Review - Alienware zeigt die Zukunft mit dem AW3423DWF

Review

Alienware zeigt die Zukunft mit dem AW3423DWF

Von Hitzestau - 12.01.2023

Manche Dinge im Leben muss man mit eigenen Augen erfahren und gesehen haben. Das trifft auch auf den hier vorgestellten Alienware-Monitor AW3423DWF zu.

Der AW3423DW (ohne F am Ende) ist schon seit dem ersten Halbjahr 2022 im Handel erhältlich. Der hier vorgestellte AW3423DWF ist aber nicht das Nachfolge-Modell, sondern eine neue Modell-Variante, denn in beiden Monitoren wird dasselbe von Samsung hergestellte Panel verwendet.

Quelle: Dell

Was OLED als Display-Technologie zu leisten vermag, haben wir in den letzten Wochen schon mit einem Fernseher von einem anderen namhaften Hersteller erlebt. Das OLED-Display zaubert für Filme und Serien ein Seh-Erlebnis mit einem völlig neuen Level von Bildqualität auf die heimische Leinwand.

Bei Fernsehern ist OLED schon seit Jahren eine feste Grösse. Bei PC-Monitoren ist die Modell-Palette von verschiedenen Herstellern noch sehr überschaubar, vor allem wenn es um Monitore geht, die man mit guten Gewissen als “bezahlbar” bezeichnen kann. Abgesehen von unserer grundsätzlichen Begeisterung für OLED-Displays ging es uns bei diesem Monitor auch um die Frage, wie gut OLED und Desktop-Einsatz zusammenpassen. Alienware vermarket den AW3423DWF zwar als “Gaming-Monitor”, er hat sich in unserer Erfahrung auch sehr gut für andere Anwendungen bewährt. Genutzt haben wir den Monitor hauptsächlich am PC unter Windows und an der Xbox Series X. Zudem haben wir ihn auch als externen Monitor an einen iMac angeschlossen.

Dass wir vom Monitor sehr angetan sind, habt Ihr aus unserer Einleitung sicher schon herausgelesen. Genau deshalb wollen wir Euch im folgenden Review den Monitor mit all seinen Eigenschaften genauer vorstellen, denn eines für uns klar: Der AW3423DWF verkörpert in vielen Aspekten, wie die Zukunft der PC-Monitore aussehen sollte.

Display-Technologie: QD-OLED

Der Monitor besitzt ein so genanntes “QD-OLED”-Panel. Diese Namensgebung kann zugegebenermassen für Verwirrung und Verwechselung mit Abkürzungen wie “QLED” und “OLED” sorgen, denn bei allen drei handelt es sich um Display-Technologien.

Beginnen wir mit QLED: Dabei handelt es sich um einen Display-Typ, der auf LCD basiert und vor allem von Samsung ab 2017 populär gemacht wurde. Die Buchstaben LCD stehen für “Liquid Crystal Display”, zu Deutsch “Flüssigkristalldisplay”. Wie bei allen Typen von LCD-Displays kommt auch bei QLED eine Hintergrundbeleuchtung - oft wird auch der englische Begriff “Backlight” verwendet - zum Einsatz, da die Flüssigkristalle nicht selbst leuchten können.

Das “Q” steht für “Quantum Dots”. Das sind Nano-Partikel, die aus Halbleiterelementen bestehen und über bestimmte optische Eigenschaften verfügen. Sie sind als zusätzliche Schicht ins LCD-Display integriert und sorgen für mehr Helligkeit und eine sattere Farbwiedergabe.

Im Unterschied dazu kommen OLED-Displays ohne separates Backlight aus. Sie sind aus so genannten organischen Leuchtdioden aufgebaut, die Abkürzung OLED steht für “Organic Light Emitting Diode”. Sie bestehen aus anderen Materialen als die oben erwähnten Flüssigkristalle und können selber leuchten. In grossen Displays wie Fernsehern kommen heute so genannte White OLED-Displays, eine Weiterentwicklung der grundlegenden OLED-Technologie zum Einsatz: Die Grundfarben Rot, Grün und Blau werden mit Hilfe von Farbfiltern erzeugt, ein viertes weisses Subpixel sorgt für zusätzliche Helligkeit.

Der von uns in diesem Artikel vorgestellte Monitor besitzt ein OLED-Display, in das Quantum Dots - daher QD-OLED - eingearbeitet sind. Auch hier sind die einzelnen Dioden selbstleuchtend. Sie leuchten blau, die anderen Grundfarben werden mit Hilfe von Quantum Dots erzeugt. Im Gegensatz zum oben erwähnten Farbfilter geht dabei keine Leuchtkraft verloren, so dass man auf das weisse Subpixel verzichten kann. Zudem setzen sie auf eine unüblichen Struktur in der Anordnung der Pixel. Rot, Grün und Blau sind nicht nebeneinander angeordnet sondern in dreieckigen Gruppen. Aktuell werden QD-OLED Panels von Samsung hergestellt und kommen in Fernsehern und PC-Monitoren zum Einsatz.

Mit OLED-Displays werden oft gewisse “Problemzonen” wie das Risiko von Einbrenn-Effekten, dem Verlust der Leuchtkraft über einen längeren Zeitraum und eine zu geringe maximale Helligkeit verbunden. Im Zusammenhang mit QD-OLED wird wegen der speziellen Anordnung der Pixel zudem die Qualität des Schriftbilds diskutiert. Wir werden in unserem Review auf all diese Punkte zu sprechen kommen und sehen, wie weit sie unserer Erfahrung nach auf den AW3423DWF zutreffen.

