Review

Vorstellung des 2019er iMac

By Hitzestau - 27.05.2019

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Die kürzlich erfolgte Aktualisierung der iMac-Modelle haben wir zum Anlass genommen, unsere ersten eigenen Erfahrungen mit dem All-in-One-Computer (AIO) von Apple zu machen.

Beim aktuellen iMac-Refresh geht es vor allem um die Prozessor-Architektur und die Grafikkarte. Wie immer gibt es verschiedene Ausstattungs-Linien mit optionalen Möglichkeiten zur Aufrüstung.

Notebooks von Apple hatten wir in den vergangenen Jahren schon mehrfach mit einem Review vorgestellt. Auch unsere Erfahrungen mit einem Hackintosh-System hatten wir ausführlich beschrieben. Nun war für uns der Zeitpunkt ideal um zu schauen, wie sich der 27-Zoll iMac bei uns im Alltag bewährt.

Source: Apple

Wir wollen an dieser Stelle nicht verschweigen, dass wir mit gewissen Vorhalten gegenüber dem AIO-Konzept an diesen Test herangegangen sind. Diese betrafen vor allem die Ergonomie und das Kühlsystem. Beim 15 Zoll MacBook Pro gab es im vergangenen Herbst diesbezüglich Probleme. Auf beide Aspekte gehen wir im folgenden Erfahrungsbericht näher ein - schauen wir also, ob und wie weit uns der iMac überzeugen kann.

Unser Testgerät war wie folgt ausgestattet:

  • Display: 27 Zoll 5K 5120 x 2880
  • Prozessor: 3,6 GHz 8‑Core Intel Core i9 (Turbo Boost bis zu 5,0 GHz), 9. Generation
  • Grafikkarte: Radeon Pro Vega 48 mit 8 GB VRAM
  • Arbeitsspeicher: 16 GB DDR4
  • Speicher: 512 GB SSD

Lieferung

Geliefert wird der iMac sicher verpackt in einer grossen Schachtel. Geschützt wird er durch wuchtige Polster aus Styropor. Der Bildschirm ist mit einer zusätzlichen Schutzfolie überzogen, die vor der Inbetriebnahme entfernt werden muss.

Zum Lieferumfang gehören ein Stromkabel, ein Lighting-Kabel, eine Tastatur und die Apple Magic Mouse 2. Da der iMac komplett zusammengebaut aus der Schachtel kommt, ist er auch sehr schnell aufgestellt und einsatzbereit.

Er funktioniert im wahrsten Sinne des Wortes "out-of-the-box". Um ihn in Betrieb zu nehmen, muss man nur das Stromkabel verbinden, das Gerät einschalten und den Wizard mit den Grundeinstellungen durchlaufen.

Ausgeliefert wird der iMac wie alle Mac-Computer von Apple mit dem aktuellen Betriebssystem macOS Mojave (10.14), welches als grosse Neuerung unter anderem den Dark Mode auf Ebene Betriebssystem eingeführt hat. Zudem ist wie gewohnt die Palette der Apple-eigenen Apps vorinstalliert oder kann kostenlos aus dem AppStore heruntergeladen werden.

Technische Spezifikation

Hier haben wir die wichtigsten technischen Daten zu unserem Testgerät zusammengestellt. Die Spezifikationen der verschiedenen Ausstattungslinien und den optionalen Aufrüstungs-Möglichkeiten findet Ihr auf der Webseite von Apple.

Source: Apple
  • Abmessungen (H x B x T): 51.6 x 65 x 20.3 (mit Standfuss) cm
  • Gewicht: 9,42 kg
  • Prozessor: 3,6 GHz 8‑Core Intel Core i9 (Turbo Boost bis zu 5,0 GHz), 9. Generation
  • Grafikkarte: Radeon Pro Vega 48 mit 8 GB VRAM
  • Arbeitsspeicher: 16 GB DDR4
  • Speicher: 512 GB SSD
  • Kamera: FaceTime HD Kamera
  • Audio: Stereo-Laut­sprecher / Mikrofon
  • WLAN: 802.11ac, kompatibel mit IEEE 802.11a/b/g/n
  • Bluetooth: Bluetooth 4.2
  • Anschlüsse:
    • 3,5 mm Kopfhöreranschluss
    • SDXC Kartensteckplatz
    • 4x USB 3
    • 2x Thunderbolt 3 (USB‑C)
    • 10/100/1000BASE‑T Gigabit Ethernet (RJ‑45 Anschluss)
    • Kensington Diebstahlsicherung

