20 Jahre Intel Pentium

Intel Pentium 20th Anniversary Edition

By Hitzestau - 22.12.2014

Part of a serie

Table of Contents

Im abschliessenden Teil unser Serie zum zwanzigsten Geburtstagsjahr des Pentium-Prozessors von Intel wollen wir das Geburtstagskind selber in den Mittelpunkt stellen.

Für den Verkauf hat Intel das gewohnte Schachtel-Design etwas angepasst:

Quelle: Intel

Technische Eckdaten

Der Prozessor mit der genauen Bezeichnung "Intel Pentium G3258 Anniversary Edition" wurde von Intel anlässlich der Computex 2014 vorgestellt. Technisch gesehen basiert er auf der Haswell-Architektur und passt somit auf den Sockel 1150, der auch für die vierte Generation der Intel i3, i5 und i7-CPU verwendet wird.

Aber ziehen wir zuerst einen direkten Vergleich zwischen ihm und dem allerersten Pentium: Der G3258 wurde mit einer Strukturbreite von 22nm gebaut, vor zwanzig Jahren lag man noch bei 800nm. Der Takt des ersten Pentium lag 66 MHz, der Jubiläumsprozessor kommt auf 3.2 GHz. Man könnte diesen Vergleich noch über viele weitere Werte machen, die Unterschiede stehen für zwanzig Jahre technische Entwicklung: Der G3258 hat denn auch ausser dem Namen mit dem ursprünglichen Pentium nichts mehr gemeinsam. Er enthält sogar eine integrierte Grafikeinheit (Intel HD Graphics), was wohl vor zwanzig Jahren unvorstellbar war.

Intel Pentium G3258 Anniversary Edition
Intel Pentium G3258 Anniversary Edition

Der G3258 ist weniger für ein produktives PC-System gedacht, sondern eher für Enthusiasten und Overclocker. Im Gegensatz zu anderen günstigen Intel-Modellen verfügt er über einen freien Multiplikator und ist damit fürs Übertakten prädestiniert. Im Vergleich zum Core i3 verfügt weder über Hyperthreading noch über aktuelle Befehlssatzerweiterungen.

Auf ark.intel.com findet Ihr alle technischen Details:

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Stimmen und Benchmarks

Der Geburtstags-Pentium ist von vielen Testern  Benchmarks unterzogen worden. Lassen wir zum Abschluss ein paar von ihnen zu Wort kommen. Über den Link in der Quellenangabe gelangt Ihr zu den jeweiligen Original-Artikeln mit den detaillierten Benchdaten.

Im Auslieferungszustand ist der Pentium G3258 mit 3,2 GHz ein relativ langsamer Prozessor. Zwei Kerne, drei MByte geteilter L3-Cache und kein Hyper-Threading – diese Spezifikationen entsprechen im Grunde genommen unserer üblichen Erwartungen gegenüber einem Pentium. Der freigeschaltete Multiplikator macht aus diesem Modell zur Feier des 20. Geburtstags der Pentium-Reihe aber etwas Besonderes... So lange Intel eine Unternehmenspolitik verfolgte, bei der man Enthusiasten für die K-CPUs der Baureihe i5 und Core i7 ordentlich zahlen ließ, hatte AMD ein Monopol auf das Angebot von übertaktbaren Budget-CPUs. Mit dem Pentium G3258 ändert sich die Situation grundlegend. Power-User können so zu einem sehr günstigen Preis einen Prozessor mit einer leistungsstarken und effizienten Architektur erstehen und diesen zusätzlich nach Herzenslust über den freien Multiplikator bis in den Grenzbereich übertakten.
Quelle: Tom’s Hardware
Der Pentium G3258 ist ein spannendes, günstiges Spielzeug für alle, die einfach gern übertakten oder mit stark beschränktem Budget arbeiten müssen. In der Praxis erlauben sein lediglich zwei Kerne und seine sparsame Architektur eine deutliche Taktanhebung, ohne dass die Abwärme ins Unermessliche steigt. Allerdings ist er bei Spielen im Index-Schnitt auch nur rund halb so schnell wie der (deutlich teurere) momentane Spitzenreiter Core i7-4790K. Mit OC auf 4,4 GHz bringen Sie die durchschnittliche Spieleleistung immerhin auf das Niveau des älteren Core i5-2500K bei Werkstakt – einen Teil trägt das sehr gute Abschneiden des Haswell-Modells in Starcraft 2 dazu bei, denn in stark mehrkernoptimierten Spielen wie Crysis 3 bleibt der Pentium G3258 AE trotz OC auf dem Niveau normaler Core i3-Modelle – schlägt aber den Energiesparprozessor i3-4130T deutlich – und ist in der Regel noch weit entfernt von echten Vierkernern.
Quelle: PC Games Hardware
I really love the G3258. For the price, it’s a whole bunch of fun. When it comes to benchmarking, the results are to be expected from the non-HyperThreaded dual-core processor. Looking at the results the other day, you can see that a lot of applications clearly make use of the extra cores that are available when HyperThreading is on the table. Overall, the G3258 is a really cool and fun processor from Intel. Paired with the right components, you can get yourself a really nice system for a great price. As long as you don’t go with a video card that is too high-end, the dual-core bad boy is going to be more than enough.
Quelle: Tweak Town
The Pentium G3258 is absolutely awesome. However, its recommendation isn’t unequivocal. It only really comes into its own once overclocked, but the same can be said for AMDs CPUs too, which after all are what Intel is gunning for here. Its multi-threaded performance is pretty dire so if you’ll be doing any rendering or video encoding work, it is to be avoided. However, in both our game tests, the case for more cores is always better doesn’t hold up – both tests respond well to raw CPU grunt and Intel’s K-series CPUs do well as a result. So Intel has certainly shaken things up in the low end and given AMD something to think about. The Pentium G3258 has an extremely low power draw too, even once overclocked with the only caveats being poor multi-threaded performance – this didn’t seem to impact too much on our game tests although they’re obviously a small selection. Whether you want to go for a Z97 board but can’t afford a K-series CPU right now, or you just want a cheap but powerful gaming system, the Pentium G3258 is an excellent choice – so long as you’re up for some fairly easy overclocking and won’t be doing much rendering or video encoding.
Quelle: bit-tech.net

Abschluss

Der Jubiläums-Prozessor ist von Testern mit viel Anerkennung aufgenommen worden. Mit dieser Zusammenstellung kommt auch unsere Serie zu "Zwanzig Jahre Pentium" zu ihrem Abschluss. Wir haben den runden Geburtstag zum Anlass genommen, bis zu den Anfängen des Computers – oder der Rechenmaschinen – zurückzublicken. Die Entwicklung der Mikroprozessoren und der Siegeszug des Personal Computers sind eng miteinander verknüpft. Heute geht für die Prozessoren-Hersteller die Reise verstärkt in Richtung Mobilgeräte, was aber keineswegs das Ende der Desktop-Rechner oder der dazugehörigen Prozessoren bedeutet.

Auch wenn der G3258 ein CPU ist, der auf aktuellen Mainboards läuft, hat er auch ein Tor in die Vergangenheit geöffnet: Wir haben uns nochmal an Computer erinnert, die wir selber einmal besessen haben. Da merkt man, wie sehr sich die Technik verändert hat und dass wir heute Dinge mit einem durchschnittlichen PC tun, die wir vor 20 Jahren kaum zu träumen wagten.