Aufstellen und Fuss

Das Aufstellen des AW3423DWF hat Alienware sehr vorbildlich gelöst: Es geht sehr schnell und unkompliziert. Der Standfuss besteht aus zwei Teilen, die sich ohne Werkzeug miteinander verschrauben lassen. Auch die Montage an der Rückseite des Monitors funktioniert ohne Schrauben, sondern mittels einem Quick-Release Mechanismus, der sicher einrastet und per Tastendruck wieder entriegelt werden kann.

Quelle: Dell

Der reine Platzbedarf des Monitors, wenn man ihn auf dem Tisch aufstellt, ist nicht zu unterschätzen. Er benötigt eine Fläche von rund 35 Tiefe und 85 cm in der Breite ohne den Sitzabstand dazuzurechnen. Auf dem Fuss hat der Monitor einen sicheren Stand und wackelt auch nicht, wenn man sich am Jogdial des OSD durch die Einstellungen klickt.

Der Fuss bietet abgesehen von der Pivot-Funktion die volle Beweglichkeit: der Monitor lässt sich nach links und rechts drehen, nach oben und unten neigen sowie in der Höhe verstellen. Die Höhenverstellung hat einen Spielraum von insgesamt 110 mm. In der niedrigsten Position beträgt die Distanz zur Tischoberfläche lediglich rund 6 cm. Für eingesteckte USB-Sticks kann es dann eher eng werden. Der Fuss ist zudem nicht sehr stark gespreizt, eine Full Size-Tastatur lässt sich nicht drunterschieben und schon für eine Tastatur im 75%-Layout hat es in der Breite zu wenig Platz. Der Fuss verfügt über eine integrierte Kabelführung. Wenn man HDMI- oder DisplayPort-Kabel an der Rückseite des Monitors einstecken will, wird jedoch schnell sehr eng, wenn die Stecker und Kabel etwas dicker sind.

Für unser Review haben wir den Monitor die meiste Zeit auf einem Schwenkarm montiert genutzt. Dies ist dank dem standardisierten VESA-Montagepunkt (100x100) problemlos möglich. Hierbei kommen dann wie gewohnt Schrauben zum Einsatz.

Design

Der AW3423DWF gefällt uns durch sein sehr schlichtes und unaufdringliches Design. Von der Seite gesehen wirkt er nahezu schlank und leicht. Das Gehäuse und auch der Fuss bestehen aus dunklem Kunststoff, der sich sehr wertig anfühlt.

Der Gehäuserahmen um das Display ist sehr dünn, das Panel ist dann mit einem weiteren Rahmen nach innen versetzt, die offiziellen Produktbilder von Alienware geben das allerdings nicht ganz korrekt wieder.

Auf dem folgenden Bild sieht man sehr gut die Lüftungsschlitze, da der Monitor über einen internen aktiven Lüfter zur Kühlung verfügt. Dieser läuft nicht immer, hören tut man ihn am ehesten wenn ein Pixel Refresh läuft. Was das genau ist, werden wir weiter unten erklären. Zudem erkennt man in der Mitte den Kopf für den oben erwähnten Quick-Release Mechanismus.

Quelle: Dell

Der Jogdial für das OSD sitzt an der Unterkante der in der Mitte. Mit ihm kann man sich sehr präzise durch alle Settings klicken, zusätzliche Knöpfe benötigt die Steuerung nicht.

Auf der Rückseite leuchten das bekannte Logo von Alienware und die Zahl “34”.

Quelle: Dell

Trotz seinem schlanken Design ist beim AW3423DWF das Netzteil im Gehäuse integriert und kein dickes separates Brick.

Technik: Display und Anschlüsse

Bevor wir ausführlich ins Gaming und andere Anwendungs-Erfahrungen einsteigen, haben wir hier als Liste alle technischen Spezifikationen des Displays zusammengefasst.

  • Display-Typ: QD-OLED
  • Seitenverhältnis: 21:9
  • Auflösung: 3440 x 1440 Pixel
  • Pixeldichte: 110 ppi
  • Krümmungs-Radius: 1800R
  • HDR: DisplayHDR 400 TrueBlack / HDR Peak 1000
  • Farbraum: 99.3 % DCI-P3 / 149 % sRGB
  • max. Bildwiederholfrequenz: 165Hz
  • Reaktionszeit 0,1 ms
  • Bildschirmbeschichtung: entspiegelt
  • AMD FreeSync Premium Pro
  • G-SYNC Kompatibilität (nicht offiziell)
  • Adaptive-Sync Display VESA
  • Variable refresh rate (VRR)

Eine Übersicht über alle Eigenschaften und Features sowie über alle Anschlüsse findet Ihr in den technischen Spezifikationen, die wir am Ende unseres Artikels verlinkt haben.

