monk-Trader das iPad Air 2 in seinem Alltag, welches schon seit knapp einem halben Jahr auf dem Markt ist. Er fasst hier Folgenden seine gemachten Erfahrungen mit dem Gerät und seine Beobachtungen als "Umsteiger" vom iPad 2 zusammen. Zuerst geht es um die Hardware des neuen iPad Air 2 und um einen Vergleich zum iPad 2. Danach stehen Nutzungserlebnis und Erfahrungen im dem iPad Air 2 im Vordergrund.

Apple iPad Air 2

Hardware und Haptik

Das iPad Air 2 besticht schon bei der ersten Begegnung durch seine Leichtigkeit und Form, wenn man es einschaltet durch sein sehr scharfes Display. Gegenüber dem Vorgänger iPad Air fällt sofort auf, dass die Haptik auf dem Display anders ist. Es klingt auch anders, wenn man auf das Display tippt – das liegt vor allem daran, dass es neu beim iPad Air 2 keinen Abstand mehr zwischen Glas und Display gibt.

Apple iPad Air 2

Sound

Der Sound aus den beiden eingebauten Lautsprechern tönt sehr kräftig. Gegenüber dem iPad 2 ist das gar kein Vergleich, weil dieses nur einen Lautsprecher besass. Bei ihm war der Ton generell sehr leise, was auch immer etwas störend war, wenn man jemand anderem zum Beispiel ein YouTube-Video zeigen wollte. Neu sind bei iPad Air 2 die Lautsprecher aber auch an einer anderen Stelle positioniert, sie strahlen den Schall auf die Seite ab und nicht mehr schräg nach hinten wie es beim iPad 2 der Fall war. Das sieht man auch sehr gut auf dem Bild:

Apple ipad 2 / iPad Air 2

Fingerscanner

Der Fingerscanner macht die Handhabung des iPad Air 2 einiges einfacher. Es ist auch das erste iPad-Modell mit einem Fingerscanner, dieser war zuerst mit dem iPhone 5s eingeführt worden. Um das iPad Air 2 zu entsperren, empfinde ich ihn einfach nur als bequem. Die Entsperrung via Finger ist aber auch sicherer als eine PIN einzutippen. Wenn man den Finger richtig erfasst hat, funktioniert das Entsperren auch ohne Verzögerungen. Im Gegensatz zu anderen Herstellern muss man bei den Applegeräten mit dem Finger nicht drüberstreichen, sondern einfach den Home-Button berühren ohne ihn zu drücken. Seit iOS 8 bietet Apple übrigens auch externen Appentwicklern die Möglichkeit, den Fingerscanner für ihre eigenen Apps zu benutzen.

Fingerscanner - Homebutton Apple iPad Air 2

Der Fingerscanner eignet sich aber nicht nur zum Entsperren des Geräts. Wenn man es möchte, kann man ihn auch für das Autorisieren von Einkäufen bei iTunes, iBooks und im App Store benutzen. Für mich steht beim Fingerscanner der Bedienungskomfort im Vordergrund. Es gibt einiges an Diskussionen rund um Fingerscanner in Smartphones oder Tablets bezüglich Datensicherheit oder Privatsphäre. Grundsätzlich soll jeder selber entscheiden, ob und wie er ihn nutzen will.

Umstieg vom iPad 2

Ich bin seit Jahren ein begeisterter iPad-User. Vor dem iPad Air 2 hatte ich jahrelang das iPad 2 benutzt, das im März 2011 vorgestellt worden war. Somit war es für mich ein Umstieg "vom Panzer zum fliegenden Teppich". Beide Geräte haben mit 9,7 Zoll zwar dieselbe Display-Diagonale. Auf dem Bild sieh man gut, wie schmal die Ränder geworden sind, vor allem der linke und der rechte Rand.

Apple ipad 2 / iPad Air 2

Mit der Entwicklung über mehrere Gerätegenerationen hinweg ist auch eine erhebliche Gewichtsreduktion einher gegangen. Das iPad 2 wiegt 613 Gramm (WiFi + Cellular) – das iPad Air bringt gerade mal noch 444 Gramm (WiFi + Cellular) auf die Waage. Zu den äusserlichen Veränderungen gehört auch, dass der Schalter fürs Stummschalten oder Sperren der Bildschirmdrehung verschwunden ist. Beim iPhone 6 ist er nebenbei bemerkt noch vorhanden, was dort auch Sinn macht.