Die beiden Thunderbolt 3-Anschlüsse unterstützen folgende Protokolle:

  • DisplayPort
  • Thunderbolt (bis zu 40 Gbit/s)
  • USB 3.1 Gen 2 (bis zu 10 Gbit/s)
  • Thunderbolt 2, HDMI, DVI und VGA mit entsprechenden Adaptern

Design und Ergonomie

Zwischen Design und der Ergonomie für den Benutzer besteht ein enger Zusammenhang. Da Apple das Gehäuse des iMac seit dem Jahre 2012 nicht mehr verändert hat, ist auch die von uns hier vorgebrachte Kritik nicht grundsätzlich neu. Da unser Test aber für uns wie im Einstieg bereits erwähnt unsere erste Erfahrung mit einem AIO-Mac war, gehen wir hier natürlich trotzdem auf das Thema ein.

Source: Apple

Der Fuss des iMac erlaubt keine Verstellung in der Höhe, so dass man ihn auf dem Schreibtisch nicht auf die optimale Arbeitshöhe anpassen kann. Das kann man nur bewerkstelligen, indem man sich einen passenden Untersatz aus dem Zubehörhandel besorgt oder ein Stapel Bücher unterlegt. Um den iMac bei uns aufzustellen, mussten wir ihn von der Tischplatte aus gemessen um 13 cm erhöhen. Nur so konnten wir eine gute Haltung beim Sitzen am Schreibtisch gewährleisten. Wenn man den iMac mit dem Fuss direkt auf den Schreibtisch stellt, besteht die Gefahr, dass man den Kopf ständig zu stark nach unten neigt, was wie bei längerem Arbeiten zu Schmerzen im Nackenbereich führen kann. Der Monitor lösst sich nach vorne und hinten neigen, aber nicht nach links oder rechts. Der Untergrund muss deshalb absolut gerade sein.

Als Alternative bietet sich eine Montage mit einem Schwenkarm oder einer anderen Halterung an. Dann kann man die Höhe besser auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Hier stehen einem zwei Optionen offen: Der iMac lässt sich bei Apple direkt mit einer vormontierten VESA-Halterung bestellen. Wie man auf dem Bild unten sieht, verdeckt dann die VESA-Platte allerdings einen Teil der Lüftungsschlitze auf der Rückseite.

Source: Apple

Als zweite Option sind im Zubehörhandel Adapter erhältlich, die sich direkt an den Fuss des iMac anbringen lassen. An diese Adapter lassen sich wiederum ebenfalls Schwenkarme anschliessen. Im Gegensatz zu den früheren iMac-Modellen ist der Fuss beim aktuellen Modell nicht mehr abnehmbar, so dass man sich am besten vor dem Kauf entscheidet, wie man den iMac aufstellen will.

Aus ergonomischer Sicht ebenfalls nicht so gut gelöst ist die Position der Anschlüsse auf der Rückseite. Diese sind von vorne eher umständlich zu erreichen, was unpraktisch ist, wenn man mal schnell einen USB-Stick einstecken will. Zudem besteht dann auch das Risiko, die Rückseite ungewollt zu zerkratzen.

Source: Apple

Die zur Verfügung stehende Bildschirmfläche zum Arbeiten gehört ebenfalls zum Thema Ergonomie. Hier bietet der iMac bei einer 5K-Auflösung eine Display-Diagonale von 27 Zoll. Wer mehr braucht, kann via USB-C bis zu zwei externe Displays anschliessen. Unterstützt werden gemäss technischen Spezifikationen entweder ein 5K-Bildschirm oder zwei 4K-Bildschirme. Eine andere Möglichkeit zusätzliche Displays zu betreiben, ist der Einsatz einer eGPU (externe Grafikkarte). Eine solche Lösung haben wir letztes Jahr im Zusammenspiel mit einem MacBook Pro im Detail vorgestellt.