Quelle: Dell

Als Video-Anschlüsse stehen ein HDMI 2.0 und zwei DisplayPort 1.4 zur Verfügung. Dass Alienware hier keinen HDMI 2.1-Eingang verbaut hat, ist aus unserer Sicht eine verpasste Chance. Der AW3423DWF wird damit unnötig beschnitten, denn die aktuellen Konsolen - also die Xbox Series X und die PlayStation 5 - bieten beide eine HDMI 2.1-Schnittstelle. Primär geht es beim Unterschied zwischen HDMI 2.0 und HDMI 2.1 um die maximal mögliche Bandbreite bei der Datenübertragung. Denn von dieser wiederum sind Faktoren wie unter anderem Bildwiederholungs-Rate und Auflösung abhängig. Am besten vergegenwärtigen wir uns kurz die wichtigsten Spezifikationen:

HDMI 2.0:

  • max. Übertragungs-Geschwindigkeit: 18 Gbit/s
  • max. Auflösung / Hz: 3840×2160p @ 60 Hz
  • HDR: statisch

HDMI 2.1:

  • max. Übertragungs-Geschwindigkeit: 48 Gbit/s
  • max. Auflösung / Hz: 7680×4320p @ 60 Hz
  • bei 4K: 3840x2160p @ 120 Hz
  • HDR: dynamisch
  • variable Bildwiederholfrequenz (VRR)

Auch die diesjährigen neuen Grafikkarten von AMD (Radeon RX 7000 Reihe) und NVIDIA (GeForce RTX 4000 Reihe) verfügen beide über einen HDMI 2.1-Ausgang. Die neuen Karten von AMD bieten zudem sogar DisplayPort 2.1, wobei für den AW3423DWF DisplayPort 1.4 mehr als ausreichend ist. Die Spezifikation geben hierfür 240 Hz bei 2.560 x 1.440 Pixel und 10 Bit Farbtiefe, die maximale Datenrate beträgt 32,4 Gbit/s.

Auffallend sind zudem die beiden 3.5mm-Klinkenanschlüsse. Der aussen sitzende (Nummer 11) ist zum Anschliessen von Lautsprechern gedacht und unterstützt keine Lautstärke-Regelung. Der eigentliche Kopfhörer-Anschluss (Nummer 5) befindet sich an der Unterkante, die Lautstärke lässt sich via OSD regeln.

Seine Position ist jedoch etwas ungeschickt gewählt. Wenn man den Monitor auf einem Schwenkarm hat und ihn dicht über der Tischplatte positioniert, besteht die Gefahr mit dem Stecker auf dem Tisch aufzuschlagen. Auf dem Standfuss besteht diese Gefahr weniger, das hier der minimale Abstand zwischen Unterkante des Monitors und dem Tisch rund 6 cm beträgt.

Am besten wäre es natürlich, wenn der Monitor über Bluetooth verfügen würde, um Headsets zu verbinden. Das wäre nicht nur für die Nutzung als PC-Monitor sehr praktisch, sondern auch in Kombination mit einer Konsole wie der Xbox Series X, da die Konsole nur zertifizierte kabellose Headsets zulässt.

Sitzposition

Wie bei jedem Monitor ist auch hier eine gute Sitzposition wichtig - nicht nur um sich Rücken- oder Schulterschmerzen zu ersparen, sondern noch aus einem anderen Grund: Die eigene Augenhöhe sollte sauber auf die Oberkante des Displays ausgerichtet sein, sondern verstärkt sich das “Sehschlitz-Gefühl”, das man bei einem Monitor mit einem Seitenverhältnis von 21:9 ohnehin haben kann, noch mehr.

Als Augenabstand hat sich für uns eine Distanz von 55 - 65 cm als gut erwiesen.

Einen guten Abstand zu finden, ist bei einem 21:9-Display gar nicht so einfach. Die Breite verleitet dazu, den Abstand zu vergrössern, während die relativ geringe Höhe eher dazu führt, dass man dichter dran sitzen will.
Monk-Trader

Im Vergleich zu LCD-Monitoren mit IPS- oder VA-Panel ist uns auch gefallen, dass das OLED-Display so gut wie keine spürbare Wärmeabstrahlung besitzt.

Xbox Series X

Gaming setzt Hersteller Alienware für den AW3423DWF als Schwerpunkt. Deshalb haben wir den Monitor zuerst an unsere Xbox Series X angeschlossen. Aber beinahe wäre unsere erste Gaming Session an der Xbox mit einer grossen Enttäuschung geendet. Das Bild sah gut aus - aber wo war das HDR? In den Xbox-Einstellungen war es schlicht nicht möglich, ein HDR-Signal zu bekommen, da dieses an 4K gekoppelt ist - und der AW3423DWF hat halt “nur” eine Auflösung von 1440p.

Erst mit dem Lesen von ein paar Reviews wurde uns klar, dass der Monitor einen so genannten Konsolen-Modus besitzt. Diesen kann man via OSD aktivieren und er ist essentiell, wen man den AW3423DWF an einer Game-Konsole verwendet. Alles was wir im Folgenden zum Thema Konsole schreiben, bezieht sich immer nur auf die Xbox Series X, betreffend PlayStation oder ältere Xbox-Modellgenerationen können wir leider keine Angaben machen.

Nur mit dem Konsolen-Modus ist es möglich, von der HDR-Darstellung zu profitieren, wenn er an die Xbox angeschlossen ist. Angesichts der Spezifikationen von HDMI 2.0 und der Tatsache, dass bei der Xbox Series X die Ausgabe eines HDR-Signals an die 4K-Auflösung gekoppelt ist, können wir zwar nicht ganz nachvollziehen, wie der Konsolen-Modus genau arbeitet, aber dies sind die Fakten: Wenn in den Monitor-Einstellungen via OSD der Konsolen-Modus aktiv ist, kann man in den Xbox-Settings diese beiden Kombinationen auswählen, bei beiden kann der Monitor auch HRD10 darstellen:

  • 4K mit 60 Hz
  • 1440p mit 60 Hz oder 120 Hz
Man kann sehr froh sein, dass Dell diesen speziellen Konsolen-Modus implementiert hat. Sonst würde Konsolen-Gaming viel weniger Spass machen.
Monk-Trader

Als dann nach diesem etwas holprigen Einstieg alle Einstellungen richtig gesetzt waren, ist uns eines sofort aufgefallen: Das Bild ist nicht hinter einem Grauschleier “verborgen”, sondern ist mit einer Klarheit präsent, die ihresgleichen sucht. Zudem bietet das Display eine extrem hohe Blickwinkelstabilität. Die Beschichtung ist glasklar und gut entspiegelt, so dass man nur wenig Reflexionen sieht.