Apple ipad 2 / iPad Air 2
Das iPad Air 2 ist so filigran und leicht, dass ich es im Gegensatz zum Vorgänger am liebsten nur mit der Hülle benutze. Sie dient je nach Situation als Ständer, schützt das Gerät und macht es auch griffiger.
Monk-Trader von hitzestau.com

Das alte iPad 2 habe ich nur mit einer Hülle verwendet, wenn ich es ausser Haus mitgenommen genommen habe. Deshalb sieht es nach über drei Jahren intensiver Benutzung auch recht ramponiert aus.

Ich werde ab und zu gefragt, ob sich der Umstieg für mich gelohnt hat. Das kann ich nur mit einem klaren "Ja" beantworten. Das iPad Air 2 überzeugt mich durch und durch. Abgesehen vom Gehäuse hat Apple auch einiges für die "inneren Werte" getan, das spürt man im Gewicht und in der Haptik, und es ist wie gesagt sehr filigran. Das Display ist zwar immer noch gleich gross (9.7 Zoll Diagonale) wie beim iPad 2, hat aber eine vier Mal grössere Auflösung (iPad Air 2: 2048 x 1536 Pixel / iPad 2: 1024 × 768 Pixel) und als Retina-Display eine doppel so hohe Pixeldichte (iPad 2: 132 ppi / iPad Air 2: 264 ppi). Es überstrahlt so gut wie gar nicht mehr, Farben und Kontrast sind viel kräftiger und die ganze Darstellung wirkt viel schärfer und lebhafter. Da merkt man deutlich den Unterschied von drei Jahren Entwicklung und den verschiedenen Modellen, die es während dieser Zeit gegeben hat. Es ist ein Unterschied "wie Tag und Nacht". Die Unterschiede zwischen einem herkömmlichen Display und einem Retina-Display haben wir in unserem Beitrag über das MacBook Pro ausführlich erklärt.

Recherche und Lesen

Ich nutze das iPad Air 2 hauptsächlich als Recherche-Werkzeug und als E-Reader. Und obwohl es unterdessen über 700‘000 Apps gibt, die speziell für das iPad entwickelt wurden, ist der Safari-Browser meine wichtigste und am meisten genutzte App. Leider hat dieser seit iOS 8 auch ein paar "Macken":

Beim Surfen erlebe ich immer wieder, dass Links oder Buttons auf Webseiten nicht auf das Antippen reagieren, das ändert erst mit einem Pitch (2 Finger spreizen) oder einem kompletten Neuladen der Seite. Das ist schon etwas verwirrend, gehört doch das Antippen von Links seit dem ersten iPhone zu den absoluten Grundlagen der Bedienung. Dieses "Phänomen" ist erst mit iOS 8 aufgetaucht und unabhängig vom Gerät, denn wir haben es auch dem Vorgänger iPad Air und dem iPad 2 festgestellt, welche unter iOS 7 dieses Verhalten noch nicht zeigten.

Das zweite Problem nenne ich "Pitchbug", auch dieses stelle ich seit iOS 8 fest. Ein Pitch oder doppeltes Tippen auf Newsseiten wie 20min.ch oder spiegel.de um den Text zu vergrössern kann zu einem Absturz des Safari-Browsers und zum Neuladen der Seite führen.

Wie ich unterdessen mit der Hilfe von iCabMobile – einem anderen Browser, der einiges an zusätzlichen Konfigurationsmöglichkeiten wie etwa einen Werbeblocker bietet – herausgefunden habe, liegt es unter anderem an der Werbung, die auf den Seiten eingebunden ist. Hier wünsche ich mir etwas mehr Fehlertoleranz vom Safari und eine Fehlermeldung, die eine konkrete Aussage enthält. Dazu muss ich zugeben, dass mit den letzten Updates von Apple beide hier beschriebenen Probleme weniger oft auftauchen. Aber auch die Redaktionen der beiden Newsseiten sind natürlich gefordert, ihre Seiten iPad-kompatibel zu halten.

Generell werden aber Webseiten im Safari sehr schnell aufbaut, auch Newsseiten mit vielen Kommentaren wie auf 20min.ch, bei denen das iPad 2 früher mehrere Minuten gebraucht hatte.