Beim Aufstellen der zusätzlichen Monitore muss man allerdings kompromissbereit sein: wegen des breiten Display-Rahmens und der fehlenden Höhenverstellbarkeit ist es nicht so einfach, alle Monitore sauber zueinander auszurichten.

Source: Apple

Peripherie für Eingabe

Für das Arbeitserlebnis mit dem iMac spielt die Wahl der Eingabe-Geräte eine grosse Rolle. Da sind wir zuerst bei der Frage: Maus oder Trackpad? Zum standardmässigen Lieferumfang gehört die Magic Mouse 2, welche anstatt einzelner Tasten über eine integrierte Touch-Oberfläche verfügt. Optional kann man sich als Alternative beim Kauf für das Magic Trackpad 2 entscheiden oder beide Eingabe-Geräte zusammen auswählen.

Source: Apple

Gehen wir zuerst auf die Magic Mouse 2 ein. In den System-Einstellungen von macOS lassen sich ein paar einfache grundlegende Einstellungen anpassen.

Wer jedoch das volle Potential der Magic Mouse 2 ausnutzen will, kommt um Tools von Drittherstellern nicht herum. Nach einer Recherche haben wir uns für BetterTouchTool entschieden. Es bietet zusätzliche Funktionen und Einstell-Möglichkeiten. Wir haben es benutzt, um mehr Gesten für die Maus einzurichten. Wie es genau funktioniert, zeigt Euch das folgende Video. Ihr könnt das Tool übrigens auch benutzen, um beispielsweise das Trackpad oder Tastatur-Kürzel einzurichten.

Mit der Magic Mouse 2 hatte ich ehrlich gesagte meine liebe Mühe. Vor allem die Bedienung via die Touch-Oberfläche war für mich zu wenig präzise und ergab für mich zu viele Fehleingaben. Zudem vermisse ich das Force Touch.
Archangel

Die Magic Mouse 2 verfügt über einen fest verbauten Akku. Aufladen kann man sie via das mitgelieferte Lightning-Kabel. Allerdings ist der Anschluss auf der Unterseite angebracht, so dass man die Maus nicht benutzen kann, währenddem sie geladen wird. Dank ihrer Bauweise ist für Links- und Rechtshänder gleichermassen geeignet.

Die Magic Mouse 2 ist für mich ergonomisch nicht ideal, sie ist zu klein und zu leicht. Ihr Bewegungssensor ist träge. Mit Dritt-Tools kann man zwar Gesten für die mittlere Maustaste hinzufügen, da aber die glatte Oberfläche keine haptische Orientierung für die Finger bietet, kommt es zu oft zu Fehlbedienungen.
Monk-Trader

Die Bedienung mit Gesten gehört jedoch zu den Stärken von macOS. Wer schon mit einem Notebook von Apple gearbeitet hat, wird dort das integrierte Trackpad schätzen gelernt haben. Für die Arbeit mit einem Desktop-Rechner wie dem iMac steht das Magic Trackpad zur Verfügung. Auf einer Fläche mit einer Kantenlänge von 16 x 11.5 cm bietet es die Bedienung mit Multitouch-Gesten und Force Touch. Genauso wie bei der Magic Mouse 2 ist der Akku fest verbaut und lässt via ein Lightning-Kabel aufladen. Es kann allerdings auch während dem Ladevorgang benutzt werden.

Mit einem Trackpad arbeitet es sich langsamer als mit einer Maus. Für mich ist das Magic Trackpad 2 jedoch das ideale Eingabe-Gerät, wenn es um die Apple-typische flüssige Bedienung, das Wechseln zwischen Desktops und Apps mittels Gesten oder das Pinchen von Texten geht.
Archangel

Ebenfalls zum Lieferumfang gehört das Magic Keyboard. Es ist dieselbe Tastatur, die im Store auch separat erworben werden kann. Von der Mechanik der Tasten her entspricht sie nicht der Tastatur, die Apple in den Notebooks verbaut. Optional ist das Magic Keyboard auch mit einem eigenen Ziffernblock erhältlich.