Die Farbdarstellung ist satt, aber keinesfalls überdreht. Das Display liefert zudem eine beeindruckende Leuchtkraft und einen atemberaubenden Kontrast. Mit aktivem HDR stellt es helle und dunkle Bereiche eines Bildes sehr präzise dar, man sieht keinerlei Überstrahlung, also kein so genanntes “Blooming”.

Halo Infinite
Quelle: xbox.com
Halo Infinite
Quelle: xbox.com

Die realistische Darstellung von Tageszeiten und Wetter in Forza Horizon 5 ist nicht nur eine Herausforderungen in den Rennen aufs Podest zu fahren, sondern immer auch ein Härtetest für das Display. Der AW3423DWF meistert diese Herausforderung ohne Tadel.

Forza Horizon 5
Quelle: xbox.com
Forza Horizon 5
Quelle: xbox.com

Wechsel von dunkel und hell sind blitzschnell und entsprechen der Erfahrung aus der Realität. In Forza Horizon 5 gibt es eine Szene, in der man aus einem dunklen Tunnel zurück ins helle Tageslicht schafft. Vom Autofahren kennt man den kurzen Übergang als sehr unangenehm für die Augen, weil es einfach für einen Moment zu hell scheint. Und genau dieses Erlebnis kann der AW3423DWF auch bieten - dies einfach als Beispiel für Spiel-Immersion und die technisches Spitzenleistung des Displays. Helle Flächen oder die Sonne bei Gegenlicht sind so hell, dass sie den Tisch wie eine “Taschenlampe” beleuchten.

Hohe Immersion erreicht der Monitor auch in Szenerien mit Wald, Wasser und Gegenlicht. Shadow of the Tomb Raider mit Laura Croft wird zu einem Fest für die Augen.
Archangel
Shadow of the Tomb Raider
Quelle: xbox.com
Shadow of the Tomb Raider
Quelle: xbox.com

Auch auch im Konsolen-Modus bleibt das Bild von der Xbox Series X im 16:9 Format mit schwarzen Balken links und rechts. Das liegt aber an der Konsole, da diese kein anderes Bildformat ausgeben kann. Immerhin sorgt das QD-OLED Display dafür, dass die Balken auch wirklich schwarz sind und nicht dunkelgrau leuchten. Die gestretchte Bild-Darstellung nutzt zwar die ganze Display-Fläche, verursacht aber unschöne Verzerrungen.

Windows: Spielen und Produktivität

Mit dem AW3423DWF haben wir so ein gutes Bild am Desktop-Rechner erlebt wie noch nie zuvor - und selbst das tönt noch irgendwie wie eine Untertreibung. Das Display ist wie schon im Kapitel zum Gaming mit der Xbox beschrieben eine optische Wucht beim Gaming und auch für andere Desktop-Anwendungen wie Bild-Bearbeitung oder Programmieren sehr gut geeignet.

Totale Immersion

Im Vergleich zur Xbox erlebt man hier punkto Immersion nochmals eine Steigerung, denn hier kann man von der vollen Breite des 21:9 Displays profitieren. Je nach Spiel muss man aber schwarze Balken links und rechts in Kauf nehmen. Das Gameplay kann im Vollbild-Modus sein, Cutscenes liegen dann aber oft nur im Seitenverhältnis 16:9 vor, was dann die schwarzen Balken nach sich zieht.

Im Vollbild-Modus kommt auch die Krümmung besser zu Geltung als an der Xbox: Das Display ist leicht gebogen (1800R), das ist sehr angenehm und passt gut zum Seitenverhältnis von 21:9. Die Kombination aus 21:9 Seitenverhältnis und 3440×1440 Auflösung liefert 110 PPI, was sehr gut zur Bildschirm-Grösse passt. Die Curvung verstärkt die Immersion beim Gaming und verursacht keine Bildverzerrungen an den äusseren Rändern des Gesichtsfeldes.

Der AW3423DWF begeistert auch unter Windows durch seine extrem flüssige und schnelle Darstellung. Eine Reaktionszeit existiert gefühlt nicht. Man erkennt keine Artefakte sowie kein Tearing oder Ghosting - also nichts, was die Spielerfahrung stören könnte. Die schnelle Reaktionszeit ist eine Eigenschaft der OLED-Displays, zudem ist der Monitor mit AMD FreeSync Premium Pro ausgestattet und ist für AdaptiveSync zertifiziert.

Was man zu sehen bekommt, kann ich nur als bildgewaltig bezeichnen.
Monk-Trader

Egal ob Forza Horizon 5 oder auch Microsoft Flight Simulator, der AW3423DWF hat uns gerade bei Renn- und Flugsimulationen sehr gut gefallen: Mit seinem 21:9-Format bietet er eine hohe Immersion und was seine Bildqualität angeht, kommen wir aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Microsoft Flight Simulator
Quelle: Microsoft

Und auch so genannte “Retro Games wie zum Beispiel Star Trek: Armada II von GOG bekommen auf dem AW3423DWF ein neues Leben.

Star Trek: Armada II
Quelle: GOG

Die schwarzen Balken sind zwar noch breiter, weil die Games nur im 4:3 Modus vorliegen, aber das tut dem Spielspass keinen Abbruch.