Newsseiten surfe via Browser an. Die zahlreichen News-Apps sind mir ein Graus. Sie bieten oft nur eine eingeschränkte Funktionalität und eine zwanghaft andere Darstellung gegenüber der Webseite.
Monk-Trader von hitzestau.com

Beim Schauen von TV-Serien oder Spielfilmen wird das iPad Air 2 für mich zum so genannten "Second Screen".

Zusätzlich zum Lesen von Webseiten – was ich natürlich mit dem iPad schon immer gemacht habe – ist für mich neu mit dem iPad Air 2 das Lesen von Romanen dazugekommen. Das Display ist auch im Gegensatz zum iPad 2 sehr gut geeignet dafür. Es überstrahlt nicht, das Schriftbild ist sauber und homogen und deshalb wie gemacht zum längeren und entspannten Lesen. Ich habe keine Ermüdungserscheinungen beim Lesen, was mir sehr viel Freude bereitet, denn man kann auch die Schriftgrösse selber einstellen. Webseitentexte sind ja meistens nur kurz. Zum Lesen benutze ich iBooks, was vorinstalliert ist und mit dem Fileformat meiner E-Books kompatibel ist.

Was ich mir wünschen würde, wäre eine automatische Scroll-Funktion, damit man nicht immer mit dem Daumen den Text nach unten bewegen muss.
Monk-Trader von hitzestau.com

Kreativität

Auch Schreiben geht mit dem iPad Air 2 sehr einfach von der Hand. Dank der schmalen Rahmen kann man es sehr gut quer halten und die Tastatur benutzen. Der abgerundete Rand schneidet auch nicht mehr so in die Hand ein wie die Kanten beim iPad 2. Am liebsten verwende ich einen einfachen Texteditor wie Byword mit dunklem Bildschirmhintergrund, in dem auch Teile dieses Beitrags entstanden sind. Dann kann ich mich voll auf meine Ideen konzentrieren und einfach meine Gedanken festhalten.

Die Byword-App fürs iPad.
Quelle: Metaclassy

Für die Zusammenarbeit mit Archangel an unseren Blogtexten ist die Word-App sehr wichtig, weil dann auch das Zusammenspiel mit Office 365 und Sharepoint zum Zug kommt. Wenn wir Texte zusammen durchgehen, kann ich diese mit dem iPad Air 2 öffnen und hab den Text vor mir und kann die Änderungen mitverfolgen.

Kreativität beschränkt sich aber nicht nur aufs Texte schreiben, sondern kann auch eine grafische Arbeit mit einer App wie iDraw sein.

Das iPad Air 2 eignet sich für produktive Aufgaben genau so wie zur entspannten Konsumation von digitalen Inhalten zur Auflockerung zwischendurch oder nach Feierabend. Dann kommen Apps wie Netflix oder Plex zum Einsatz.

Auf die verschiedenen Apps aus diesem Kapitel werden wir in einem separaten Beitrag näher eingehen.

Akku-Problematik

Neben den oben beschriebenen Problemen mit Safari gibt es noch etwas anderes, was mir am iPad Air 2 nicht so gefällt und das gute Gesamterlebnis etwas trübt. Von Anfang an ist mir der recht hohe Stromverbrauch aufgefallen. Mit iOS 8 sind denn auch ein paar neue Features wie "Continuity" und "Hand-Off" dazugekommen. Aber der Akku hat auch ein paar ungewöhnliche Verhaltensweisen gezeigt: Wenn ich das iPad Air 2 bei einer Restladung von beispielsweise sechs Prozent ans Netzteil angeschlossen habe, hatte ich nach zwei oder drei Minuten schon doppelt so viel Ladung. Aber auch das Gegenteil war der Fall. Bei einer niedrigen Ladung von zum Beispiel 20 Prozent, halbierte sich Ladestand ganz spontan.

Um einen Akkudefekt auszuschliessen, wurde das Gerät durch Apple ausgetauscht. Der Stromverbrauch ist auch beim Austauschgerät immer noch recht hoch, obwohl ich beispielsweise die Helligkeit des Display auf ein Drittel eingestellt habe. Zudem habe ich diverse Dienste wie Handoff, Siri, Ortung oder die Hintergrundaktualisierung von Apps deaktiviert. Das iPad Air 2 hängt bei mir recht oft am Netzteil, was meiner Meinung nach zu hohem Verschleiss beim Akku führt. Auch passt das ständige Aufladen aus meiner Sicht nicht so ganz zum Grundgedanken eines Tablets. Es hält bei mir keinen Tag durch, es muss jeden Abend aufgeladen werden. Vor dem Update auf iOS 8 hielt mir das iPad 2 noch rund 2-3 Tage ohne Aufladen durch, obwohl der Akku schon recht alt ist. Als es ganz neu war, reichte es sogar 3-4 Tage. Aber nach dem Update auf iOS 8 muss auch das iPad 2 viel häufiger an die Dose.