Der Tastenanschlag ist nicht ganz so knackig wie man es von den MacBook Pro-Tastaturen her gewohnt ist. Sie bietet aber trotzdem ein angenehmes Schreibgefühl.
Monk-Trader

Im Gegensatz zum Vorgängermodell ist sie mehrheitlich aus Kunstoff gefertigt und besitzt lediglich einen Rahmen aus Alu. Dadurch ist sie leichter, zudem verfügt sie neu über einen fest integrierten Akku und lässt sich via ein Lightning-Kabel auch während der Benutzung aufladen. Neu sind die Tasten der obersten Reihe gleich gross wie auf dem Rest der Tastatur.

Neben dem hier vorgestellten Original-Zubehör von Apple gibt es natürlich auch Tastaturen und Mäuse von Drittherstellern, die zusammen mit dem iMac verwendet werden können.

Display

Das dominierende Element des iMac ist natürlich sein integriertes Display. Oder etwas salopp gesagt ist ein AIO-Gerät wie der iMac nichts anders als ein Bildschirm mit eingebautem Computer.

Beim Display handelt es sich um ein 5K Retina-Display mit einer Auflösung von 5120 x 2880 Pixel (218 ppi). Im Gegensatz zu den MacBook Pro setzt Apple hier auf ein Seitenverhältnis von 16:9. Es unterstützt den P3-Farbraum und verfügt über eine maximale Helligkeit von 500 Nits. Zudem bietet er einen Umgebungslicht-Sensor an um die Bildschirmhelligkeit der Umgebung anzupassen.

Das Display gehört für mich zu den Highlights meiner iMac-Erfahrung. Schriften sind auf ihm gestochen scharf, es ist ideal für Texte schreiben, Fotos nachbearbeiten oder einfach um Videos zu schauen.
Archangel

Eine 5K-Auflösung mit 27 Zoll Display-Diagonale lässt sich natürlich nicht in der 1:1-Darstellung nutzen, sonst wären Schriften, Menüs und Icons viel zu klein. Wir haben uns in den System-Einstellungen für die mittlere Einstellung entschieden, was der Anzeige-Fläche einer WQHD-Auflösung (2560 x 1440) entspricht.

Das Display liefert ein extrem ruhiges Bild. Auch bei intensiver Nutzung mit mehreren Stunden am Tag habe ich nie eine Ermüdung der Augen verspürt.
Archangel

Bench

Bevor wir im folgenden Kapitel auf unsere individuellen Erfahrungen mit iMac und das Thema Kühlung eingehen, wollen wir uns hier die puren Benchwerte anschauen, die wir mit verschiedenen Tools erhoben haben.

  • Unigine Heaven
  • Unigine Valley
  • Diskspeed Blackmagic Design
  • Geekbench

Gaming

Wir haben Unigine Heaven und Unigine Valley je zwei Mal laufen lassen, beim ersten Mal in der Qualitätseinstellung “High” und danach in “Ultra”. Die Auflösung betrug immer 2560 x 1440, also bereits eine massive Reduktion gegenüber der Anzahl Pixel, die das 5K-Display tatsächlich bietet (5120 x 2880). Die durchschnittlichen Frameraten mit Werten zwischen 33 und 45 reichen nicht für eine flüssige Darstellung und Immersion beim Gaming. Die niedrigste Framerate lag bei knapp 10, was man nur als “Ruckelorgie” bezeichnen kann. Zudem stört das teilweise massive Tearing. Techniken wie FreeSync, die explizit dafür entwickelt wurden, solche störenden Effekte zu verhindern, kommen unter macOS leider bis heute nicht zum Einsatz, auch wenn von Seiten AMD als Grafikkartenhersteller die Technik ja zur Verfügung stehen würde. Der iMac selbst wurde dabei extrem warm, es ist zu vermuten, dass wir mit den Tests hier in den Bereich des Throttling gekommen sind, auch wenn wir es nicht explizit gemessen haben.

Disk

Die oben gemessenen Werte zeigen eindeutig, dass die SSD intern über eine PCIe-Schnittstelle angebunden ist und nicht nur über SATA. Dieses Plus an Leistung spürt man auch beim Arbeiten im Alltag, zum Beispiel beim Starten von Programmen oder dem Erstellen von Dateien.

Gesamtsystem

Die kompletten Geekbench-Werte könnt Ihr Euch hier als separate Grafik anschauen.