Was das Display uns auch zeigt: Bei Games merkt man, dass diese noch nicht so stark auf OLED-Displays ausgerichtet sind mit Avatar-like Bildern wie dunklen Hintergründen und leuchtenden Farben. Kino-Filme und Streaming-Serien sind da visuell schon deutlich weiter.
Archangel

Flackern beim Gaming

Wir haben mit dem Display des AW3423DWF auch Momente erlebt, die sehr oder sogar zu anstrengend waren für die Augen. Unter Star Trek Online haben wir im Spiel ganz spezielle Situationen erlebt, in denen das Bild geflackert hat: Wenn ein Fenster mit Scroll-Leiste angezeigt wird und der Hintergrund links und rechts vom Fenster eher dunkel ist, kommt es zum deutlichen Flackern.

Gelegentlich haben wir auch ein starkes Pulsen festgestellt, zum Beispiel der Hintergrund beim Starten von Star Trek Online in Geforce Now. Der Effekt ist bei aktivem HDR sogar noch stärker als unter SDR.

Solche Effekte macht das Spielen gewisses Spiele sehr anstrengend und das geht bis hin zu Kopfschmerzen.
Monk-Trader

Wie so ein Effekt genau entsteht, können wir auch nicht genau erklären. Wir denken, dass es mit der Ansteuerung vom Panel zu tun hat. Da es nur sehr vereinzelt auftritt, scheint es gewisse Game-Engines zu geben, die in bestimmten Situationen solche “optischen Ausrutscher” begünstigen. Wir denken, dass Dell hier mit einem gezielten Firmware-Update Abhilfe schaffen könnte.

HDR unter Windows

So schön die Darstellung von HDR-Effekten auf dem Display auch ist, der Umgang mit HDR-Einstellungen unter Windows ist etwas mühsam. Auch wenn dies natürlich nicht dem AW3423DWF anzulasten ist, wollen wir das Thema hier kurz aufgreifen.

Ein- und ausschalten muss man die HDR-Funktion etwas umständlich in den Display-Setting von Windows.

Wer die Xbox Game Bar aktiv hat, kann dort einen Tastatur-Shortcut einrichten, was die Sache schon vereinfacht.

Je nach Spiel kommt es für HRD auch darauf an, ob man im Vollbild- oder im Fenstermodus unterwegs ist. Der Umgang von HDR unter Windows ist nicht ganz so trivial und zeigt wieder einmal, dass jede neue Technologie für den Anwender auch mehr Komplexität mit sich bringt. In den Games kommt es natürlich immer darauf an, wie das HDR von den Entwicklern implementiert ist.

Produktivität und Kreativität

Bisher haben wir uns in unserem Erfahrungsbericht stark aufs Gaming konzentriert. Alienware preist AW3423DWF zwar als “Gaming-Monitor” auf der Webseite an, aber in ihm steckt noch viel mehr.

Die mit 1800R nicht allzu starke Krümmung erweist sich als gute Balance zwischen gesteigerter Immersion beim Gaming und Office- und Kreativprogrammen.

Wir haben den Test mit Adobe Lightroom Classic gemacht: Hier kann man durch das 21:9 Seitenverhältnis von einer recht grossen Arbeitsfläche in der Mitte profitieren während das Programminterface links und rechts angeordnet ist. Für die gezielte Arbeit mit Programmen fanden wir es generell als angenehmer, in den SDR-Modus zu wechseln.

Dank der ausgezeichneten Farbdarstellung und hohen Kontrast-Umfang und den OLED-typischen Schwarzwerten ist alles was unter “Content Consumption” verstanden wird, ein optischer Genuss. Das reicht vom normalen Surfen im Web bis hin zu Anschauen von Fotos und Videos. Beim Schauen von YouTube-Videos oder anderen Streaming-Inhalten ist es ähnlich wie beim Gaming. Videos die auf 16:9 im Vollbild ausgerichtet sind, erzeugen schwarze Balken links und rechts.

Softwares und Einstellungen

Kommen wir nun zu einem eher technischen Aspekt: Für die Nutzung und das Konfigurieren aller Einstellungen sollte man unter Windows für den AW3423DWF zwei Software-Pakete kennen. Dies sind der  Dell Display Manager und das Alienware Command Center.

Alienware Command Center

Mit den Funktionen von AlienFX aus dem Alienware Command Center kann man die RGB-Beleuchtung auf der Rückseite des Monitors steuern und beispielsweise für verschiedene Spiele die jeweils passenden Farbsettings vorkonfigurieren.

AlienVision erzeugt beim Gaming vier verschiedene Overlays die helfen sollen, das visuelle Erlebnis in Echtzeit basierend auf dem tatsächlichen Gameplay zu verbessern. Zur Auswahl stehen: Night Vision, Clear Vision, Chroma Vision und Crosshair.

Dell Display Manager

Der Dell Display Manager bildet alle OSD-Funktionen als Software ab und lässt sich mit Maus und Tastatur bedienen. Features wie FreeSync Premium Pro und Variable Refresh Rate (VRR) lassen sich allerdings weder ein- und ausschalten oder in irgendeiner Form konfigurieren.

Von zentraler Wichtigkeit sind natürlich die Farb-Einstellungen. Der AW3423DWF bietet eine grosse Auswahl an vorkonfigurierten Farb-Settings, die auf die verschiedenen Typen von Games ausgerichtet sind.