Es ist für mich schwer nachzuvollziehen, warum Apple dann noch einen schwächeren Akku als im iPad Air verbaut hat. Die unbefriedigende Akkuleistung passt nicht so recht zum Gedanken eines Tablets, das ein ständiger Begleiter im Alltag sein sollte.
Monk-Trader von hitzestau.com

Ehrlich gesagt wäre es mir lieber gewesen, das Gerät wäre 1 mm dicker, dafür wäre auch der Akku besser. Das Austauschgerät habe ich mit Hilfe des Backups aus der iCloud eingerichtet. So konnte ich nahtlos vom alten auf das neue Gerät wechseln. Ausser den Passwörtern wurde alles übertragen, im Safari waren sogar die gleichen Tabs wieder offen – klar ist das clevere Programmierung, aber es wirkt auch ein bisschen wie Magie.

iOS 8

Mit iOS 8 kamen wie bei jeder neuen Version ein paar Veränderungen und Neuerung dazu. Ich möchte hier nur ein paar Dinge herausgreifen, die mir besonders gut gefallen haben.

Die iCloud zum Speichern von Daten an einem zentralen Ort gibt es ja schon länger. Mit iOS 8 hat Apple aber noch mehr Verknüpfungen zwischen den Geräten geschaffen – neu auch mit Computern, die mit Mac OS X "Yosemite" laufen. Via AirDrop kann man Daten direkt zwischen Geräten austauschen und dank "Continuity" nahtlos von einem Gerät zum andern wechseln und mit denselben Daten weiterarbeiten. Da unser Mac Book Pro schon etwas älter ist, unterstützt er nicht mehr den gesamten Funktionsumfang, vor allem was AirDrop betrifft. Was hingegen reibungslos funktioniert und wirklich ein praktisches Feature ist, ist das Weiterleiten von Telefonanrufen vom iPhone direkt aufs iPad. So kann man direkt Anrufe auf dem iPad entgegennehmen oder jemanden anrufen. SMS lassen sich dank Continuity ebenfalls vom iPad und sogar vom Notebook aus verschicken und empfangen. Der Empfänger muss dazu nicht ein Apple-Gerät haben.

Immer noch eine grossartige Sache in diesem Zusammenhang ist auch AirPlay. Damit kann ich vom iPad Air 2 aus Musik an den Receiver streamen um Musik zu hören, oder via die Apple TV-Box Videos direkt auf den Fernseher. In unserem Bericht über Apple TV haben wir das genauer beschrieben.

Wie bereits angekündigt, will ich nochmals auf den Fingerscanner zurückkommen. Gerade bei 1 Password, einer App die ich sehr intensiv zur Verwaltung meiner Passwörter und Logins nutzen, ist das äusserst praktisch: Anstatt dem Masterpasswort kann man einfach den eigenen Finger verwenden.

Und wenn wir schon gerade bei 1Password sind. Für den Safari-Browser unter iOS gibt es ein Plug-In, welches das direkte Aufrufen und Einfügen von gespeicherten Logins erlaubt, ähnlich wie man es vom Desktop her kennt. Aufrufen kann man dies über das "Senden an"-Icon, wo aus man auch Zugriff auf AirDrop hat und die Möglichkeiten, Webseiten zu via Mail zu versenden oder an eine andere App zu schicken. Was mir hier gut gefällt ist, dass man die angezeigten Apps selber auswählen kann. Um das 1Password-Icon so anzuzeigen, wie auf dem Screenshot unten, muss man die App installieren, die Anzeige via "Senden an" aktivieren und das Icon ganz nach rechts ziehen.

Fazit

Das iPad Air 2 überzeugt mich trotz der Probleme beim Akku und dem Browser. Gehäuse, Display und Performance sowie der Service sind top. Für die nächste iPad-Version wünsche ich jedoch was den Akku und das iOS anbelangt wieder einen Schritt nach vorne, und nicht zurück.
Monk-Trader von hitzestau.com