Auch für HDR gibt es verschiedene vorkonfigurierte Modi, welche die Kontrastwiedergabe und die Farb- und Helligkeitsbereiche für unterschiedliche Anwendungen (Desktop, Filme, Gaming) anpassen. Smart HDR steht für die Funktion, dass Kontrast und die Farb- und Helligkeitsbereiche optimal angepasst werden.

Die für Farben und HDR vorgenommen Einstellungen gelten für alle Inputs via HDMI- und DisplayPort-Anschlüsse.

Für das “produktive Arbeiten” am Monitor wollen wir noch zwei weitere Funktionen erwähnen, die sich via Dell Display Manager oder OSD aufrufen lassen: Der Monitor kann das Eingangssignal aus zwei verschiedenen Quellen gleichzeitig verarbeiten und zwar als Bild-in-Bild (PIP) und Bild-neben-Bild (PBP).

Dies bietet für Multitasking viele zusätzliche Optionen und schafft mehr Flexibilität.

Die Funktion Easy Arrange erlaubt es sehr einfach, mehrere Fenster in unterschiedlichen Grössen nebeneinander zu positionieren. Man hat zwar auf einem 21:9 Display nicht ganz so viel Platz wie mit einem echten Dual-Monitor-Setup, aber beispielsweise die Aufteilung links 1/3 mit einem Browser und 2/3 rechts mit einer Entwicklungs-Umgebung macht das Arbeiten schon viel ruhiger und effizienter.

Firmware-Updates

Im Gegensatz zum eingangs erwähnten AW3423DW (also ohne F) lassen sich beim AW3423DWF die Firmware-Updates selber durchführen.

Das ist sicher sehr praktisch, allerdings muss man dafür den Dell Display Manager und das Alienware Command Center deinstallieren, da sich die beiden Softwares nicht wirklich schliessen lassen.

Zudem sollte man die Energieeinstellungen unter Windows so setzen, dass der Monitor während dem Vorgang nicht den Ruhemodus geht, da er sonst beschädigt werden kann.

Helligkeit

Dass es OLED an Helligkeit mangelt, ist ein Vorurteil, dass man immer wieder mal liest. Dazu können wir nur folgendes sagen: Während unserem Test hatten wir nie das Gefühl, das Bild wäre zu dunkel. Im Gegenteil: die Standard-Helligkeit ist viel zu hoch eingestellt, wir haben sie auf den Wert 45 heruntergeregelt. Gerade Webseiten oder Programme mit homogenen weissen Flächen wirken oft wie eine Taschenlampe, die einen direkt ins Gesicht blendet. Für uns war daher angenehmer, für Webseiten im Browser den Darkmode mit einem Plugin zu benutzen.

Das gute Tone Mapping bei der HRD Implementation haben wir ja schon ausreichend erwähnt. Dell gibt die maximale Helligkeit des gesamten Displays mit 250 Nits an, was sich zugegebenermassen nicht nach viel anhört. Dieser Wert ist ausreichend um die VESA-Zertifizierung “DisplayHDR True Black 400” zu erhalten. Die 400 Nits sind wie folgt zu verstehen: 10 % der Displayfläche müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt diese Helligkeit erreichen können, der Rest des Bildes kann dunkler sein - was ja auch der Realität mit einer Mischung aus dunkleren und helleren Teiles eines Bildes entspricht. Die 1000 Nits maximale Spitzen-Helligkeit beziehen sind dann auf eine noch kleinere Fläche.

Abstufung der Framerates

Ein ganz anders Thema wenn man den Monitor an einem Windows-PC angeschlossen hat, ist die Frage der Framerates. Bezüglich Game-Konsolen haben wir das Thema ja schon angesprochen.

Der AW3423DWF bietet in den Einstellungen drei verschiedene Wiederholungsraten: 60 Hz, 100 Hz und 165 Hz. Die 165 Hz sind ja für eine Gaming-Monitor ein guter Wert, aber das in der Abstufung 120 Hz und 144 Hz fehlen, ist für uns nicht ganz nachvollziehbar. Denn mit 120 Hz und 144 Hz wäre noch eine Farbtiefe von 10 bit möglich, während man bei 165 Hz auf 8 bit abrutscht. Dies soll nach Angaben von Dell mit einem Firmware-Update allerdings noch nachgebessert werden. Die beiden Werte sind bei vielen anderen Monitoren durchaus üblich, wir würden sie als gängige Standard-Werte bezeichnen.

Via einen Thread auf Reddit haben wir eine Möglichkeit gefunden, dieses Problem zu lösen. Das Tool Custom Resolution Utility (CRU) erlaubt es, zusätzliche Werte für Framerates hinzuzufügen, indem diese in die Windows Registry hineingeschrieben werden. Wenn man auf diesem Weg Anpassungen macht, muss man den Treiber jeweils neu starten. Anpassungen für HDR und SDR müssen separat gemacht werden.

Hier ein Beispiel um 120 Hz hinzuzufügen:

Wir haben für uns den AW3423DWF auf diese Weise um die Framerates 120 Hz und 144 Hz ergänzt, dies zeigt der erneute Blick in die Windows Einstellungen:

Die Performance des Monitors war bei allen Framerate-Settings immer tadellos, auch bei den neu hinzugefügten. Wir können keinen Grund erkennen, warum Hersteller Dell diese Settings nicht von vornherein anbietet. Mit CRU lassen sich zusätzliche Framerates unter Windows hinzufügen, besser wäre es jedoch, wenn Dell diese direkt in der Firmware anbieten würde. Dann stünden sie auch unter allen Betriebssystemen zur Verfügung.

Qualität des Schriftbilds

Dem Thema Schriftbildqualität widmen wir unserem Review ein eigenes Kapitel, denn es gehört zu den so genannten “Problemzonen”, die wir zu Anfang unseres Textes angesprochen haben. Wie wir schon erklärt haben, sind beim QD-OLED Panel des AW3423DWF die Pixel nicht nebeneinander, sondern in dreieckigen Gruppen angeordnet. Dies hat Auswirkungen auf die Darstellung des Schriftbildes, die von vielen Reviewern thematisiert wird. Natürlich kommt es auch immer drauf an, für was man den Monitor primär verwendet oder wie sensibel man auf die Darstellung von Texten reagiert.

Uns ist dazu folgendes aufgefallen: Generell würden wir das Schriftbild des AW3423DWF als gut bezeichnen, wobei je kleiner der angezeigte Text ist, desto unsauberer kann er aussehen. Das betrifft nicht nur Text, den man selber schreibt, sondern auch den Text in Interfaces von Programmen oder auf einer Webseite.

Dies sollte man aber unserer Ansicht nach nicht nur der Pixel-Anordnung anlasten: Das Display besitzt eine Pixeldichte von 110 PPI. Zum Vergleich: Ein klassischer WQHD-Monitor mit 27 Zoll bringt es auf 109 PPI. Auch auf so einem Monitor ist die Darstellung von Schriften nicht immer perfekt. Eine Qualitäts-Stufe weiter oben ist beispielsweise der 27-Zoll iMac von Apple. anzusiedeln, er verfügt dank seiner 5K-Auflösung über doppelt so viele Pixel pro inch - nämlich 218 ppi. Kein Wunder, sieht Text auf seinem Display besser aus, auch wenn er “nur” ein LCD-Display besitzt.

Eine grosse Rolle spielt aber auch die Software-Engine, mit der die Schriftarten für die Darstellung am Bildschirm rendert. Windows nutzt dazu unter anderem ClearType, die jedoch nicht explizit auf die spezielle Pixelanordnung von QD-OLED ausgelegt ist. In einem Video auf Linus Tech Tips (ab 7:20) werden die Vor- und Nachteile von alternativen Render-Engines in Bezug auf QD-OLED sehr anschaulich thematisiert, aber im Kern läuft es auf dies hinaus: Die Hersteller von Betriebssystemen und den Engines zur Darstellung von Schriften müssen diesen speziellen Panel-Typ gezielt unterstützen.

macOS

Kommen nur noch zu unseren Erfahrungen unter macOS, dafür haben wir den AW3423DWF als externen Zweitbildschirm an einen iMac angeschlossen. Uns ging es darum zu prüfen, wie sich der Monitor unter macOS verhält und welches Featureset sich nutzen lässt. Da bei uns im Team viel so genannte “produktive” Arbeit wie das Schreiben von Blogtexten oder Bildbearbeitung unter macOS stattfindet, waren dies wichtige Fragen für uns. Alle folgenden Angaben beziehen sich auf die aktuellste Version von macOS Venture (13.1).

Mit dem Seitenverhältnis von 21:9 und der Auflösung von 3440 x 1440 Pixel kommt macOS grundsätzlich ohne Probleme zu recht. Die Mac-typische Vergrösserung der gesamten Darstellung auf dem Bildschirm haben wir nicht genutzt, da der AW3423DWF kein Display mit hoher PPI-Zahl ist. An Bildwiederholraten stehen nur die drei Möglichkeiten von 60, 100 und 165 Hz aus der Firmware zur Verfügung. HDR ist nur möglich, wenn man entweder 60 oder 100 Hz ausgewählt hat. Zudem muss im OSD vom Monitor Smart HDR aktiv sein, sonst zeigt das Fenster mit den macOS-Einstellungen den Button für HDR gar nicht erst an.

VRR wird von macOS auch unterstützt, allerdings muss man dann auf HDR komplett verzichten, da VRR den ganzen Hz-Bereich von 48 bis 165 ausnutzt.

macOS fährt mit den Frame-Werten bei aktiviertem VRR zu schnell hoch und runter obwohl es dafür keinen erkennbaren Grund gibt.
Monk-Trader

Grundsätzlich ist es sehr angenehm, den AW3423DWF unter macOS zu nutzen, aber die oben beschriebenen Umstände zeigen auch hier, dass es gut wäre, wenn unter der Firmware zusätzliche Framerates auswählbar wären.

Um explizit das reine Schreiben von Texten - wie etwa diesem Blog-Beitrag - zu testen, haben wir den Text-Editor Ulysses unter macOS benutzt, den wir auch sonst zum Schreiben von Blogtexten verwenden. Auch unter macOS ist die Darstellung von kleinen Schriftgrössen ein Thema, ähnlich wie wir es oben bezüglich Windows beschrieben haben, auch wenn unter macOS die Schriften anders gerendert werden. Aber auch hier ist es so, dass man mit dem Schriftbild sehr gut produktiv arbeiten kann.

Im Darkmode, den ich für das Texte Schreiben bevorzuge, ist das Schriftbild ruhig und scharf und man erkennt keinerlei Blooming um die einzelnen Buchstaben herum.
Archangel

OLED braucht Pflege

Wenn man einen PC-Monitor mit OLED-Panel im täglichen Einsatz hat, bedarf dies regelmässiger “Pflege”. Es geht dabei um das Risiko von Einbrenn-Effekten, das bei OLED nun mal höher ist als bei anderen Display-Technologien wie LCD (also IPS, VA oder TN), die man seit Jahren gewohnt ist. Das Risiko ist am höchsten, wenn statische Elemente von Betriebssystemen wie Task- und Menüleisten oder die Dockleiste von macOS dauerhaft angezeigt werden.

Der Begriff “Bildschirm-Schoner” ist gerade in Bezug auf OLED sehr irreführend. Wir empfehlen den Monitor wenn er nicht benutzt wird, in den Sleep zu schicken. Die Grafiken des Screen Savers können auch sehr helle Bild-Elemente beinhalten, die schlussendlich nur eine unnötige Belastung des OLED-Panels darstellen.

Zudem empfehlen wir die Wartungsroutinen, welche der Monitor implementiert hat, auch wirklich zu nutzen. Auf der ersten Ebene durchläuft das Display nach vier Stunden kumulierter Benutzung eine Frischzellen-Kur oder eine so genannte “Pixel Aktualisierung”. Diese dauert rund acht Minuten. Währenddem dieser Vorgang läuft, macht sich auch der integrierte Lüfter im Gehäuse bemerkbar. Die Erinnerung kann auch mal im falschen Moment angezeigt werden, aber wir empfehlen dringend, diesen Vorgang regelmässig durchführen zu lassen und keinesfalls die Erinnerungen einfach zu deaktivieren.

Nach 1500 Stunden kumulierter Nutzung findet die so genannte “Bildschirm Aktualisierung” statt. Diese dauert ungefähr eine Stunde. Als zusätzlichen Schutz gegen das Einbrennen hat Alienware einen Pixel Shifter implementiert, der die Anzeige auf dem Display regelmässig um einen Pixel in alle vier Richtungen hin- und her verschiebt, um sicherzustellen, dass nichts zu lange an einer Stelle angezeigt werden muss.

Und abschliessend bietet Dell eine dreijährige Garantie an, welche Käufer vor Einbrenn-Effekten schützen soll, falls es wider Erwarten dennoch passieret.

Fazit

Der AW3423DWF von Alienware gehört für uns zu den besten Gaming-Monitoren, die man aktuell finden kann. Abgesehen von der guten Verarbeitung und dem schlanken Gehäuse dreht sich bei im alles um das visuelle Erlebnis, welches das QD-OLED Panel bietet. Mit leuchtenden und lebendigen Farben, einem phänomenalen Kontrast inklusive “Schwarz ist Schwarz” und generell einem glasklaren Bild ohne Grauschleier ist das Gaming-Erlebnis schlicht gesagt bildgewaltig. Das Display ist extrem reaktionsschnell, Bildstörungen wie Tearing haben wir nie beobachtet.

Das Seitenverhältnis von 21:9 bei 34 Zoll Bildschirmdiagonale, die 1440 Pixel in der Höhe und der leichte Krümmungs-Radius von 1800R sind eine sehr gut ausbalancierte Kombination. Das gilt für die Immersion beim Gaming genauso wie für das Arbeiten mit “produktiver Software”. Bemerkenswert sind auch die hohe Blickwinkelstabilität sowie das Fehlen von jeglichen Lichthöfen.

Die Darstellung von Schriften ist gut, wobei sicher die Betriebssystemhersteller gefordert sind, die spezielle Anordnung der Pixel bei QD-OLED-Panels gezielt in ihrer Software zu berücksichtigen.

Als Gaming-Monitor fühlt sich der AW3423DWF nicht nur am Windows-PC zu Hause, sondern auch in Verbindung mit einer Konsole. Hier ist es eminent wichtig den Konsolen-Modus, den Dell in der Display-Steuerung integriert hat, zu aktivieren. Nur so bekommt man die volle Bildqualität inklusive HDR.

Dank dem Konsolen-Modus ist auch der Entscheid, bei der HDMI-Schnittstelle nur auf den Standard 2.0 zu setzen, gut zu verschmerzen. Für die Verbindung zum PC liefert der DisplayPort 1.4 ausreichend Bandbreite für hohe Framerates und Farbtiefe. Schöner wäre es natürlich auch, wenn Dell Wiederholraten wie 120 Hz oder 144 Hz schon ab Werk in den Einstellungen mitliefern würde, dann würden sie auch unter allen Betriebssystemen ohne Probleme zur Verfügung stehen. Für die Nutzung unter Windows haben wir ja eine Lösung beschrieben.

Unsere fünf Wochen Testzeit haben uns zwar keine wirkliche Langzeit-Erfahrung mit einem OLED-Display ermöglicht, aber wir können an dieser Stelle nur nochmal wiederholen wie wichtig es ist, den “Pixel Refresh” regelmässig durchzuführen, um möglichst lange am Display Freude zu haben.

Für uns ist der AW3423DWF ein Massstab für zukünftige PC-Monitore - und das gilt für “Produktivität” genau so wie für Gaming und “Content Consumption”. Betreffend Bildqualität kann ihm keine andere Display-Technologie das Wasser reichen. Und auch in Relation zum Preis gesehen, bietet er extrem viel fürs Geld.

Wenn man einmal die Stärken eines OLED-Displays geniessen konnte, ist es schwer, wieder in ein herkömmliches IPS- oder VA-Panel zu blicken.
Monk-Trader

Lieferumfang und Verfügbarkeit

Im Lieferumfang zum AW3423DWF sind folgende Kabel enthalten:

  • 1x Stromkabel
  • 1x DisplayPort-Kabel
  • 1x DisplayPort/USB Typ-C Kabel
  • 1x USB 3.2 Gen 1 Upstream-Kabel

In der Schweiz ist der Monitor im Online-Shop von Dell verfügbar.

Auf der Produkt-Webseite von Dell findet Ihr alle technischen Spezifikationen zum AW3423DWF.